Rahmenbedingungen entscheiden über G8 – jetzt massiv investieren

Der Bayerische Philologenverband begrüßt, dass alle Parteien bei der gestrigen Landtagsanhörung über das G8 den Bedarf an bessere Rahmenbedingungen, insbesondere an mehr Lehrkräften anerkannt haben. "Wir hoffen sehr, dass den einzelnen Schulen nun noch vor den Sommerferien direkt zusätzliche Budgetmittel in Höhe von rund 40.000 Euro im Jahr zugewiesen werden, um den Pflichtunterricht sicher abdecken zu können", erklärte der bpv-Vorsitzende Max Schmidt.

06.07.2007 Bayern Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)

Notmaßnahmen zeugen von einer steckengebliebenen Reform

Gleichzeitig appellierte Schmidt an Staatsregierung und Landtag, die Bemühungen um bessere Rahmenbedingungen noch zu intensivieren: "Es wäre ein Fehler sich jetzt zurückzulehnen und zu denken, das G8 laufe ja prima. Wir sind in einer Phase, wo wir bereits Notmaßnahmen ergreifen", erinnerte der Verbandsvorsitzende. Zwar seien die steigenden Anmelde- und rückläufigen Durchfallerzahlen durchaus positiv zu werten. Auch die Intensivierungsstunden hätten ein Plus an individueller Förderung bewirkt. Aber Erfolg und dauerhafte Akzeptanz werde das G8 nur genießen, wenn sich an seinen schlechten Rahmenbedingungen etwas ändere. Dazu gehören für den bpv vor allem sinkende Klassenstärken und die immer noch fehlende Ausstattung für den Nachmittagsbetrieb. "Schlechte Busverbindungen auf dem Land, fehlende Sozialarbeiter und pädagogische Hilfskräfte für Mittags- und Hausaufgabenbetreuungen, ein kaum noch existentes Wahl- und Neigungsangebot sowie teilweise katastrophal unterbesetzte Sekretariate – all das ist im Jahr 3 nach der G8-Einführung immer noch Alltag an bayerischen Gymnasien", erinnerte Schmidt. "Wir haben eine mittlerweile funktionierende Struktur, aber wir haben auch eine steckengebliebene Reform. Ganztagsbetrieb bedeutet mehr als einen Mensaanbau." Mit dem entsprechenden politischen Willen und entsprechenden Mitteln seien diese Probleme allerdings rasch lösbar.


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