Rund 111 000 Kinder erwarten ihren ersten Schultag

Voraussichtlich 111 000 Kinder feiern demnächst ihren ersten Schultag: Davon ca. 105 000 an einer Grundschule, 4 000 an einer Sonderschule und 2 000 an einer Freien Waldorfschule. Mit dem kommenden Schuljahr 2007/08 tritt die dritte und letzte Stufe einer umfangreichen Stichtagsflexibilisierung in Kraft. Bereits im Schuljahr 2005/06 war die Schulpflicht um einen Monat auf den 31. Juli 2005 ausgedehnt worden, im vergangenen Schuljahr 2006/07 dann nochmals um einen Monat auf den 31. August 2006. Im Jahr 2007 schließlich wird schulpflichtig, wer bis zum 30. September 2007 das sechste Lebensjahr vollendet hat (und nicht schon im Vorjahr "früh" eingeschult wurde). Wie das Statistische Landesamt nach Auswertung der Amtlichen Schulstatistik 2006/07 feststellt, wurden im September des vergangenen Jahres 107 842 Kinder eingeschult, 55 294 Jungen und 52 548 Mädchen.

04.09.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Dies waren fast 2 500 (2 Prozent) weniger als im Vorjahr. Diese Schulanfänger setzten sich zusammen aus 94 694 erstmals schulpflichtigen Kindern (bis zum 31. August 2006 sechs Jahre alt geworden), 6 326 "früh" eingeschulten Kindern (nach dem 31. August 2006 sechs Jahre alt geworden) und 6 822 "spät" eingeschulten Kindern, die im Vorjahr zurückgestellt worden waren. Dabei war jedes sechste zurückgestellte Kind im Vorjahr (Schuljahr 2005/06) zwar zunächst eingeschult worden, dann aber im Verlauf des ersten Halbjahres doch zurückgestellt worden, um im Herbst 2006 wieder in die unterste Kassenstufe aufgenommen zu werden.

Erstmals schulpflichtig waren im Schuljahr 2005/06 insgesamt 103 800 Kinder. Sie waren zwischen dem 01.08.2005 und dem 31.08.2006 sechs Jahre alt geworden und nicht schon im Vorjahr freiwillig früh eingeschult worden. Von diesen erstmals Schulpflichtigen wurden aber 9 106 Kinder (9 Prozent) vom Schulbesuch zurückgestellt. So hoch war die Rückstellungsquote seit 1994 nicht mehr. Bereits im Schuljar 2005/06 war mit der Erweiterung der Schulpflicht der Anteil der zurückgestellten Kinder auf 7 Prozent gestiegen. Offenbar herrschte bei den Eltern der Kinder, die im Juli/August des Einschulungsjahres sechs Jahre alt geworden waren, eine gewisse Unsicherheit, ob ihre Kinder bereits schulreif sind. Wie in früheren Jahren auch, wurden Jungen deutlich häufiger zurückgestellt als Mädchen.

Auch der Anteil der früh eingeschulten Kinder ist seit der Erweiterung der Schulpflicht rückläufig. Während er von 1994 an zehn Jahre lang kontinuierlich zugenommen hatte bis auf 12 Prozent im Jahr 2004, fiel dieser Anteil 2005 auf 9 Prozent und 2006 auf 6 Prozent. Damit war der viele Jahre anhaltende Trend zur Früh-Einschulung gebrochen. Andererseits ist der Anteil der Kinder, die spät eingeschult wurden, im Jahr 2006 auf 6 Prozent gestiegen. 2005 lag er noch bei 5 Prozent.

Mädchen wurden weiterhin häufiger früh und seltener spät eingeschult als Jungen. So wurden im Jahr 2006 von den Jungen 4,6 Prozent früh eingeschult, von den Mädchen 7,2 Prozent. Spät eingeschult dagegen wurden 8,1 Prozent der männlichen Schulanfänger, aber nur 4,5 Prozent der weiblichen.


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