Berlin

Schulstart 2012/13

Die Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Sandra Scheeres, gab heute einen Ausblick auf das Schuljahr 2012/13 und wünschte insbesondere allen Schulanfängerinnen und -anfängern, die am Montag, 13. August 2012, ihren ersten Schultag haben, einen erfolgreichen Start.

03.08.2012 Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

"Die Einschulung ist ein besonderes und unvergessliches Erlebnis für ein Kind. Zugleich beginnt für die ganze Familie ein weiterer Lebensabschnitt: Die neue Umgebung erfordert neue Orientie-rung, die ersten kleinen Pflichten stehen an, Aufgaben in der Schule und Daheim müssen erledigt werden. Von den ersten Erfahrungen in der Schule hängt es ab, ob Kinder später mit Optimismus neue Situationen angehen, sich etwas zutrauen und selbstbewusst auf Anforderungen reagieren. Ich wünsche allen Schülerinnen und Schülern, dass sie neugierig, fröhlich und optimistisch durch ihre Schulzeit gehen und bitte die Eltern, ihre Kinder bei Erfolgen und Misserfolgen gleichsam positiv zu begleiten", so Bildungssenatorin Sandra Scheeres. "Ich wünsche allen Schulen, Lehr- und Erzieherkräften einen guten Schulstart!"

317.830 Berliner Schülerinnen und Schüler starten an den allgemein bildenden Schulen in das neue Schuljahr, davon rd. 27.790 Erstklässlerinnen und Erstklässler . Für rd. 12.800 Kinder ist der Beginn des diesjährigen Schuljahres mit einem Wechsel auf die Integrierten Sekundarschulen ver-bunden, für rd. 11.800 auf die Gymnasien. Für die öffentlichen allgemein bildenden Schulen rechnet die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft mit insgesamt 287.850 Schülerinnen und Schülern. Im Vorjahr waren es 292.267. Die Schülerzahlen an öffentlichen berufli-chen Schulen werden in diesem Schuljahr voraussichtlich auf ihrem Vorjahresniveau bei rd. 77.500 Schülerinnen und Schülern bleiben.

Zum Schuljahresbeginn organisiert der Großteil aller öffentlichen Schulen einen Ganztagsbetrieb, das sind alle 362 Grundschulen, alle 118 Integrierten Sekundarschulen und Gemeinschaftsschulen und über ein Dutzend Gymnasien. "Berlin belegt mit seinen Ganztagsangeboten bundesweit einen Spitzenplatz. Ich freue mich, dass dieses schulische Angebot so gut angenommen wird und werde den Ausbau weiter vorantreiben", so Bildungssenatorin Sandra Scheeres.

Die Zahl der Stellen für Lehrerinnen und Lehrer ist von 26.380 im Jahr 2011/12 auf 26.429 in diesem Schuljahr gestiegen. Insgesamt verzeichnet die Senatsbildungsverwaltung für das Kalender-jahr 2012 1.172 neueingestellte Lehrkräfte, die an Berliner Schulen ihren Schuldienst angetreten haben bzw. jetzt antreten werden.

Die Einstellungen der vergangenen Wochen erfolgten vorrangig an Integrierten Sekundarschulen und Grundschulen in den Fächern Mathematik, Naturwissenschaften, Fremdsprachen, Musik sowie berufliche und sonderpädagogische Fachrichtungen.

Mit Schuljahresbeginn 2012/2013 werden 200 neue Erzieherinnen und Erzieher an den Schulen den Dienst aufnehmen und unter anderem die Betreuung von Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen 5 ("Lückenschluss") und 6 übernehmen. Zudem werden rd. 60 Erzieherkräfte im berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst an den Berliner Schulen ihre praktische Ausbildung absol-vieren.

Dadurch sind im kommenden Schuljahr 2012 insgesamt 4.606 Erzieherinnen und Erzieher als Beschäftigte des Landes Berlin an den Berliner Schulen tätig. Das sind rd. 200 mehr als im vergangenen Jahr – hinzu kommen die bei freien Trägern beschäftigten Erzieherkräfte im Umfang von rd. 1.470 Stellen.

"Trotz leicht sinkender Schülerzahlen hat Berlin in die Ausstattung mit Lehrkräften investiert", so Bildungssenatorin Sandra Scheeres.

