Abitur

Scheindemokratie am Runden Tisch

In der Frage zur Zukunft des Turbo-Abiturs befürchtet lehrer nrw einen Wahlkampf auf Kosten von Lehrern, Eltern und Schülern.

25.10.2016 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung lehrer nrw
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Bevor das Gymnasial-Abitur im Wahlkampf zerrieben wird, darf heute nochmal der Runde Tisch zusammentreten, damit Schulministerin Sylvia Löhrmann den Anschein einer basisdemokratischen Veranstaltung wahren kann. Substantielle Ergebnisse sind nicht zu erwarten. Wie auch, wenn die Ministerin selbst mit ihrem Vorschlag für eine flexible Schulzeit vorprescht und den Runden Tisch damit zur Farce macht? Dass die CDU ihre Teilnahme bereits abgesagt hat, spricht Bände.

„In Zeiten, da Schulen und Lehrkräfte angesichts der Mega-Baustellen Inklusion, Integration und Umbau der Schulstruktur ohnehin völlig überlastet sind, trägt die Debatte um das Turbo-Abitur erneut massive Unruhe ins System“, kritisiert Brigitte Balbach, Vorsitzende von lehrer nrw. „Die Schulen brauchen mehr denn je Verlässlichkeit und verbindliche Absprachen. Gerade dies ist aber weit und breit nicht in Sicht.“ Gemeinsam haben die bisher vorliegenden Vorschläge aus der Parteienlandschaft nämlich nur Unverbindliches. Tenor: Entweder wählen die Schüler oder die Schulen, ob sie den langen oder den kurzen Weg zum Abitur einschlagen. Das ist eine Schulpolitik der Beliebigkeit, die Unsicherheit, Unruhe und Chaos produziert.

Es dürfte illusorisch sein, dass der Runde Tisch den aufflammenden Streit um das Turbo-Abi eindämmen kann. Zu befürchten ist, dass in den nächsten Monaten Wahlkampf auf dem Rücken von Lehrern, Schülern und Eltern gemacht wird.

Ansprechpartner

lehrer nrw

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