Bayern

Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium?

"Wir wollen keine rückwärtsgerichtete und wahltaktisch motivierte Debatte um eine Wiedereinführung des alten G9. Wir fordern, dass endlich und vor allem zügig das umgesetzt wird, was an sinnvollen Verbesserungen längst auf dem Tisch liegt: Gute Schulentwicklung, für die die notwendigen Mittel und Lehrerstunden zur Verfügung gestellt werden müssen", skizziert Susanne Arndt, LEV-Vorsitzende, die Ergebnisse der Landes-Ausschuss-Sitzung.

06.07.2012 Pressemeldung Landes-Eltern-Vereinigung der Gymnasien in Bayern

Die rund 40 Mitglieder des Führungsgremiums der Landes-Eltern-Vereinigung kamen am Wochenende aus ganz Bayern zusammen um eine gemeinsame Haltung zur derzeitigen politischen Diskussion um eine mögliche Wiedereinführung des G9 zu formulieren.

Die LEV sitzt seit Monaten mit am Runden Tisch im Kultusministerium, der die konkret benannten und erkannten Schwachstellen des G 8 verbessern will. Als Gründe warum eine Rückkehr zum G9 aus Sicht der LEV ein fauler Kompromiss für die bayerischen Gymnasiasten wäre, nennt Arndt unter anderem:

  1. Das jetzige G8 entspricht in vielerlei Hinsicht bereits einem modernen, zeitgemäßen, der heutigen Lebenswelt Rechnung tragenden Gymnasium, wie es sich Eltern für ihre Kinder wünschen. "Nehmen Sie nur die Wertung schriftlicher und mündlicher Leistungen in der Oberstufe im Verhältnis 1:1, sie entspricht der beruflichen Lebensrealität und den weltweiten Anforderungen. Das G9 dagegen ist ein altes System", so Arndt.
  2. Selbst die Befürworter des G9 sprechen nicht von einer flächendeckenden Wiedereinführung sondern von Parallelsystemen. Diese Debatte, die den Eltern und damit den Wählern vorgaukeln soll, es handele sich um ein Konzept der sinnvollen Entschleunigung dient in keiner Weise der Bildungsgerechtigkeit. Denn es geht in der ganzen Diskussion um wenige G9-Großstadtgymnasien und nur eine geringe Zahl an sehr großen Gymnasien in der Fläche, die einen G9-Zug anbieten würden. Nur wenige bayerische Gymnasiasten könnten dieses Angebot überhaupt nutzen.

Arndt hält die ganze Diskussion für absurd und wenig hilfreich zur Lösung der vorhandenen Probleme: "Während einerseits über notwendige länderübergreifende Standards und europäische Vergleichbarkeit diskutiert wird, müssen wir uns hier mit Debatten um zwei parallele Gymnasialformen herumschlagen. Handeln statt reden wäre für Eltern und Kinder hilfreicher."

Außerdem geht die LEV davon aus, dass die erforderlich Mittel für G9-Züge aus dem G8-Topf kämen. "Dagegen werden wir uns wehren," sagt Arndt. "Wir werden nicht zulassen, dass die notwendigen Verbesserungen am riesigen Neubau G8 , in dem die überwiegende Anzahl unserer bayerischen Gymnasiasten ihr Abitur machen soll, verhindert werden, nur weil eine Handvoll älterer Männer ihr längst verfallenes Gartenhäuschen G9 wieder bewohnbar machen will."

Die LEV vertritt rund eine halbe Million Mütter und Väter in Bayern. Mehr Informationen finden Sie unter www.lev-gym-bayern.de


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