Mecklenburg-Vorpommern

Schule neu denken – GEW prüft Inklusionsbericht

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Mecklenburg-Vorpommern nimmt anerkennend den vorgelegten Bericht der Inklusionskommission zur Kenntnis, der innerhalb des vergangenen Jahres unter Beteiligung vieler gesellschaftlicher Gruppen erstellt wurde. Der Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur - Mathias Brodkorb - ist mit der Einberufung der Expertenkommission sowie ihrer Begleitgremien einen längst überfälligen Schritt gegangen. Erstmals liegt der vollständige Bericht nun auch der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) M-V vor. "Wir werden die Ergebnisse und deren Schlussfolgerung in der nächsten Zeit intensiv prüfen", betont Annett Lindner, die Landesvorsitzende der Gewerkschaft. Ein wenig wundere man sich jedoch schon, dass die vollständigen Ergebnisse nicht zunächst allen am Prozess Beteiligten zugänglich gemacht wurden.

22.01.2013 Pressemeldung GEW Mecklenburg-Vorpommern

Gleichzeitig betont die Gewerkschafterin eine grundlegend andere Haltung der Bildungsgewerkschaft zur Kernaussage des Berichtes: "Anders als die Kommission, die den Begriff Inklusion in einem weiten Sinne und damit synonym zur Integration verwendet (vgl. S. 30/31 des Berichtes) versteht sich die GEW bundesweit als Verfechter des engen Inklusionsbegriffes. Wir gehen davon aus, dass mit der Einführung der Inklusion auch ein Wandel des deutschen Schulsystems einhergehen muss. Inklusion und gegliedertes Schulsystem vertragen einander nicht. Wir fordern daher eine Schule für alle!". Grundlage für diese gewerkschaftliche Forderung bildet die Annahme, dass sich die Anforderungen an Schule durch die massiven Veränderungen der Arbeitswelt ebenfalls stark gewandelt haben. Damit einher geht die Forderung nach neuen, individuellen Bewertungssystemen in Schulen und weiterführenden Bildungswegen. Positiv sei aus Sicht der GEW die Erkenntnis des Berichtes, dass die Umsetzung einer inklusiven Beschulung unserer Kinder unbedingt auch mit der Anpassung der Lehrerausbildung einhergehen muss. Auch wenn diese, um im laufenden Prozess wirksam sein zu können, bereits vor Jahren hätte beginnen müssen. Ein weiteres wichtiges Thema ist die, den steigenden Aufgaben entsprechende, bessere Ausstattung der Schulen. "Hier können wir derzeit die Berechnungen des Berichtes nicht nachvollziehen und halten die Stundenzuweisung für zu niedrig. Die Annahme der Faktoren erfolgt fiktiv und nicht anhand tatsächlich vorhandener Zahlen", weist Annett Lindner auf einen der wichtigsten Aspekte in der praktischen Umsetzung hin. Die tiefer gehende Prüfung des Berichtes nimmt nun einige Zeit in Anspruch. Die GEW M-V prüft in ihren Gremien die Wirkung der vorgeschlagenen Maßnahmen in allen Bereichen der Bildungsarbeit.


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