Politische Bildung

Start der App „Stolpersteine Digital“ im Saarland

Am 2. November 2026 ist die App „Stolpersteine Digital“ im Saarland an den Start gegangen. Zu allen im Saarland verlegten Stolpersteinen liefert die App Informationen über die von den Nationalsozialisten verfolgten, vertriebenen und ermordeten oder in den Suizid getriebenen Menschen.

03.11.2026 Saarland Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland
  • Ein junges Mädchen schaut ernst auf ihr Handy. © www.pexels.com Die App „Stolpersteine Digital“ ist im Saarland an den Start gegangen.

Darüber hinaus gibt sie Auskunft über weiterführende Literatur und die einzelnen Stolperstein-Arbeitsgemeinschaften oder -Initiativen. Die App „Stolpersteine Digital“ ist ein bundesweites Projekt der Zentralen für politische Bildung, das von dem Landesbeauftragten für politische Bildung Schleswig-Holstein, Dr. Christian Meyer-Heidemann, initiiert wurde.

Nutzerinnen und Nutzer der App können mit der Kamera ihres Mobiltelefons Stolpersteine scannen und so die Biografie des Menschen, an den mit einem Stolperstein erinnert wird, abrufen. Zudem enthält die App eine Gedenkfunktion. Mit Hilfe von Augmented Reality kann eine virtuelle Kerze am Stolperstein platziert werden und mit einer Gedenkbotschaft und dem eigenen Namen versehen werden.

„Stolpersteine sind das größte dezentrale Mahnmal im Zusammenhang mit den Menschheitsverbrechen des Nationalsozialismus. Ich freue mich sehr, dass unsere App nun auch den saarländischen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung steht“, kommentierte der Landesbeauftragte für politische Bildung in Schleswig-Holstein, Christian Meyer-Heidemann, den Startschuss der App „Stolpersteine Digital“ im Saarland. „Das Saarland ist neben Schleswig-Holstein das zweite Bundesland, das mit allen Stolpersteinen in der App vertreten ist. Mit der Ausweitung der App halten wir die Erinnerung an die Lebens- und Leidensgeschichten der vielen Opfer des Nationalsozialismus in ganz Deutschland wach“, so der Landesbeauftragte weiter. Meyer-Heidemann dankte der Bundeszentrale für politische Bildung für die finanzielle Förderung des bundesweiten Projektes und der saarländischen Landeszentrale für politische Bildung sowie allen ehrenamtlichen Stolperstein-Initiativen im Saarland für die enge und produktive Kooperation bei der inhaltlichen Erweiterung der App.

„Hinter jedem Stolperstein steht ein Mensch mit einer eigenen Geschichte, mit Hoffnungen und Träumen. Diese Menschen waren unsere Nachbarinnen und Nachbarn. Sie gehörten mitten in unsere Städte und Dörfer, bevor die Nationalsozialisten sie ausgrenzten, entrechteten und verfolgten. Stolpersteine geben ihren Namen und ihren Lebensgeschichten einen Platz in unserem Alltag. Die App hilft uns, diese Geschichten kennenzulernen – unmittelbar dort, wo die Menschen zu Hause waren. Alle der seit 2007 im Saarland rund 600 verlegten Stolpersteine wurden von der Landeszentrale für politische Bildung des Saarlandes innerhalb nur eines halben Jahres in die App aufgenommen. Dieser Kraftakt war nur mit Unterstützung und aufgrund des großen Einsatzes der ehrenamtlichen Engagierten möglich. Denn sie sind als Mitglieder der Zivilgesellschaft der Motor der Erinnerungsarbeit. Dieses zivilgesellschaftliche Engagement zeigt sich in allen Generationen und in allen Bildungs- und Gesellschaftsbereichen. Stolperstein-Arbeitsgemeinschaften oder -Initiativen gibt es beispielsweise in Schulen, außerschulischen Bildungseinrichtungen, Geschichtswerkstätten, Historischen Vereinen oder in Jugendeinrichtungen, häufig in enger Zusammenarbeit mit fachkundigen Regional- und Lokalhistorikerinnen und -historikern sowie mit Landes-, Stadt- und Gemeindearchiven“, ergänzte die Ministerin für Bildung und Kultur des Saarlandes, Christine Streichert-Clivot. Die App „Stolpersteine Digital“ mache die wichtige Arbeit der Stolperstein-Initiativen sichtbar und biete der von der Zivilgesellschaft ehrenamtlich erbrachten Erinnerungsarbeit ein Forum auf nationaler wie internationaler Ebene.

„Gerade jungen Menschen eröffnet die App einen weiteren Zugang zur Geschichte ihres eigenen Wohnortes. Daraus können Fragen entstehen, Gespräche und die Bereitschaft, selbst Verantwortung zu übernehmen. Denn Erinnern geht uns alle an. Es fordert uns auf, hinzusehen und zu widersprechen, wenn Menschen ausgegrenzt werden. Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit dürfen in unserer Gesellschaft keinen Platz haben. Unsere Demokratie lebt davon, dass wir die Würde jedes Menschen schützen – jeden Tag“, so Streichert-Clivot“, so Bildungsministerin Streichert-Clivot abschließend.

Die App kann kostenlos im App Store sowie im Google Play Store heruntergeladen werden.


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