Schüler/innen mit Behinderungen – die gemeinsame Erziehung muss weiter gehen!

Vor 16 Jahren ist das Elternwahlrecht auf integrative Beschulung ins Schulgesetz aufgenommen worden; das neue Schulgesetz hat den Vorrang der gemeinsamen Erziehung von behinderten und nichtbehinderten Kindern bekräftigt. Aber für viele Eltern behinderter Kinder, die auf der Suche nach einem integrativen Oberschulplatz sind, tun sich derzeit massive Probleme auf.

03.03.2006 Berlin Pressemeldung GEW Berlin

Die Vorsitzende der GEW BERLIN, Rose-Marie Seggelke: "Die gemeinsame Erziehung behinderter und nichtbehinderter Kinder ist in Berlin an vielen Schulen Realität. Die Praxis zeigt, wie beide Seiten davon profitieren. Dennoch bleibt viel zu tun."

Auf der Informationsveranstaltung "Wie geht´s weiter nach der Grundschule für SchülerInnen mit Behinderungen?", die die GEW BERLIN zusammen mit mehreren Initiativen im Februar mit LehrerInnen, Eltern und SchülerInnen durchgeführt hat, haben die rund 30 anwesenden Eltern, deren Kinder dieses oder nächstes Jahr vor dem Schulwechsel stehen, von ihren Problemen auf der Suche nach einem solchen Schulplatz berichtet.

Es wurde anerkannt, dass die Senatsschulverwaltung sich sehr bemüht, für die SchülerInnen mit geistiger oder schwerer Mehrfachbehinderung einen integrativen Schulplatz an einer der 8 Schwerpunktschulen zu finden. Die Reduzierung auf diese Schwerpunktschulen hat aber zur Folge, dass auf die gewachsenen Bindungen in den Grundschulklassen und die Wohnortnähe keine Rücksicht genommen werden.

Für die anderen SchülerInnen mit Integrationsstatus wird in einigen Bezirken von der Schulaufsicht und den Förderzentren nach Oberschulplätzen gesucht. Da dies zeitlich ge¬trennt von der Oberschulwahl der andern Eltern einer Klasse geschieht, spielen auch hier die gewachsenen Bindungen keine Rolle. Von einer Fortsetzung der gemeinsamen Erziehung kann keine Rede sein. In den meisten Bezirken gibt es nicht einmal diese Unterstützung. Selbst Eltern von Kindern mit Sinnes- oder Körperbehinderungen, die eine Oberschulempfehlung bekommen, werden von Schule zu Schule "weitergereicht", weil Schulen sich die gemeinsame Erziehung nicht zutrauen.

Rose-Marie Seggelke: "All diese Probleme gäbe es nicht, hätten wir, wie es uns die skandinavischen Länder erfolgreich vormachen, EINE SCHULE FÜR ALLE. Bis es in Berlin so weit ist, ermutigen wir alle Oberschulen, sich dem Gedanken der gemeinsamen Erziehung von behinderten und nichtbehinderten Kindern zu öffnen und von den positiven Erfahrungen der anderen Schulen zu lernen."

Ansprechpartner

GEW Berlin

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