Schleswig-Holstein

Schulartverordnungen gehen in die Anhörung

Heute (24. März) beginnen die Anhörungen zu den schulrechtlichen Verordnungen, die das Ministerium für Bildung und Wissenschaft in der Folge der Schulgesetz änderungen überarbeitet hat. Bis zum 16. Mai haben somit Eltern, Schülerinnen und Schüler, Verbände und andere an Schule Beteiligte Gelegenheit, ihre Stellungnahmen, Kritik und Änderungswünsche anzubringen. Im Ministerium werden diese Stellungnahmen anschließend ausgewertet und sie fließen in die endgültige Entscheidungsfindung ein. Für die einzelnen Schularten und allgemeinen Verordnungen gehen folgende Punkte in die Anhörungen:

24.03.2014 Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Grundschule

Grundsätzlich werden keine Noten in den Jahrgängen 1 bis 4 gegeben; allerdings kann die Schulkonferenz beschließen, ab dem 3. Jahrgang zugunsten von Notenzeugnissen von diesem Grundsatz abzuweichen. Am Ende des ersten Halbjahres des 4. Jahrgangs erhält jedes Kind einen kompetenz-orientierten Entwicklungsbericht; dieser kann Bestandteil des Zeugnisses sein oder als eigenes Papier ausgegeben werden.

Die Schulartempfehlung entfällt. Zu Beginn des 2. Halbjahres in der 4. Jahrgangsstufe ist ein individuelles Elterngespräch obligatorisch; Grundlage für dieses Gespräch ist der Entwicklungsbericht. Die Eltern melden ihr Kind unter anderem unter Vorlage des Entwicklungsberichtes bei der gewählten weiterführenden Schule an; die bisherige Beschränkung des Zugangs zum Gymnasium entfällt für Kinder, die früher eine Hauptschulempfehlung erhalten haben.

Gemeinschaftsschule

Der Unterricht findet in binnendifferenzierender Form statt, es gibt keine abschlussbezogenen Klassen mehr (vor dem Schuljahr 2014/15 zulässig gebildete abschlussbezogene Klassen haben Bestandsschutz).

In den Jahrgängen 5 bis 7 gibt es grundsätzlich Berichts-, also keine Notenzeugnisse, die Schulkonferenz kann aber Notenzeugnisse beschließen; ab dem 8. Jahrgang gibt es für alle Schülerinnen und Schüler Notenzeugnisse.

Die Schülerinnen und Schüler steigen in die Jahrgangsstufen 6 bis 8 ohne Versetzungsbeschluss auf. Die Möglichkeit, den Aufstieg mit einem Vorbehalt zu versehen, entfällt. Das Aufsteigen in Jahrgang 10 erfolgt durch Versetzungsbeschluss am Ende von Jahrgang 9.

Mindestvoraussetzung für die Versetzung in die Jahrgangsstufe 10 sind im Ersten allgemeinbildenden Schulabschluss (ESA) Leistungen durchgängig mit der Note 3 und höchstens einer 4 oder im Ganzjahreszeugnis der Jahrgangsstufe 9 auf der Anforderungsebene zum Erwerb des Mittleren Schulabschlusses (MSA) Leistungen durchgängig mit der Note 4 und höchstens einer 5.

Mindestvoraussetzung für die Versetzung in die Jahrgangsstufe 11 (Oberstufe) sind im Mittleren Schulabschluss Leistungen durchgängig mit der Note 3 und höchstens einer 4 oder im Ganzjahreszeugnis der Jahrgangsstufe 10 auf der Anforderungsebene zum Erwerb des Abiturs Leistungen durchgängig mit der Note 4 und höchstens eine 5.

Wenn in der Jahrgangsstufe 9 zum Halbjahr die Versetzung gefährdet erscheint, kann die Schülerin/der Schüler zur Teilnahme an der ESA-Prüfung verpflichtet werden, um in jedem Fall einen Schulabschluss erreichen zu können (es gibt eine Übergangsfrist für die verpflichtende Prüfungsteilnahme von einem Jahr, weil Schülerinnen und Schüler sich früh auf diese Prüfung einstellen können müssen).

Die Bestimmungen über die Abschlussprüfung (bisher nur in der Regionalschulverordnung) werden in die Gemeinschaftsschulverordnung integriert.

Regionalschule (auslaufend):

In dieser Verordnung sind überwiegend redaktionelle Veränderungen vorgesehen; so werden die Schulabschlüsse neu benannt und heißen in Zukunft ,Erster allgemeinbildender Schulabschluss' (ESA; vorher ,Hauptschulabschluss') und ,Mittlerer Schulabschluss' (MSA, vorher ,Realschulabschluss').

Die Voraussetzungen für die Versetzung in die Jahrgangsstufe 10 werden den Regelungen in der Gemeinschaftsschule entsprechend angepasst.

Gymnasium

Schrägversetzungen am Ende des 6. Jahrgangs sind nur noch dann möglich, wenn die Leistungen am Ende der Orientierungsstufe trotz einer individuellen Förderung durch die Schule den Anforderungen des Gymnasiums (in nicht mehr als einem Fach schlechter als ausreichend) nicht genügen.

Für die Versetzung in die Oberstufe sind Leistungen von durchgängig der Note 4 und höchstens einer 5 Voraussetzung. Der Anspruch auf Zugang zu einer Oberstufe eines bestimmten Gymnasiums oder einer bestimmten Gemeinschaftsschule mit Oberstufe oder eines Beruflichen Gymnasiums für Schülerinnen und Schüler einer kooperierenden Gemeinschaftsschule ohne Oberstufe wird gesichert.

Schülerinnen und Schüler des 9. Jahrgangs an G8-Gymnasien, die auch im zweiten Durchlauf der Jahrgangsstufe keinen Erfolg haben, können auf Antrag der Eltern an einer Gemeinschaftsschulen den Mittleren Schulabschluss durch Prüfung erwerben; dabei werden ihre Vorleistungen am Gymnasium nach Umrechnung (Übertragungs-Skala) angerechnet.

Oberstufe

Schülerinnen und Schülern, deren oder dessen Herkunftssprache nicht Deutsch ist, können beantragen, die in der Oberstufe bestehende Unterrichtsverpflichtung für eine weitere Fremdsprache durch eine Anerkennungsprüfung in der Herkunftssprache zu ersetzen; eine für diese Schülerinnen und Schüler bestehende unbillige Härte wird dadurch entschärft.

Zeugnisverordnung

Vermerke über das Sozialverhalten entfallen in allen Zeugnissen von Schülerinnen und Schülern, bei denen aufgrund eines sonderpädagogischen Förderbedarfes ein angemessenes Sozialverhalten nicht erwartet werden kann.

Mindestgrößenverordnung

Mindestgröße für Gemeinschaftsschulen sind 240 Schülerinnen und Schüler sowie, jeweils in der Sekundarstufe I, an G8-Gymnasien 250 und an G9-Gymnasien 300; für Grundschulen gilt die Mindestgröße 80 Schülerinnen und Schüler. Grundschulen können dann auch weniger Schülerinnen und Schüler haben, wenn sie Modellschulen sind. Im Einzugsbereich von Förderzentren müssen mindestens 1.000 Grundschülerinnen und Grundschüler vorhanden sein.


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