Baden-Württemberg

Rechnungshof schiebt BW aufs bildungspolitische Abstellgleis

Die Bildungsgewerkschaft GEW nennt die Vorschläge des Rechnungshofs Baden-Württembergs zur Streichung von 14.000 Lehrerstellen absurd.

09.07.2012 Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

"Die Prüfer des Rechnungshofs kennen sich vielleicht mit Zahlen aus, haben aber keine Ahnung vom Alltag an den 5.000 Schulen im Südwesten. Wenn in einer Klasse im Jahr 2012 24 statt einige Jahre zuvor 28 Kinder sitzen, brauchen diese genauso viele Lehrerinnen und Lehrer. Würde die Landesregierung den Vorschlägen folgen, müssten vor allem hunderte Grundschulen geschlossen werden und statt Bildungsaufbruch müsste Ministerpräsident Winfried Kretschmann den bildungspolitischen Notstand ausrufen", sagte am Montag (09.07.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg.

Die GEW erwartet vom Ministerpräsidenten und von Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid eine deutliche Distanzierung von den Vorschlägen des Rechnungshofs. "Es gibt in der ganzen nächsten Legislaturperiode bis 2016 keine Gründe, auch nur eine einzige Lehrerstelle zu streichen. Wir brauchen dringend jede durch Schülerrückgang freiwerdende Stelle, um Ganztagsschulen auszubauen, Klassen zu verkleinern und die Überstundenberge der Lehrerinnen und Lehrer zu verringern. Wenn wir weiterhin wohnortnahe Grundschulen und kleinere Klassen, echte Ganztagsschulen und bessere Unterrichtsversorgung, den Lehrermangel verhindern und Inklusion realisieren wollen, brauchen wir alle freiwerdenden Lehrerstellen in den Schulen. Das bringt für unsere Zukunft mehr Zinsen als die Schuldentilgung bei den Banken", sagte Moritz.

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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  • Rechnungshof B-W: Rückgang der Schülerzahlen zur Haushaltskonsolidierung nutzen

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