Saarland bei der Vermittlung von Europakompetenzen führend
Anlässlich des EU-Projekttages am 22. Januar 2007 werden Mitglieder der Landesregierung, Abgeordnete des Europäischen Parlaments, des Bundestages und des saarländischen Landtages in weiterführenden Schulen im Land mit Schülerinnen und Schülern über die Europäische Union (EU) diskutieren. Auch aus dem Saarland stammende Bedienstete der EU-Kommission werden in Schulen gehen und über ihre Arbeit berichten. Das Programm des EU-Projekttages, der zeitgleich mit dem Deutsch-Französischen Tag stattfindet, wurde heute (16.01.07) von Kultusminister Jürgen Schreier vor der Landespressekonferenz vorgestellt. Dabei kündigte er an, im Rahmen des EU-COMENIUS-Programms ein weiteres Kontaktseminar für den Vor- und Grundschulbereich im Saarland noch in diesem Herbst zu organisieren.
16.01.2007 Saarland Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland„Ziel des Projekttages ist es, das Interesse der Schülerinnen und Schüler an europapolitischen Fragen zu stärken und das Verständnis für die Funktionsweise der EU zu verbessern. Dabei kommt der Schule eine Schlüsselrolle zu, weil sie neben dem Elternhaus der zentrale Lernort in diesem Vermittlungsprozess ist. Insbesondere Sprachkenntnisse erlauben interkulturelles Lernen. Im Saarland beginnt das interkulturelle Lernen schon im Kindergarten. In rund jedem 5. Kindergarten vermitteln französische Muttersprachlerinnen die französische Sprache und wichtige Elemente der Kultur unseres Nachbarlandes. Diese enge grenz- und kulturüberschreitende Zusammenarbeit erstreckt sich über die Schule und den Hochschulbereich bis hin zur Kultur. Insofern ist das Saarland bei der Vermittlung von Europakompetenz führend“, so Kultusminister Jürgen Schreier.
COMENIUS-Projekte
Einen besonderen Schwerpunkt des EU-Projekttages bildet der Besuch von Mitgliedern der Landesregierung in saarländischen COMENIUS-Schulen. COMENIUS ist eine Aktion für Schulen und Vorschuleinrichtungen im Rahmen des EU-Bildungsprogramms „Lebenslanges Lernen“ (LLP) zur Förderung der transnationalen Zusammenarbeit im Bildungsbereich. Schon seit 2003 fördert das saarländische Kultusministerium gezielt COMENIUS-Partnerschaften von Kindergärten und Grundschulen aus allen Teilen der Großregion SaarLorLux-Trier-Westpfalz-Wallonien mit Kindergärten und Schulen aus weiteren Ländern Europas. Aus einem solchen Kontaktseminar 2003 gingen 8 COMENIUS-Projekte hervor.
Im Herbst 2007 wird das MBKW gemeinsam mit den zuständigen Stellen in Lothringen, Luxemburg, Rheinland-Pfalz und Wallonien ein weiteres COMENIUS-Kontaktseminar für den Vor- und Grundschulbereich organisieren. Teilnehmen können Grundschulen und Vorschuleinrichtungen aus allen Teilen der Großregion und weiteren Ländern, z.B. Rumänien und Polen, die traditionell besonders an Partnerschaften mit saarländischen Schulen interessiert sind.
Saarländische Schulen beteiligen sich überproportional erfolgreich an COMENIUS, so dass in diesem Schuljahr insgesamt 112.000 Euro an EU-Fördermitteln für die derzeit 18 Projekte mit saarländischer Beteiligung zur Verfügung stehen. Insgesamt sind 700 Schülerinnen und Schüler in den COMENIUS-Projekten des Landes aktiv, hinzu kommen die teilnehmenden Kinder in den COMENIUS-Kindertagesstätten. Im Rahmen eines COMENIUS-Schulprojekts arbeiten Schüler und Lehrer mit Partnern aus mindestens zwei weiteren europäischen Ländern an einem gemeinsam gewählten Thema mit europäischem Bezug zusammen.
Jürgen Schreier: „Besonders bemerkenswert ist der im Vergleich mit den anderen Bundesländern sehr hohe Anteil saarländischer Kindertagesstätten, die sich am COMENIUS-Programm beteiligen (4 im Saarland, insgesamt 16 in Deutschland). Die saarländischen mehrsprachigen Kindergärten und Kindertagesstätten verfügen über besonders gute Voraussetzungen für die Teilnahme an europäischen Kooperationsprogrammen. Die gemeinsamen Projekte saarländischer Kindertagesstätten mit Partnereinrichtungen in Frankreich (Lothringen), Luxemburg, Belgien (französischsprachige Gemeinschaft), Italien, Rumänien, Spanien und Zypern ergänzen die zweisprachige Erziehung wirkungsvoll und bieten die Möglichkeit, dass schon Kinder im Vorschulalter kulturelle und sprachliche Vielfalt im Austausch erfahren.“
Deutsch-Französischer Tag
Eine Verknüpfung des EU-Projekttages mit dem Deutsch-Französischen Tag - ebenfalls am 22. Januar 2007 - lag nahe, weil die deutsch-französische Freundschaft als Schrittmacher der europäischen Einigung gilt. In der gemeinsamen deutsch-französischen Erklärung zum 40. Jubiläum des Elysée-Vertrages im Jahre 2003 wurde der 22. Januar zum Deutsch-Französischen Tag ausgerufen. Viele saarländische Schulen nutzen den Tag seitdem, um für das Erlernen der französischen Sprache zu werben und gelungene Beispiel deutsch-französischer Zusammenarbeit vorzustellen.
Die lothringische Unterrichtsverwaltung und das saarländische Kultusministerium haben im vergangenen Jahr in Kooperation mit dem Goethe-Institut Nancy lothringische und saarländische Schulen zu einem digitalen Kurzfilm-Wettbewerb mit dem Thema „A grande vitesse chez les voisins – Immer schneller zu den Nachbarn“ eingeladen. 23 Schulen haben sich beteiligt und die Auswirkungen der Informations- und Transportrevolution (Internet, Mobiltelefon, Hochgeschwindigkeitszug TGV etc.) auf die Kommunikationsmöglichkeiten von Schülerinnen und Schülern in Deutschland und Frankreich filmisch verarbeitet. Die besten 15 Filme werden am Freitag, 19. Januar 2007, in der Illipse in Illingen im Rahmen einer zentralen saarländisch-lothringischen Veranstaltung zum Deutsch-Französischen Tag 2007 vorgestellt und prämiert.
Dieser Wettbewerb ist eingebettet in den gleichnamigen Kurzfilm-Wettbewerb, den das Goethe-Institut Nancy in Kooperation mit den Bildungsbehörden in Baden-Württemberg, dem Elsass, in Lothringen, im Saarland, in Luxemburg und der Académie Reims veranstaltete. Die von einer überregionalen zwölfköpfigen Jury ausgewählten drei Siegerfilme stammen aus dem Saarland und werden im Rahmen einer zentralen Veranstaltung des Goethe-Instituts am 22. Januar 2007 in Nancy prämiert.
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