Schulstart in Nordrhein-Westfalen: So viel Personal an Schulen wie noch nie
Die Zahl der Lehrkräfte und weiteren Landesbeschäftigten an Schulen in NRW steigt 2027 so stark wie seit den 1970er-Jahren nicht mehr.
04.09.2026 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-WestfalenFür fast 2,5 Millionen Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen hat in dieser Woche das neue Schuljahr begonnen. Rund 170.000 Kinder starteten als Erstklässlerinnen und Erstklässler in einen neuen Lebensabschnitt. Schulministerin Dorothee Feller hat aus diesem Anlass die Einschulungsfeier der Gemeinschaftsgrundschule Ferdinand-Lassalle-Straße in Wuppertal besucht. Ministerpräsident Hendrik Wüst hat am Donnerstag, 3. September 2026, an der Einschulungsfeier der Gemeinschaftsgrundschule Mülheimer Freiheit/Rheinschule in Köln teilgenommen und dort die neuen Erstklässlerinnen und Erstklässler begrüßt.
Für die Landesregierung bleibt Bildung das ganze Jahr ein zentrales Thema. Besonders wichtig ist dabei die Stärkung der Schulen. Bereits aktuell ist die Zahl der Lehrkräfte und des weiteren Landespersonals an Schulen seit den 1970er Jahren nicht mehr so stark angestiegen. Heute arbeiten 12.600 Menschen mehr an den Schulen des Landes als zu Beginn der Legislaturperiode im Juni 2022. Allein die Personalausstattung im pädagogischen Bereich (Lehrkräfte, Schulpsychologinnen und Schulpsychologen, Sozialarbeiterinnen und Schulverwaltungsassistenten) ist um rund 10.410 vollbesetzte Stellen gestiegen. In den vergangenen vier Jahren sind durchschnittlich rund 2.600 vollbesetzte Stellen pro Jahr hinzugekommen. Seit den 1970er Jahren hat es in einer Legislatur nicht mehr so einen starken Personalaufwuchs gegeben. Dazu kommen über 2.200 Alltagshelferinnen und Alltagshelfer.
Auch für 2027 sieht der Haushaltsentwurf Rekordinvestitionen von 44,4 Milliarden Euro für die Bildung vor. Damit steigen die Bildungsausgaben noch einmal um 800 Millionen Euro. Diese fließen nicht zuletzt in die Stärkung der Schulen. Mit über 1.300 zusätzlichen Lehrerstellen gibt es im Schulbereich den größten Stellenzuwachs im gesamten Landeshaushalt 2027. Darunter sind 896 neue Stellen für den Grund- und Ganztagsbedarf sowie für die Inklusion in der Sekundarstufe I. Damit investiert die Landesregierung vor allem in die Menschen, die jeden Tag für gute Bildung der Schülerinnen und Schüler in ganz Nordrhein-Westfalen sorgen. Im Offenen Ganztag stehen 2027 Mittel für 547.500 Plätze zur Verfügung.
Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Heute beginnt für Erstklässlerinnen und Erstklässler in ganz Nordrhein-Westfalen ein neuer Lebensabschnitt – aber auch für die vielen Lehrkräfte, die in diesem Schuljahr in ihr Berufsleben starten. Die Landesregierung macht Bildung mit einer Rekordinvestition von 44,4 Milliarden Euro und dem größten Stellenzuwachs im gesamten Landeshaushalt auch 2027 weiterhin zur obersten Priorität. Unser Anspruch bleibt klar: Jedes Kind in Nordrhein-Westfalen soll die bestmöglichen Bildungschancen haben. Mit dem zusätzlichen Personal verbessern wir die Situation an unseren Schulen und den Unterricht für unsere Kinder. “
„Die Rekordzahlen in Nordrhein-Westfalen bestätigen unseren Weg beim Ausbau der Studienplätze und der Anhebung der Bezahlung für unsere Lehrerinnen und Lehrer. Seit Beginn der Legislaturperiode sind mehr als 30.000 dauerhafte Neueinstellungen erfolgt, darunter 25.000 Lehrkräfte. Unser Ziel bleibt: Wir wollen, dass unsere Schulen gut aufgestellt sind und unsere Kinder die bestmögliche Bildung bekommen. Gute Bildung eröffnet Chancen für die Zukunft unserer Kinder – und die Zukunft unseres Landes“, so der Ministerpräsident weiter.
