Schavan: "Schule braucht eine neue Kultur der Anstrengung"

Kultusministerin Dr. Annette Schavan hat am Freitag (9. September) in Ludwigsburg 140 neue Lehrerinnen und Lehrer im Schuldienst willkommen geheißen. Anlässlich der Vereidigung der jungen Pädagogen sagte Schavan: "Schule braucht eine neue Kultur der Anstrengung, in der Leistung und Leistungsbereitschaft nicht schlecht geredet werden. Junge Menschen müssen wieder erfahren, dass sich Anstrengung lohnt, dass Leistung Spaß macht."

09.09.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Das pädagogische Leitbild des Lehrerberufs habe sich in den zurückliegenden Jahren grundlegend geändert. "Lehrerinnen und Lehrer sind heute Lernberater. Sie gehen auf die Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler ein, wecken Lernfreude und fördern gezielt die individuellen Stärken der Kinder und Jugendlichen." Gerade junge Pädagogen seien die Wegbereiter einer aktiven Lern- und Unterrichtskultur, die Wert auf Selbstständigkeit und Motivation zum lebenslangen Lernen lege. Die jungen Lehrkräfte würden den Schuldienst in einer Zeit tief greifender Bildungsreformen antreten. Die Bildungsplanreform 2004 bedeute einen Paradigmenwechsel hin zu mehr Selbstständigkeit und Verantwortung vor Ort.

"Schule muss von unten wachsen und darf nicht von oben dirigiert werden", betonte die Kultusministerin. Fächerverbünde, Kontingentstundentafel und Schulcurriculum erforderten innerhalb der Kollegien neue Verständigungs- und Abstimmungsprozesse. Mehr als bisher würden Teamarbeit und der Austausch über Unterrichtskonzepte oder pädagogische Prinzipien erwartet.

Die neuen Lehrkräfte gingen gut vorbereitet in den Schuldienst. In der Ausbildung seien die jungen Pädagogen mit den Elementen der Bildungsplanreform vertraut gemacht worden. Offene Unterrichtsformen, projektorientierte Lehr- und Lernmodelle, der Umgang mit neuen informationstechnischen Medien und die Öffnung der Schule nach außen sind nach den Worten der Kultusministerin "nicht modische Versatzstücke pädagogischer Rhetorik, sondern zunehmend Alltag an unseren Schulen". Schavan weiter: "Mein Wunsch ist, dass Sie Ihre Erfahrungen und Kenntnisse, aber auch Ihre neuen Ideen und Vorstellungen in unsere Schulen einbringen." Auch nach dem Referendariat würden die Junglehrer in ihrer Arbeit unterstützt. Das Landesinstitut für Schulentwicklung und die Landesakademie für Fortbildung und Personalenwicklung stellten Materialien und Instrumente bereit, die bei der Umsetzung der neuen Lehr- und Lernkonzepte helfen. Auch Fach- und Evaluationsberater sowie Prozessbegleiter stehen den Pädagogen zur Verfügung.

Neben der fachlichen Kompetenz, die die jungen Pädagogen während ihrer Ausbildung erworben hätten, stünden im Zentrum der Schule die Begegnung von Generationen, die Neugierde von Kindern und Jugendlichen und ihre Suche nach Vorbildern. Es sei deshalb ein besonderes Gefühl, zum ersten Mal in voller Verantwortung den Unterricht einer Klasse zu gestalten. "Die Arbeit mit Kindern wird nie langweilig, steckt immer voller Überraschungen und gehört bei allen Herausforderungen zum Schönsten, was unsere Gesellschaft an Aufgaben zu bieten hat", sagte Schavan.


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