didacta-Podcast

Schulabsentismus: „Wir können nur gut intervenieren, wenn wir diagnostizieren“

Wenn junge Menschen regelmäßig in der Schule fehlen, ist das problematisch. Hat ein Kind Schulangst? Pflegt eine Jugendliche ihren Vater? Oder boykottieren die Eltern das Schulsystem? Die Ursachen für Schulabsentismus sind vielfältig. Was Lehrkräfte, Eltern und Schulen tun können, sagt Heinrich Ricking in der 50. Folge des didacta-Bildungspodcast.

20.07.2026 Bundesweit Artikel Anna Petersen
  • Bild von Heinrich Ricking mit dem didacta-Podcast-Logo. © Universität Leipzig Prof. Heinrich Ricking von der Universität Leipzig forscht seit vielen Jahren über Schulabsentismus.

Gemeinsam mit Moderatorin Anna Petersen spricht der Erziehungswissenschaftler über ein Problem des deutschen Schulsystems, das viele Jahre kaum untersucht wurde.

Heinrich Ricking ist Professor für emotionale und soziale Entwicklung unter besonderer Berücksichtigung sonderpädagogischer Förderung und inklusiver Kontexte. Seine Forschung zielt darauf ab, die Qualität formeller Bildung für Kinder und Jugendliche in Risikolagen zu verbessern und die schulische Partizipation zu fördern.

Das Gespräch führte Anna Petersen am 19. Juni.

Anna Petersen: Herr Prof. Ricking, haben Sie früher manchmal den Unterricht geschwänzt – und wissen Sie noch, warum?

Hier können Sie die aktuelle Folge des didacta-Podcasts anhören:

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Heinrich Ricking: Ich kann mich eigentlich nur an eine Situation erinnern, in der ich vielleicht in der 8. oder 9. Klasse mit einem Freund in die benachbarte Großstadt gefahren bin, um mal ein bisschen was anderes zu sehen, und ich glaube doch relativ stark dadurch motiviert wurde, dass wir das zu zweit machen konnten. Ansonsten hatte ich eigentlich wenige Fehlzeiten und bin eigentlich auch ganz gerne zur Schule gegangen.

Und ist das gleich aufgefallen, dass sie sich einen Tag mal frei genommen haben?

Wenn ich mich recht entsinne, ist es nicht aufgefallen und das ist auch ein kleiner problematischer Hinweis darauf, dass manchmal in den Schulen nicht ausreichend genau identifiziert wird, wer denn fehlt und wer nicht fehlt. Und das auch nicht stets eine Rückmeldung erfolgt. Und das ist durchaus eine wichtige Grundbedingung überhaupt erstmal, dass wir ein erfolgreiches Management von Absentismus und auch Anwesenheit letztlich in den Schulen realisieren können.

Darüber würde ich gerne gleich noch mal mit Ihnen sprechen, worauf Lehrkräfte da achten können und wie man ein gutes Monitoring einführt. Vielleicht anfänglich einmal zu Schulabsentismus: Wir sprechen da ja – pädagogisch gesehen – eher über problematische Fehlzeiten. Ich glaube, jeder Schüler, jede Schülerin hat vielleicht mal geschwänzt. Aber sprechen wir einmal über diese eher problematischen Formen. Welche Formen von Schulabsentismus unterscheiden wir denn da?

Hinsichtlich der Formen unterscheiden wir vor allen Dingen Fehlzeiten, die durch letztlich emotionale Beeinträchtigungen herbeigeführt worden sind. Das wäre vielleicht so die ganz grobe Kategorie. Im Praktischen spricht man da häufig von angstbedingter Vermeidung, weil Angst das wesentliche Kriterium ist in diesem Bereich des Meidungsverhaltens. […]

Das komplette Gespräch finden Sie auf Spotify, Apple, Podcast.de und Deezer.



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