Berufsbild

Schulleiter durch Entlastungen weiter stärken

Baden-Württemberg: Gerhard Brand, Landesvorsitzender des VBE, begrüßt, dass das Kultusministerium endlich die enorme Arbeitsleistung der Schulleitungen in den Fokus nehme und nun prüfe, wie der aufreibende Einsatz und die große pädagogische Verantwortung neben einer notwendigen zeitlichen Entlastung auch finanziell mehr anerkannt werden können.

17.09.2018 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg
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Der VBE ist der Auffassung, dass sich das Berufsbild „Schulleiter“ deutlicher von dem des Lehrers absetzen muss. „Rektoren sind keine Lehrer, die so nebenher ein bisschen Schule leiten“, versichert Brand. Rektoren benötigen neben einer soliden Aus- und Fortbildung in Personal- und Haushaltsführung, Qualitätssicherung und Organisationsmanagement einen angemessenen Zeitrahmen für ihre originären Schulleitungsaufgaben. Um die innere Schulentwicklung im notwendigen Umfang voranzutreiben und die permanent wachsenden Aufgaben im pädagogischen und administrativen Bereich erledigen zu können, muss die Unterrichtsverpflichtung der Schulleiter weiter reduziert werden. Außerdem haben vor allem kleinere Schulen viel zu wenige Sekretä-rinnenstunden. Der immer wieder ins Spiel gebrachte Verwaltungsassistent wäre dabei nicht unbedingt das Mittel der ersten Wahl.

Jede Schule benötigt unabhängig von der Schulform und –größe neben dem Schulleiter mindestens einen ständigen Vertreter (Konrektor) sowie eine ausreichende Versorgung mit Sekretärinnenstunden. In kleineren Schulen gibt es häufig keinen Konrektor, und meist muss der Schulleiter auch noch nebenher die Aufgaben des Hausmeisters und der Schulsekretärin übernehmen. Das spreche zwar für die Vielseitigkeit des Rektors als Mädchen für alles, sei aber keinesfalls professionell, moniert der VBE-Chef.

Wer nicht will, dass die „Motoren unserer Schulkultur“, wie Schulleiter und Konrektoren bei Amtseinführungen, Jubiläen oder Verabschiedungen gerne bezeichnet werden, zu stottern beginnen oder ganz auszusetzen drohen, müsse dafür sorgen, dass sie nicht durch permanent zu hohe „Drehzahlen“ Schaden nehmen, warnt Brand. Gute Schulen benötigten gesunde Schulleitungen. Das habe nun auch das Kultusministerium erkannt und sich auf den richtigen Weg gemacht.

Mit dem Konzept werde an verschiedenen Stellschrauben gedreht, um die „Motoren der Schulkultur“ wieder auf Touren zu bringen, ergänzt Gerhard Brand. „Es enthält viele Maßnahmen, die der Verband Bildung und Erziehung (VBE) schon lange fordert und die sehr sinnvoll sind“, lobt der VBE-Landesvorsitzende das Konzept und zollte der Ministerin, dem Kultusministerium und den Fraktionen Respekt für den Fall, dass das Konzept so wie angekündigt komme. Trotzdem gebe es Kritikpunkte, über die man sich noch unterhalten müsse, fügt Brand hinzu.

So macht sich der VBE Baden-Württemberg dafür stark, dass auch Schulleitungen kleiner Grundschulen mit weniger als 41 Schülerinnen und Schüler A 13 erhalten. Der Landesvorsitzende des VBE fordert: „Es ist sehr schade, dass man die Chance nicht nutzen will, alle Schulleitungen kleiner Grundschulen nach A 13 zu bezahlen. Der VBE setzt sich dafür ein, in den kommenden Gesprächen die untere Grenze für eine Besoldung der Grundschulleitungen nach A 13 fallen zu lassen und allen Grundschulleitungen eine Besoldung nach A 13 zu ermöglichen.“

Zudem profitieren die Schulleitungen von Schulen mit weniger als acht Klassen nicht von der geplanten Erhöhung der Leitungszeit. Brand schlägt deswegen vor „Man Sollte sich Gedanken darüber machen, den Sockel für Leitungszeit generell von zehn auf zwölf Stunden zu erhöhen. So könnte man auch die Schulleitungen kleinerer Schulen entlasten.“

Als positiv bewertet der VBE Baden-Württemberg, dass es endlich Zulagen für Lehrkräfte und stellvertretende Schulleitungen geben soll, wenn diese kommissarisch eine Schule leiten. „Damit werden die Belastungen und die herausfordernden Aufgaben, welche diese Personen übernehmen, endlich auch finanziell anerkannt. Die Fristen bis zur Zahlung der Zulagen sind jedoch überflüssig, man sollte diese weglassen.“

Der Landesvorsitzende unterstreicht noch einmal, dass nun endlich wichtige Forderungen des VBE für Schulleitungen umgesetzt werden sollen: „Die Besoldungserhöhung, die Entlastung durch mehr Leitungszeit oder der Ausbau der Assistenzsysteme – all das haben wir jahrelang eingefordert. Wir freuen uns natürlich, dass diese VBE-Forderungen nun in einem großen Schritt zur Attraktivitätssteigerung des Postens als Schulleitung umgesetzt werden sollen.“


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