Baden-Württemberg

Schick: Grundschulempfehlung darf nicht vom Himmel fallen

Kultusministerin Marion Schick warnt vor einer Abschaffung der Grundschulempfehlung, wie sie von der GEW-Landesvorsitzenden Doro Moritz gefordert wird.

17.01.2011 Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

"Wer an der Grundschulempfehlung und somit an der Kompetenz unserer Lehrerinnen und Lehrer im Land zweifelt, sowie auf deren erfahrenes Urteilvermögen verzichten will, zementiert den Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungserfolg", sagte Kultusministerin Schick. Dies zeigen aktuelle Ergebnisse einer Studie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, wonach der Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungserfolg in den Ländern mit freiem Elternwahlrecht enger ist, als in denjenigen mit verbindlicher Grundschulempfehlung.

"Die GEW weist zu Recht darauf hin, dass Kinder Zeit brauchen, um sich individuell zu entwickeln. Deshalb haben wir in Baden-Württemberg differenzierte Bildungsangebote für unsere Kinder und Jugendlichen, die ihren Stärken und Schwächen entsprechen und unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten zulassen. Das Gymnasium ist keine Garantie für ein glückliches und erfolgreiches Leben. Unseren Kindern stehen auch ohne Gymnasialempfehlung alle Türen offen. Insbesondere der Weg über die Realschule und den mittleren Bildungsabschluss zum Abitur leistet hierbei einen ganz wichtigen Beitrag", betonte Ministerin Schick. In Baden-Württemberg wird die Hälfte aller Hochschulzugänge nicht am allgemein bildenden Gymnasium erworben.

Wie bereits angekündigt wird in diesem Schuljahr ein erweitertes Beratungskonzept für Eltern an Grundschulen erprobt, bei dem die Eltern von Anfang an ab Klasse eins kontinuierlich begleitet werden. "Die Grundschulempfehlung darf in Klasse vier nicht vom Himmel fallen. Eltern und Lehrkräfte müssen in einem kontinuierlichen Austausch stehen. Mehr Information, Dialog und Beratung den Druck von den Kindern und den Eltern nehmen", sagte Ministerin Marion Schick.


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