Staatsregierung verfolgt umfassende Strategie zum Erhalt wohnortnaher Schule - BLLV nicht auf der Höhe der Zeit
Mit einem ganzheitlichen strategischen Ansatz will die Bayerische Staatsregierung möglichst viele Schulstandorte wohnortnah erhalten - angesichts des demographischen Wandels vor allem im ländlichen Raum. Für Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle ist es das Ziel, möglichst viele Schulstandorte mit qualitativ anspruchsvollen Schulangeboten vor Ort zu erhalten. "Ich möchte als Minister, der für den Unterricht verantwortlich ist, ganz im Sinne der Bayerischen Verfassung möglichst gleichwertige Lebensbedingungen für die jungen Menschen in Bayern sicherstellen", so Dr. Spaenle. "Der Erhalt von Schulstandorten ist ein wichtiger Beitrag zu Sicherung der Lebensqualität", ergänzt der Minister. Der BLLV dagegen sei mit den heute vorgestellten Szenarien der Schullandschaft in Bayern nicht auf der Höhe der Zeit.
04.10.2011 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und KultusDabei stellt die Mittelschule als qualitative Weiterentwicklung der Hauptschule und der Mittelschulverbund, zu dem sich selbständige Mittelschulen zusammenschließen können, das Herzstück in der Strategie zur Sicherung der Standorte von weiterführenden Schularten dar. Sie bilden auch die Grundlage für eine qualitätsvolle Ausbildung der jungen Menschen vor Ort. Jedem Mittelschulverbund weist das Ministerium ein Budget an Lehrerwochenstunden zu. Der Verbund darf bei der Klassenbildung die bisher gültige Mindestanzahl von 15 Schülerinnen und Schülern unterschreiten. So ist es gelungen, die Anzahl der Schließung von Schulstandorten im vergangenen und in diesem Schuljahr deutlich senken und zugleich ein vielfältiges Bildungsangebot mit je drei berufsorientierenden Zweigen zu erhalten. Derzeit bestehen rund 950 Mittelschulen und Hauptschulen in Bayern. Sie werden ergänzt um rund 350 Realschulen, 410 Gymnasien, ferner in nahezu jedem Stadt- und Landkreis um Wirtschaftsschulen sowie Fach- und Berufsoberschulen.
Daneben beabsichtigt die bayerische Staatsregierung in ihrer Gesamtstrategie, auch die Mindestschülerzahl an Grundschulen weiter zu senken. Die kleinste Struktur soll sich aus zwei jahrgangskombinierten Klassen zusammensetzen mit jeweils etwa 15 Kindern. Die genaue Größe wird gegenwärtig noch verhandelt. Bisher liegt die Mindestschülerzahl bei 13 Kindern pro Jahrgangsklasse in der Grundschule. In der Wirkung läuft das damit pro Jahrgang fast auf eine Halbierung der bisherigen Schülerzahl für den Erhalt eines Grundschulstandorts hinaus.
Die Prognosen des Übertrittsverhaltens, die der BLLV seinen Szenarien der Schullandschaft zugrunde legt, sind nicht gesichert. Im aktuellen Schuljahr etwa liegt die Übertrittsquote zum Gymnasium leicht unter der des Vorjahres und nicht darüber.
Der BLLV plädiert mit dem von ihm erstellten drei Szenarien zugunsten der Entwicklung eines zwei- oder eingliedrigen Schulwesens. Das Sterben zumindest der Realschule und darüber hinaus auch des Gymnasiums als eigenständiger Schulart wird vom BLLV bei den vermeintlich "hoffnungsvolleren" Szenarien kalt miteinkalkuliert.
Durch die Maßnahmen der Staatsregierung, die auch zu einer Senkung der durchschnittlichen Klassenstärken bei Mittel- und Hauptschulen auf rund 20 Schüler und bei Grundschulen auf 21,6 Schülerinnen und Schüler geführt hat, wird das vom BLLV skizzierte Szenarium einer "verödeten Schullandschaft" nicht eintreten.
"Wir werden angesichts des demographischen Wandels und des Umzugs von Familien in Regionen mit einem höheren Arbeitsplatzangebot zwar nicht alle Schulstandorte erhalten können, aber wir werden alles daran setzen, möglichst viele Standorte zu sichern", so der Minister abschließend zu den durchaus ambitionierten Gesamtstrategie zur Sicherung der Schulstandorte in Bayern. Bayern engagiere sich hier im Ländervergleich beispielhaft.
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