didacta-Podcast

Mentale Gesundheit: „Reicht es nicht, wenn wir sagen: Uns geht es schlecht?“

Schulischer Druck, Zukunftsängste, Einsamkeit: Die Bundesschülerkonferenz (BSK) schlägt Alarm und spricht von einer „Krise der mentalen Gesundheit unter jungen Menschen“. Warum geht es vielen Schüler:innen schlecht? Und was muss sich ändern? Antworten gibt der stellvertretende Generalsekretär der BSK im didacta-Bildungspodcast.

16.03.2026 Bundesweit Artikel Anna Petersen
  • © Christoph Timmermann Erik Sczygiol ist stellvertretender Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz.

Im Gespräch mit Redakteurin Anna Petersen redet der 17-jährige Erik Sczygiol über seine Erwartungen an die Bildungspolitik, die Perspektive seiner Generation und den gesellschaftlichen Umgang mit psychischen Problemen.

Das Gespräch führte Anna Petersen am 24. Februar.

Anna Petersen: Seit letztem Jahr macht ihr als Bundesschülerkonferenz auf die mentalen Belastungen junger Menschen aufmerksam. Das ist ein ziemlich emotionales Thema, das habe ich auch in meiner Recherche gemerkt, muss ich sagen. Gab es in letzter Zeit eine Rückmeldung, die dich besonders bewegt hat?

Erik Sczygiol: Konkret auf die Kampagne gab es tatsächlich einige Rückmeldungen von Leuten, die uns geschrieben haben, dass sie sich durch die Kampagne mehr gesehen fühlen. Psychische Gesundheit ist ein Thema, das gesellschaftlich immer mehr akzeptiert wird – auch darüber zu sprechen. Aber wir sind noch lange nicht an dem Punkt, wo wirklich in der breiten Gesellschaft so offen darüber gesprochen wird, wie das eigentlich gemacht werden sollte. Und deswegen haben sich gerade viele junge Menschen, viele Schülerinnen sehr gefreut, dass wir dieses Thema aufgreifen und darauf aufmerksam machen – damit es sichtbarer wird und damit sie auch sichtbarer werden.

Hier können Sie die aktuelle Folge des didacta-Podcasts anhören:

Anna Petersen: Merkt ihr, dass es auch mehr Anklang findet als vielleicht andere Themen und Kampagnen, die ihr zuvor gemacht habt?

Erik Sczygiol: Wir merken auf jeden Fall, dass das ein Thema ist, bei dem es sehr viel Redebedarf gibt. Wir haben einfach noch lange nicht in der Gesellschaft den Punkt erreicht, an dem wir so offen drüber reden können. Und entsprechend wurde es auch von vielen Institutionen, auch aus der Politik, sehr begrüßt, dass wir dieses Thema einmal aufmachen, weil das sonst eigentlich recht wenig aufgemacht wird, weil es, gerade wenn wir über den Bereich Schule reden, immer sehr viele verschiedene Fragen gibt, aber psychische Gesundheit eben nicht immer so das Kernthema ist, wie es das sein sollte.

Anna Petersen: Ihr habt eine bundesweite Mental Health Kampagne entwickelt unter dem Titel „Uns geht's gut?“ – also mit einem klaren Fragezeichen am Ende. Die Kampagne beinhaltet ganz viel, zum Beispiel auch einen Bildungskongress, der gerade stattgefunden hat, die Einbindung von Schulen, auch Material für Schulen, Podiumsdiskussionen und einiges mehr. Wie kam es denn zu der Entscheidung für dieses Thema und auch für diese Kampagne?

Erik Sczygiol: Wir als Bundesschülerkonferenz haben uns überlegt: Was sind momentan im Bereich Schule die zentralen Themen, die wir unbedingt adressieren müssen? Und früher oder später stolpert man da ziemlich schnell über das Thema mentale Gesundheit. Wir sehen, dass es eine steigende Anzahl an jungen Menschen gibt, die psychisch stark belastet sind, die teilweise auch tatsächlich pathologisch, psychisch erkrankt sind. Und entsprechend war das ein Thema, bei dem wir gesagt haben: Da müssen wir zwingend darauf aufmerksam machen, weil das momentan einfach niemand so krass auf dem Schirm hat und weil momentan auch nicht der Ausblick besteht, dass sich da groß was ändert. […]

Das komplette Gespräch finden Sie auf Spotify, AppleDeezer und Podcast.de.



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