Das kommende Schuljahr wird im Zeichen zweier wichtiger Projekte stehen: Die Erarbeitung des Lehrerbildungsgesetzes und der Empfehlungen für ein Inklusionskonzept. Die Beiräte beider Berei-che werden ihre Arbeitsergebnisse im Laufe des Schuljahres vorstellen.

Lehrerbildung

"Der Lehrerberuf steht vor zahlreichen Herausforderungen, denen in einem neuen Lehrerbildungs-gesetz Rechnung getragen werden muss: Kulturelle Kompetenz, Gender- und Diversity-Kompetenz aufgrund heterogener Klassen, binnendifferenzierter Unterricht und Ganztagsschulbetrieb, die Schulstrukturreform, die anstehende Inklusion – all das sind Punkte, die eine Antwort erfordern. Auch strukturelle Entscheidungen wie die Angleichung der Studiendauer und die Dauer des Vorbereitungsdienstes für alle Lehrämter benötigen ein neues Lehrerbildungsgesetz," betont Bildungssenatorin Sandra Scheeres.

Im Frühjahr wurde für diese anstehenden Herausforderungen eine Expertenkommission eingesetzt, die im Laufe des Oktobers einen Abschlussbericht vorlegen wird. Die Reform des Lehrerbildungsgesetzes unterliegt einem straffen Zeitplan, damit es in diesem Schuljahr verabschiedet werden kann. Wenn dies gelingt und die Universitäten ihre Studienordnungen angepasst haben, könnten Studentinnen und Studenten, die zum Wintersemester 2013/14 in die Masterstudiengänge für die Lehrämter gehen, als erste von der Reform profitieren.

Inklusionskonzept

"Das Inklusionskonzept muss neu diskutiert und die betroffenen Akteure einbezogen werden", so Bildungssenatorin Sandra Scheeres. Für die ´Inklusive Schule´ und die entsprechende Erarbeitung von Empfehlungen und Stellungnahmen wurde ein Beirat berufen, der unter dem Vorsitz von Sybille Volkholz arbeitet, um die UN-Behindertenrechtskonvention an den Berliner Schulen langfristig umzusetzen. Unter Berücksichtigung der Stellungnahmen der Verbände und Betroffenenvertretungen wird der Beirat bis zum Frühjahr 2013 eine Empfehlung über die Umsetzung der Inklusion in den allgemein bildenden Berliner Schulen vorlegen.

Drei Schulversuche in Steglitz-Zehlendorf, in Neukölln und in Marzahn-Hellersdorf erproben Aspekte der ´Inklusiven Schule´. Beteiligt sind insgesamt 23 Grundschulen. Im Schuljahr 2012/13 werden bereits in Neukölln und Marzahn-Hellersdorf die ersten inklusiven Beratungs- und Unterstützungszentren, die Ansprechpartner für Eltern und Schulen sind, ihre Arbeit aufnehmen.

Nahezu 50 Prozent der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden in Berlin bereits im gemeinsamen Unterricht erfolgreich unterrichtet. Diese positive Gesamtent-wicklung in der Stadt Berlin zeigt jedoch regionale Unterschiede. In manchen Regionen werden ca. 70 Prozent aller Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im gemeinsamen Unterricht gefördert, in anderen dagegen knapp 25 Prozent.

Ausbau des Ganztagsbetriebs

"Ganztagsangebote unterstützen die Potentiale der Schülerinnen und Schüler. Lernförderung unter den Bedingungen des Ganztags ist die organisatorisch-inhaltliche Zusammenführung von Bildung, Erziehung und Betreuung. Ich fördere daher die Entwicklung zu weiteren Ganztagsangeboten an Berliner Schulen", so Bildungssenatorin Sandra Scheeres.

Die Weiterentwicklung des Ganztagsbetriebes an den Integrierten Sekundar-, Gemeinschaftsschulen sowie an den Ganztagsgymnasien wird mit großem Engagement von den Schulen und ihren außerschulischen Partnern vorangetrieben. Mit dem Aufwachsen der Jahrgänge und den damit verbundenen höheren Ressourcen können die Schulen ihre Kooperationen vertiefen und ausbauen. Inzwischen verfügt auch jeder Bezirk über mindestens ein Ganztagsgymnasium. Nach derzeitiger Planung werden im Schuljahr 2012/13 voraussichtlich drei weitere Gymnasien mit dem Ganztagsbetrieb beginnen.

