Qualitätsoffensive fortgesetzt: 80 weitere Hauptschulen in NRW nehmen den Ganztagsbetrieb auf

Ab heute beginnen landesweit insgesamt 80 weitere Hauptschulen mit der Umwandlung und Errichtung eines Ganztagsbetriebes. Nachdem bereits im Februar die ersten 20 Hauptschulen in Nordrhein-Westfalen den Ganztagsbetrieb aufgenommen haben, erhöht sich diese Zahl heute auf insgesamt 100 Schulen in Nordrhein-Westfalen. Damit erreicht die Landesregierung in weiten Teilen bereits jetzt ein weiteres wichtiges Ziel: Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hatte in seiner Regierungserklärung vor nicht ganz einem Jahr zugesagt, dass bis 2012 im Rahmen der Qualitätsoffensive Hauptschule rund 50 000 neue Ganztagsplätze an Haupt- und Förderschulen geschaffen werden.

16.05.2006 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

"Wenn alle Schulen schrittweise den Ganztagsbetrieb eingeführt haben, haben wir bereits rund 32.000 der angestrebten 50.000 Plätze geschaffen. Damit ist bereits jetzt einen Großteil des Weges zu unserem Ziel geschafft. Rund 516 zusätzliche Lehrerstellen haben wir dafür bis zum Ende der Legislaturperiode ausgewiesen", sagte NRW-Schulministerin Barbara Sommer.

Nach Jahrzehnten der Vernachlässigung werden die Hauptschulen wieder in den Stand versetzt, den benachteiligten Kindern und Jugendlichen die gezielte Unterstützung und Förderung zu geben, die sie benötigen. Dieses ist nach den Worten von NRW-Schulministerin Barbara Sommer in der Ganztagsschule eher möglich als in der Halbtagsschule. "Ganztagsschulen schaffen für individuelle Förderung gute Voraussetzungen: Hier kann der Unterricht besser rhythmisiert werden: Lern- und Entspannungsphasen wechseln einander ab. So kann konzentrierter gelernt werden", erläuterte die Schulministerin.

Die neue Ganztagshauptschule in Nordrhein-Westfalen ist eine Pflichtschule, die an fünf Tagen in der Woche in der Regel Unterricht bis 16 Uhr anbietet. Sie soll damit auch einen Beitrag zur Entkopplung des schulischen Erfolgs von der sozialen Herkunft der Kinder leisten.

Lehrern und Schülern steht mehr Zeit zur Verfügung für gezielten Förderunterricht. Für Angebote außerschulischer Partner wie z.B. Jugendhilfeträger, Sportvereine, Kunst-, Musik- und Kultureinrichtungen wie für Angebote der Berufsorientierung auch in Zusammenarbeit mit Einrichtungen des Handwerks und der Wirtschaft. Für Schüler und Eltern ist der Besuch der Ganztagshauptschule - bis auf einen kleinen Beitrag zum Mittagessen - völlig kostenlos.

Insgesamt hatten sich landesweit 230 Schulen und Schulträger zur Aufnahme in das neue Programm beworben. "Wir können wegen der angespannten Finanzlage leider nicht alle Wünsche erfüllen. Wir sind aber sehr froh, dass wir trotzdem nun 100 Hauptschulen die Umwandlung in den Ganztagsbetrieb ermöglichen können. Das ist eine großartige Zahl", führte die NRW-Schulministerin aus.

Für die Auswahl der Schulen waren zahlreiche Kriterien maßgebend. Neben rein statistischen Merkmalen wie etwa der Anteil von Schülern mit Zuwanderungsgeschichte oder die geografische Lage der Schule in einem bestimmten Orts- oder Stadtteil waren vor allem pädagogische Gründe, wie etwa ein gutes Ganztagskonzept, entscheidend.

Mit der jetzt getroffenen Entscheidung bringt die Landesregierung mit nunmehr 100 neuen Ganztagshauptschulen die vollwertige Ganztagsschule in die Fläche und setzt zugleich Schwerpunkte an den Stellen im Land, wo sie am dringendsten benötigt werden.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden