G8/G9

DPhV weist Einmischung der Bundesbildungsministerin in die Schulpolitik zurück

Als völlig verfehlt, in der Sache falsch und überdies politisch unklug hat der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, den Appell von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka an die Bundesländer bezeichnet, unbedingt an G8 festzuhalten.

29.09.2016 Bundesweit Pressemeldung Deutscher Philologenverband (DPhV)
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„Es ist schon bemerkenswert, dass eine Ministerin auf einem Feld, für das sie nicht im mindesten zuständig ist, nämlich in der Schulpolitik, sich anmaßt, den Bundesländern Ratschläge zu erteilen“, so der Verbandsvorsitzende heute in Berlin.

Dass sie überdies in diesem Themenfeld wenig kompetent ist, zeige ihre Begründung für diesen Vorstoß, fügte Meidinger an. Als Argument für die Qualität von G8 die PISA-Erfolge des G8-Landes Sachsen anzuführen, gehe völlig an der Sache vorbei.

Der Verbandschef wörtlich: „PISA misst die Leistungen von 15-jährigen Schülerinnen und Schülern. Es erlaubt keinerlei Aussage über die Abiturleistungen nach acht oder neun Jahren. Durch die höhere Anzahl von Schulstunden, die G8-Schüler in der Mittelstufe haben, besitzen diese sogar einen Wettbewerbsvorteil bei PISA-Studien, der sich bei einer Messung beim Abitur wegen der dann insgesamt niedrigeren Stundenzahl in einen Nachteil verwandeln würde.“

Der DPhV-Vorsitzende verwies darauf, dass die Bundesländer, die derzeit entweder wieder zurück zu einer neunjährigen Schulzeit gehen oder eine Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 ermöglichen wollen, nicht nur gute inhaltliche Gründe dafür haben, sondern sich auch einig wissen mit dem Willen einer übergroßen Bevölkerungsmehrheit.


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