Im Grundschulbereich starten mit dem Schuljahresbeginn drei gebundene Ganztagsgrundschulen, die unter Vorlage eines strukturierten Schulentwicklungskonzepts zusammen mit den Bezirken ausgewählt wurden: Die Grundstufe der 1. Gemeinschaftsschule Neukölln auf dem Campus Rütli, die Rosa-Parks-Grundschule (Friedrichshain-Kreuzberg) und die Hausburg-Grundschule (Friedrichshain-Kreuzberg). Insgesamt hat Berlin dann 67 gebundene Ganztagsgrundschulen.

Ab diesem Schuljahr können künftig alle Schülerinnen und Schüler der 5. Jahrgangsstufe ohne besondere Bedarfsprüfung die Früh- und Spätbetreuung der Ganztagsschulen nutzen. Ab dem Schuljahr 2013/14 gilt dieses Angebot für die 5. und 6. Jahrgangsstufen. Das Ganztagsangebot kann bedarfsgerecht von 6:00 Uhr bis 18:00 Uhr an Schul- und Ferientagen in Anspruch genommen werden.

Stärkung der Grundschulleitungen

Schulleiterinnen und Schulleiter, ihre Stellvertreter sowie weitere mit Management- und Verwal-tungsfunktionen betraute Lehrkräfte an Grundschulen stehen vor vergleichbaren Herausforderungen wie an Oberschulen. Ab dem Schuljahr 2012/13 wird nunmehr die Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung für Konrektorinnen und Konrektoren um 7 bis 11 Lehrerwochenstunden (in Abhängigkeit von der Zahl der Beschäftigten an der Schule) zur Stärkung der Grundschulen bei-tragen. Die nunmehr umgesetzte Gleichbehandlung der Stellvertretung an allen Schularten wertet diese Funktionsstellen an den Grundschulen maßgeblich auf.

Unter dem Ziel der Stärkung der Grundschule erfolgt auch erstmals die Zumessung eines Funktionspools – im ersten Schritt im Umfang von 1 Lehrerwochenstunde – für die Koordination des Qualitätsmanagements (z.B. Koordination der Fachkonferenzen, Inklusion, Schulanfangsphase). Diese Maßnahmen, die die Qualitätsentwicklung der Grundschule unterstützen sollen, entsprechen einem Volumen von ca. 60 Lehrerstellen.

Schulische Integration von Neuzugängen ohne Deutschkenntnisse

Seit einem Jahr nimmt die Zahl der aus dem Ausland nach Berlin zugezogenen Kinder und Jugendlichen ohne Deutschkenntnisse zu. Es handelt sich um Kinder

  • von Arbeitssuchenden aller Professionen und Ausbildungsgraden aus EU-Mitgliedsstaaten,
  • von neuen Arbeitnehmern aus Nicht-EU-Staaten,
  • aus Familien der unterschiedlichsten ethnischen Minderheiten, u.a. Roma.

Für das Schuljahr 2012/13 starten 126 temporäre Lerngruppen für intensiven Deutschunterricht. Die Zahl der eingerichteten Lerngruppen hat sich verdoppelt: Am 30.06.2011 waren es 61 Lerngruppen für Neuzugänge. Angepasst werden diesbezüglich die Sach- und Lernmittel. Die benötigten Lehrkräfte werden nach Bedarf eingestellt. Im Bezirk Mitte, dem Bezirk mit den meisten Neuzugängen, hat die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft einen Ferien-sprachkurs organisiert. Im Rahmen der Qualifizierung von Lehrkräften startet die Bildungsverwaltung mit dem Pilotprojekt "Deutsches Sprachdiplom" (DSD). Im Rahmen dieses Pilotprojekts wurden im Juni dieses Jahres 20 Lehrkräfte darauf vorbereitet, in Lerngruppen der Sekundarstufe I Schülerinnen und Schülern die deutsche Sprache so zu vermitteln, dass diese im März 2013 das Deutsche Sprachdiplom I ablegen können. An dem Pilotprojekt nehmen die Bezirke Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Lichtenberg teil.

Im Schuljahr 2012/13 ist geplant, Sprach- und Kulturmittler einzusetzen. Diese sollen insbesondere aus der Roma-Gemeinschaft rekrutiert, qualifiziert und bezirksorientiert eingesetzt werden. Der Senat will dafür 300.000 € bereitstellen.

