RLP steht in der Pflicht: GEW verlangt Angleichung der Lehrkräfte-Besoldung
Bildungsgewerkschaft zum „Tag der betrieblichen Entgeltgleichheit“: Öffentlicher Dienst muss Vorbild sein und fordert, dass Grundschullehrkräfte endlich auch in Rheinland-Pfalz mit A13 besoldet werden.
04.11.2025 Rheinland-Pfalz Pressemeldung GEW Rheinland-PfalzAnlässlich des bundesweiten „Tags der betrieblichen Entgeltgleichheit“ fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Rheinland-Pfalz gemeinsam mit den GEW-Landesverbänden Baden-Württemberg und Saarland, Grundschullehrkräfte und Lehrkräfte der Sekundarstufe 1 endlich wie in allen anderen Bundesländern nach A13/E13 zu bezahlen. Damit würden alle verbeamteten Lehrkräfte nach der Besoldungsgruppe A13 und angestellten Lehrkräfte nach Entgeltgruppe E13 vergütet – dem bundesweiten Standard für Lehrkräfte.
„Die drei Bundesländer müssen endlich ihrer Verantwortung als öffentliche Arbeitgeber gerecht werden und alle Lehrkräfte an Schulen gleich bezahlen. JA13 für alle Lehrkräfte – jetzt!“, sagte Tiam Breidenich, GEW-Vorstandsmitglied für Frauen-, Gleichstellungs- und Geschlechterpolitik. „Alle anderen Bundesländer sind diesen Schritt bereits gegangen. Es ist höchste Zeit, dass der öffentliche Dienst die Entgeltungleichheit und die damit verbundene strukturelle Benachteiligung von Lehrkräftegruppen im Schuldienst beendet.“
In Rheinland-Pfalz betrifft die niedrigere Eingruppierung noch rund 8.300 Lehrkräfte. Besonders betroffen sind Grundschulen, an denen überwiegend Frauen arbeiten. Aus Sicht der GEW widerspricht die schlechtere Bezahlung damit nicht nur einer modernen Personalpolitik, sondern auch den erklärten gleichstellungspolitischen Zielen des Landes.
Christiane Herz, Vorsitzende der GEW Rheinland-Pfalz, betont: „Rheinland-Pfalz steht vor der Aufgabe, ein modernes und attraktives Schulsystem zu sichern. Dazu gehört eine faire und einheitliche Bezahlung aller Lehrkräfte. A13/E13 ist bundesweit Standard – und sollte es auch in Rheinland-Pfalz längst sein. Wer junge Menschen als Lehrkräfte gewinnen will, muss klare Signale setzen: Qualifikation und Verantwortung werden anerkannt und angemessen vergütet.“ Der Unterschied in der Besoldung beträgt zum Berufseinstieg in Rheinland-Pfalz rund 500 € pro Monat. Sie unterstreicht außerdem, dass die Arbeit von Grundschullehrkräften gleichwertig mit der Arbeit an anderen Schulformen sei. Eine geringere Besoldung lasse sich weder pädagogisch noch gesellschaftlich rechtfertigen.
Mit Blick auf die EU-Entgelttransparenzrichtlinie, die bis 2026 umgesetzt werden muss, sieht die GEW zusätzlichen Handlungsdruck. Die Richtlinie verpflichtet öffentliche Arbeitgeber, Geschlechterungleichheiten in der Bezahlung systematisch offenzulegen und zu beseitigen. Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und das Saarland müssen daher dringend einen verbindlichen Fahrplan zur Einführung von A13/E13 entwickeln.
Die GEW erwartet, dass die Landesregierung noch in diesem Jahr konkrete Schritte zur Umsetzung vorlegt. Eine faire Bezahlung ist entscheidend, um den Beruf der Lehrkraft attraktiv zu halten und den Fachkräftemangel nachhaltig zu bekämpfen.
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