Realschullehrer zu den Koalitionsgesprächen: Regionalschule ist Irreführung
"Die Regionalschule ist eine bewusste Irreführung der bayerischen Bevölkerung. Man möchte der Bevölkerung vormachen, man könne an der Hauptschule auf Realschulniveau ausbilden, wenn man an der Türe ein Schild mit dem Aufdruck Realschulzug anbringt." So bewertet der Vorsitzende des Realschullehrerverbandes, Anton Huber, den aktuellen Diskussionsstand zu den von der FDP geforderten Modellschulen in verschiedenen Regierungsbezirken.
16.10.2008 Bayern Pressemeldung Verband Reale BildungNach Huber könne es nur zwei Varianten geben: einen hochwertigen Bildungsweg an der Hauptschule mit eigenem Profil bis hin zur Mittleren Reife, sowie die eigenständigen sechsstufigen Realschulen und Wirtschaftsschulen. Oder es gibt eine Zusammenlegung von Schularten hin zur Gesamtschule. Eine Vermengung von Bildungskonzepten der Hauptschule, der Realschule und/oder der Wirtschaftschule sei nicht möglich, außer man nehme billigend einen gravierenden Verlust an Bildungsqualität und an Bildungsangeboten in Kauf. Außerdem setzte die Kombination der Bildungskonzepte an einem Ort große Schulzentren voraus. Das hieße aber bei Mindestgrößen je nach Schulart von 200 bis 450 Schülern (alleine die Realschule hat eine Mindestgröße von 450 Schülern), dass Schulzentren entstünden in einer Größenordnung von ca. 800 bis 1 000 Schülern. Damit sei die wohnortnahe Hauptschule tatsächlich tot.
"Wenn nun Vertreter des Volksschullehrerverbandes wieder hausieren gehen mit ihrer Mogelpackung Regionalschule, dann geht es nicht um den Erhalt der wohnortnahen Hauptschule. Ihre Vertreter haben sich mehrfach dafür ausgesprochen, das gegliederte Schulwesen in Bayern abschaffen und die Gesamtschule einführen zu wollen", stellt Huber klar.
Huber weiter: "Die Verhandlungsführer von FDP und CSU müssen sich jetzt einigen, ob sie das bewährte und leistungsfähige gegliederte Schulwesen erhalten wollen. Oder ob sie mit regionalen Schulkonzepten in die Vorstufe zur Gesamtschule eintreten und damit als ein weiteres Bundesland Experimente mit ungewissem Ausgang an Schutzbefohlenen durchführen wollen. "
Vorsitzender: Anton Huber, Handy 0171/8 29 01 93
brlv-Presse: Stefanie Kretzschmar, Handy 0177 / 8 23 83 37, Karin Springl, Handy 0160 / 7 17 85 66
Keine Kommentare vorhanden