Aufgabendatenbank als Unterrichtsinstrument für Lehrkräfte wird erweitert

Die im vergangenen Schuljahr gestartete Aufgabendatenbank für Schulen in Berlin und Branden-burg als Online-Angebot des Instituts für Schulqualität der Länder Berlin und Brandenburg (ISQ) erweitert ihr Angebot. Allen Lehrkräften stehen ab sofort die Aufgaben aus den Vergleichsarbeiten der Jahrgangsstufen 3 (Deutsch und Mathematik) und 8 (Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch) zurückliegender Jahre zur Verfügung. Die Aufgaben sind zur kompetenzorientierten Unterrichtsentwicklung auf der Grundlage der Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz im besonderen Maß geeignet. Zu den einzelnen Aufgaben werden erklärende und einordnende didaktische Materialien und Kommentare bereitgestellt, um Lehrkräften die Verwendung der Aufgaben im Unterricht zu erleichtern. Zudem werden den Lehrkräften im Herbst 2012 gezielt Fortbildungsangebote unterbreitet, um die Aufgabendatenbank systematisch zu nutzen.

Selbstevaluationsportal der Lehrerinnen und Lehrer

Das Selbstevaluationsportal wird in Berlin immer stärker genutzt. Im letzten Schuljahr wurden 28.750 Schülerinnen und Schüler von ihren Lehrerinnen und Lehrern zum Unterricht befragt (2011/12 waren es 9.142 befragte Schülerinnen und Schüler). Durch die einfache Online-Administrierung des gesamten Prozesses und die sofortige Ergebnisrückmeldung in Form von Grafiken und Tabellen sowie Erläuterungen können die Ergebnisse zur Weiterentwicklung des Unterrichts genutzt werden. Alle Berliner Lehrkräfte müssen ihren Unterricht jeweils einmal in zwei Jahren von den Schülerinnen und Schülern evaluieren lassen. Zur Verfügung stehen Fragebögen zur Unterrichtsqualität aller Schulformen ab Klasse 3 sowie fachspezifische Fragebögen.

Eliteschulen des Sports erfolgreich evaluiert

Nachdem der erste Abiturjahrgang die Berliner Eliteschulen des Sports verlassen hatte, wurde der Schulversuch evaluiert. Nach übereinstimmender Meinung des Olympiastützpunktes Berlin, des Landessportbundes und Senatorin Scheeres wurde in der Bildungsverwaltung ein Konzept entwickelt, das die leistungssportliche Förderung und die schulische Bildung von Nachwuchsleistungssportlerinnen und -leistungssportlern optimal aufeinander abstimmt. Die Eliteschulen des Sports (genauer: das Schul- und Leistungssportzentrum, die Flatow-Oberschule und die Poelchau-Schule) werden nun Schulen besonderer pädagogischer Prägung.

27 von 47 Berliner Olympiastartern in London sind ehemalige Schülerinnen und Schüler der Eliteschulen des Sports.

Schulanlagensanierungsprogramm wird verdoppelt

Die äußeren Rahmenbedingungen für das Lehren und Lernen werden weiterhin verbessert.

Für das Jahr 2012 wurden die Mittel des Schulanlagensanierungsprogramms von rd. 32 Mio. € um 16 Mio. € auf insgesamt rd. 48 Mio. € erhöht. Die Bandbreite der Vorhaben, die im Rahmen des Programms realisiert werden, reicht von Sanierungen der Dächer, Fassaden, Fenster, Sanitär-, Elektro- und Heizungsanlagen, Klassen- und Fachräumen, Schulsportanlagen bis hin zur Qualifizie-rung der Pausen- und Freiflächen. Allein im Jahr 2012 werden aus den Mitteln des Programms rd. 250 Vorhaben an den Berliner Schulen durch die Bezirke realisiert.

Alle Maßnahmen werden bis Ende des Jahres beauftragt sein.

Im Jahr 2013 wird es eine weitere Erhöhung des Programmvolumens geben. Das Land stellt dann statt der bisherigen 32,3 Mio. € weitere 32 Mio. €, somit insgesamt 64,3 Mio. € – zusätzlich zu den "normalen" Mitteln des baulichen Unterhalts und der Investitionsplanung – zur Verfügung.

Zahlen und Daten für das Schuljahr 2012/13


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