Realschullehrer Bayern

SPD-Gesetzentwurf will Realschule abschaffen!

"Die Bayern-SPD verspricht Eltern Unmögliches und verheimlicht Entscheidendes: In der Gemeinschaftsschule soll das gymnasiale Lernangebot grundsätzlich Standard des Lernprozesses sein, gleichzeitig nimmt die SPD an, dass alle dem gymnasialen Niveau folgen können, und will anschließend dann alle Schulabschlüsse – auch den Realschulabschluss – vergeben können.

27.10.2011 Pressemeldung Verband Reale Bildung

Aus diesem Vorschlag spricht eine pädagogische Traumwelt, in der - wie im Schlaraffenland - jeder sein Ziel ohne Anstrengung und Leistung, z. B. Noten, erreichen kann, die Eltern für ihr Kind nur den gewünschten Abschluss anmelden müssten und die Schule alle Wünsche erfüllen wird. Derartige Versprechen sind für Eltern verführerisch, beruhen aber auf dem Mangel der erforderlichen Sachkenntnis. Die Gemeinschaftsschule als modern angepriesene Variante der Gesamtschule zeigt in Deutschland über Jahrzehnte hinweg einen viel zu geringen Fördereffekt bei deutlich höheren Kosten. Bayerisches Gymnasialniveau oder Realschulniveau kann diese Schulform keinesfalls erreichen, deshalb kann es dort auch keinen Realschulabschluss geben. Wer anderes verspricht und meint, man könne eben mal Schularten zusammenlegen, der versteht weder von der Realschule noch vom Gymnasium etwas. Deshalb begrüßen wir es, dass CSU und FDP diesen unausgereiften Konzepten ablehnend gegenüberstehen.", kommentiert Anton Huber, der Vorsitzende des Bayerischen Realschullehrerverbandes (brlv), den heute im Bildungsausschuss beratenen Gesetzesentwurf der Bayern-SPD zur Gemeinschaftsschule.

Huber: "Die SPD setzt – wegen der zurückgehenden Schülerzahl – zusätzlich zu den drei bestehenden Kernschularten auf eine weitere Schulform und will damit dem Schülerrückgang schulorganisatorisch begegnen. Gleichzeitig verspricht sie, man wolle die bestehenden sehr erfolgreichen Realschulen nicht antasten. Das ist bei positiver Bewertung zumindest eine Milchmädchenrechnung. Wenn die Schüler angeblich für das differenzierte Schulwesen mit drei Schularten nicht reichen, wie sollen sie dann für vier Schularten reichen? Wir fordern die SPD dazu auf, der Bevölkerung ehrlich zu sagen, dass man beabsichtigt, die erfolgreichste und beliebteste Schulart in Bayern, die Realschule, abzuschaffen und das Gymnasium auf zwei Jahre zu verkürzen."

Der brlv stellt fest: "Dort, wo in Deutschland integrative Systeme mit einer Gemeinschaftsschule oder dergleichen eingerichtet worden sind, ist die Bildungsqualität schlecht, die Jugendarbeitslosigkeit hoch, und nur mehr Schulstandorte mit deutlich mehr als 300 Schülern bleiben. Das wollen wir nicht, das wollen unsere Eltern nicht!"

www.brlv.de

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Verband Reale Bildung

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