Unter anderem durch den Ausbau der Bachelor-Studienplätze im Grundschullehramt gab es 2025 über 1.300 Studienanfängerinnen und Studienanfänger mehr als vor zehn Jahren – allein im vergangenen Studienjahr erstmals über 3.000 Erstsemester. Damit hat das Land die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass jeder, der Grundschullehramt studieren möchte, auch einen Platz bekommt. Das Land stellt zwei Mal im Jahr auf hohem Niveau ein. Im November des vergangenen Jahres haben insgesamt fast 3.500 Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter in Nordrhein-Westfalen ihren Vorbereitungsdienst, sprich das Referendariat begonnen. Noch einmal 3.400 weitere im Mai 2026. Das sorgt für noch mehr gut qualifiziertes Lehrpersonal auch in Zukunft. Zudem hat die Landesregierung mit der Erhöhung der Einstiegsbesoldung auf A 13 an Grundschulen und in der Sekundarstufe I und dem zweiten Besoldungspaket für 2027 die Attraktivität des Berufs auch finanziell gesteigert. Mit dem Besoldungspaket werden künftig auch Schulleitungen großer Grund- und Hauptschulen und Fachleitungen, die den Lehrernachwuchs ausbilden, noch besser entlohnt.
Schulministerin Dorothee Feller erklärt: „Der erste Schultag ist immer ein ganz besonderer Tag. Ich wünsche allen Schülerinnen und Schüler, Lehrkräften, Schulleitungen und allen anderen, die an unseren Schulen arbeiten, lehren und lernen einen tollen Start ins neue Schuljahr, in dem wir unseren Schulkompass konsequent weiter umsetzen. Wir wollen die Basiskompetenzen unserer Schülerinnen und Schüler stärken, ihre sozial-emotionale Entwicklung fördern und auf diese Weise auch unsere Lehrkräfte bei ihrer wichtigen Arbeit unterstützen. Mit neuen Lernstandserhebungen, dem Zentralen Schülerfeedback und gezielten Fortbildungsangeboten geben wir ihnen konkrete Werkzeuge zur Qualitätsentwicklung von Schule und Unterricht an die Hand. Wir wollen gute Voraussetzungen für guten Unterricht schaffen und Schülerinnen und Schüler erfolgreich auf ihrem Weg begleiten. Ich danke allen, die sich jeden Tag dafür einsetzen, unseren Kindern eine gute Bildung mit auf den Weg zu geben. Unsere Kinder sind unsere Zukunft.“
Der Schulkompass NRW 2030 gibt dabei die Richtung für die Schul- und Unterrichtsentwicklung vor und bündelt alle Maßnahmen. Ziel ist es, die Basiskompetenzen zu stärken, mehr Schülerinnen und Schüler zu höheren Kompetenzständen zu führen, ihre sozial-emotionale Entwicklung zu unterstützen und am Berufskolleg gute Abschluss- und Anschlussperspektiven zu schaffen. Mit dem Lernstand 5 wird in diesem Schuljahr erstmals eine Lernstandserhebung zu Beginn der Klasse 5 erprobt. Das Zentrale Schülerfeedback wird ausgeweitet und soll ab dem Schuljahr 2027/28 an allen Schulen verbindlich eingesetzt werden. Auch die staatliche Lehrkräftefortbildung wird mit einer neuen Strategie stärker an den Zielen des Schulkompasses ausgerichtet.
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