Schleswig-Holstein

Schulgesetzänderung: Retro-Look in der Bildungspolitik vor dem Ende

Einen "Zwischenschritt auf dem Weg zu einer besseren Schule" stellt die geplante Schulgesetzänderung für die Bildungsgewerkschaft GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) dar. Vorangegangene Schulgesetzänderungen würden dadurch entschärft, Fehlentwicklungen eingedämmt. Schulen erhielten wieder die Möglichkeit zur pädagogischen Weiterentwicklung.

05.12.2012 Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

"Die Übergangslösung im Schulgesetz erhöht die Chancen der Gemeinschaftsschulen auf die Bildung von Oberstufen. Außerdem schiebt sie der pädagogisch fragwürdigen Schaffung von abschlussbezogenen Klassen an Gemeinschaftsschulen einen Riegel vor", sagte der GEW-Landesvorsitzende Matthias Heidn am Mittwoch, den 5.12.2012 in Kiel. Auf Zustimmung stößt bei ihm auch das Moratorium für die Gymnasien in der Frage G8 – G9. Die GEW plädiere hier für das Abitur nach 8 Jahren am Gymnasium und nach 9 Jahren über den Weg an Gemeinschaftsschulen.

Für die zukünftigen Bildungschancen vieler Kinder und Jugendlicher sei es ein großer Gewinn, dass die Gemeinschaftsschulen in Zukunft leichter eine Oberstufe einrichten könnten, so der GEW-Landesvorsitzende. "Das gültige Schulgesetz wirkt hier bisher wie eine Entwicklungsbremse. Es schließt nämlich neue Oberstufen an Gemeinschaftsschulen nahezu aus, weil es deren Einrichtung von den Schülerzahlen anderer Oberstufen abhängig macht."

Matthias Heidn verwies auf die große Eile in dieser Frage. "Die ersten sieben "Pionierschulen" befinden sich bereits im 10. Jahrgang. Eltern und Schülerinnen und Schüler müssen jetzt wissen, in welche Oberstufen die Jugendlichen versetzt werden können, wenn sie das Abitur anstreben." Die GEW sei sich durchaus darüber im Klaren, dass es schon allein wegen der Schülerzahlen nicht an jeder Gemeinschaftsschule eine eigene Oberstufe geben könne. Für jede Gemeinschaftsschule solle daher eine zugehörige Oberstufe eingerichtet werden. Das könne von eigenen Oberstufen bis hin zu Kooperationen mit vorhandenen Oberstufen an Gemeinschaftsschulen, Gymnasien oder Beruflichen Gymnasien reichen.

Was abschlussbezogene Klassen an Gemeinschaftsschulen betrifft, soll es sie aus Sicht der GEW nur noch als "Auslaufmodelle" geben. Die GEW schlägt vor, dass Schulgesetz so zu formulieren, dass keine weiteren abschlussbezogenen Klassen mehr eingerechnet werden dürfen. In der Einrichtung abschlussbezogener Klassen an Gemeinschaftsschulen sieht die GEW einen eklatanten Widerspruch zur eigentlichen Aufgabenstellung einer Gemeinschaftsschule, dem gemeinsamen Lernen aller Kinder.

Der GEW-Landesvorsitzende verwies darauf, dass sich die Mitglieder seiner Gewerkschaft zügiger eine umfassendere Änderung des Schulgesetzes gewünscht hätten. Die jetzt angestrebte Übergangslösung sei aber zu akzeptieren, weil dadurch die Ergebnisse der Bildungskonferenz in ein neues Schulgesetz mit einbezogen werden könnten. Das eröffne für die Zukunft vielleicht einen größeren bildungspolitischen Konsens.

Ansprechpartner

GEW Schleswig-Holstein

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