Bayern

Schuljahresbeginn zwischen Hoffen und Bangen: Schulen suchen Mathelehrer, Deutschlehrer suchen Schulen

Eine Woche vor dem Start des neuen Schuljahres in Bayern bewegt sich die Gemütslage vieler Lehrkräfte und Schulleitungen zwischen Hoffen und Bangen. "Wie viele Kollegen und Schulleiter hoffe ich, dass sich mit den zusätzlichen Lehrern für die mobile und die integrierte Lehrerreserve die Unterrichtssituation an unseren Schulen verbessern und der Unterrichtsausfall weiter reduzieren lässt", erklärte Max Schmidt, der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv), am Donnerstag in München.

06.09.2012 Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)

Derzeit bangten die Stundenplaner in den Schulen allerdings noch immer, ob es ihnen gelingt, die Unterrichtsversorgung für alle Klassen und in allen Fächern sicherzustellen. Mathematiklehrer sind beispielsweise nach wie vor Mangelware und heißbegehrt, entsprechend tun sich wenige Tage vor dem ersten Schultag an manchen Gymnasien immer noch Lücken in den Stundentafeln auf. Ein völlig anderes Bild zeigt sich dagegen in Fächern wie Deutsch oder Englisch: "Hier klappern aufgrund der großen Absolventenzahlen selbst Nachwuchslehrkräfte mit sehr guten Noten die Schulen in der Hoffnung auf wenigstens ein paar Wochenstunden Beschäftigung ab. Ohne den absolut sinnvollen Beschluss der Staatsregierung, an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen die Personalreserven aus- bzw. aufzubauen, sähe es für die Berufsperspektiven vieler junger Lehrkräfte zappenduster aus", sagte Schmidt.

Sicherung der Unterrichtsversorgung als vordringliche Aufgabe

Vor dem Hintergrund des inzwischen deutlich gemilderten, aber noch immer spürbaren Lehrermangels in Bayern dämpfte Schmidt allzu hoffnungsfrohe Erwartungen von Elternseite an die von der Staatsregierung beschlossenen Maßnahmen zur individuellen Förderung und Unterstützung: "All das, was aktuell in der Presse zu lesen ist: Seien es das sog. ´Frühwarnsystem´ für schwache Schüler mit anschließendem Förderunterricht zu zweit oder dritt, Blockseminare zur Aufarbeitung von Lerndefiziten oder ein individuell gestaltetes Flexibilisierungsjahr, können noch nicht flächendeckend angeboten werden. Dazu fehlen bislang personelle Ressourcen und Konzepte. Am Gros der bayerischen Gymnasien wird man schon hochzufrieden sein, wenn es gelingt, zum Schulstart den stundenplanmäßigen Unterricht auf so stabile Füße stellen zu können, dass bis Weihnachten keine größeren Lücken aufreißen. Vor dem Hintergrund, dass wir aus einem tiefen Tal des Lehrermangels kommen, wäre das schon einmal ein echter Fortschritt, auf dem man aufbauen könnte. Wenn die Modellschulen in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium dann noch in diesem Jahr überzeugende Konzepte zur Gestaltung des beschlossenen Flexibilisierungsjahres und zum Einsatz der integrierten Lehrerreserve erarbeiten, steht die Politik allerdings in der Pflicht, den Schulen zum Schuljahresbeginn 2013/14 die erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen, um eine reibungslose Umsetzung zu ermöglichen. - Mit dem Aufbau der erforderlichen Personalreserven sollte schon heute begonnen werden."


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