Schulstrukturdiskussion
"Der VBE begrüßt den Vorstoß der Münsterländer Kommunen Horstmar und Schöppingen, die erste Allgemeine Sekundarschule/Gemeinschaftsschule Nordrhein-Westfalens als Schulversuch auf den Weg bringen zu wollen", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW). "Wir freuen uns, dass damit das vom VBE vor zwei Jahren vorgelegte Schulstrukturmodell von Schulträgern aufgegriffen und mit einer pädagogischen Konzeption beispielhaft untermauert wird."
04.05.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRWDas heute von den beiden Kommunen vorgelegte Konzept verdient aus Sicht der VBE eine reale Chance, auch umgesetzt werden zu können. Die frühe Trennung der Schülerinnen und Schüler nach Klasse 4 wird nach diesem Konzept aufgehoben. Sie bleiben bis einschließlich Klasse 7 im Klassenverband zusammen und werden über Jahrgangsstufe 7 hinaus in den musischen Fächern, im Wahlpflichtfach und in Sport weiterhin gemeinsam unterrichtet. Die Lehrpläne der Bildungsgänge müssen außerdem exakt aufeinander abgestimmt sein, damit flexible Wechsel auch für kurze Zeit oder in einzelne Kurse möglich sind.
"Für den VBE ist dieses pädagogische Konzept ein weiterer Beweis dafür, dass das auch von uns vertretene Schulstrukturmodell der Allgemeinen Sekundarschule/Gemeinschaftsschule den pädagogischen Praxistest bestehen kann", so Beckmann weiter. "Dieses Konzept setzt wirklich auf mehr Durchlässigkeit. Dass beide Kommunen sich zusammengetan haben, statt Kirchturmspolitik zu betreiben, zeigt uns auch, dass Schulträger offensichtlich fortschrittlicher denken und pragmatischer handeln, als die Landesregierung dies zulassen will."
Der VBE wird sich trotz der Hürden im Schulgesetz auch weiterhin für flexiblere Schulstrukturen und damit mehr Durchlässigkeit einsetzen. Er wird auch weiterhin an der Seite der Schulträger stehen, die auf das Modell der Allgemeinen Sekundarschule/Gemeinschaftsschule zugehen, um ein wohnortnahes vollständiges Bildungsangebot zu sichern.
"Im Fall Horstmar und Schöppingen ist nun die Landesregierung gefragt", so Beckmann abschließend. "Sie wird es angesichts des jetzt vorliegenden Konzepts noch schwerer als bisher haben, diesen Schulversuch abzulehnen."
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