„START“ für Sachsen-Anhalt: Erstmalige Aufnahme von neun Schülerinnen und Schülern in das START-Stipendienprogramm

Neun leistungsstarke Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund aus Sachsen-Anhalt erhalten heute im Rahmen einer Festveranstaltung in Magdeburg ihre Aufnahmeurkunde als START-Stipendiaten: Die fünf Mädchen und vier Jungen, die aus 80 beeindruckenden Bewerbungen ausgewählt wurden, sind aserbaidschanischer, irakischer, kasachischer, ukrainischer, und vietnamesischer Herkunft. Sie besuchen die Klassen 8 bis 11 an einer Gesamtschule und acht Gymnasien. Die jungen Stipendiaten erhalten auf ihrem Weg zum Abitur eine besondere Unterstützung: Neben einem PC mit Internetzugang stehen ihnen monatlich 100 € Bildungsgeld sowie kostenlose Beratungsangebote und Bildungssemi¬nare zur Verfügung.

04.12.2006 Sachsen-Anhalt Pressemeldung Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt

„START“ für Sachsen-Anhalt: Erstmalige Aufnahme von neun Schülerinnen und Schülern in das START-Stipendienprogramm

Das START-Programm wird in Sachsen-Anhalt von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, dem Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt und der Vodafone Stiftung Deutschland angeboten. START soll begabten und gesellschaftlich engagierten jungen Menschen mit Migrationshintergrund den Zugang zu höheren Bildungsabschlüssen erleichtern. Als „Investition in Köpfe“ soll es einen Beitrag zur Integration und zur Toleranz zwischen jungen Menschen in Deutschland leisten.

„Ich freue mich über die große Resonanz, die dieses Stipendienprogramm unter den ausländischen Schülerinnen und Schülern in Sachsen-Anhalt gefunden hat“, sagte Kultusminister Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz. „Es war schwer, unter den 80 Bewerbungen die neun Stipendiatinnen und Stipendiaten auszuwählen. Etliche andere hätten eventuell auch den Zuschlag verdient. Aber – dieses Programm geht ja weiter und wird in seiner beispielhaften Zielsetzung hoffentlich Nachahmer finden.“

Das START-Programm hat in Sachsen-Anhalt ein Finanzvolumen von rund 100.000 €. Das Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt stellt für die Betreuung des Projekts und der Stipendiaten die Stelle einer Landeskoordinatorin sowie die Räumlichkeiten zur Verfügung. Die beteiligten Stiftungen übernehmen die Kosten der Stipendien.

„Bildung ist der Schlüssel für eine gelingende Integration von Migrantenkindern in unsere Gesellschaft – eine Gesellschaft, die auf Zuwanderer angewiesen ist. Die START-Stipendiaten, Jugendliche mit großem Persönlichkeitspotenzial, fungieren als Botschafter und zeigen, dass man es in Deutschland als Zuwanderer zu etwas bringen kann", so Dr. Kenan Önen, Projektleiter START der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung.

„Die Integration von jungen Menschen aus Zuwandererfamilien ist ein für unsere Stiftung zentrales Thema. Unabhängig von kulturellem oder sozialem Hintergrund ermöglichen wir Schülern endlich eine ihren Begabungen entsprechende Schulbildung und füllen damit eine Lücke in unserem Ausbildungssystem“, sagt Dr. Bernhard Lorentz, Geschäftsführer der Vodafone Stiftung.

Die START-Stipendien werden zunächst für die Dauer eines Jahres gewährt und können bei besonders guten Leistungen bis zum Erreichen eines höheren Bildungsabschlusses verlängert werden. Den Kern des Stipendiums bilden Beratungsangebote für die Ausbildungs-, Studien- und Lebensplanung, themenspezifische Seminare, Exkursionen in privatwirtschaftliche Unternehmen und öffentliche Verwaltungseinrichtungen sowie die Vermittlung von Praktika.

Bundesweit werden im START-Programm im Schuljahr 2006/2007 über 400 Schülerinnen und Schüler aus rund 50 Herkunftsländern gefördert. Im Jahr 2002 von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung in Hessen ins Leben gerufen, konnte START mittlerweile mit Hilfe von über 80 Kooperationspartnern in 14 Bundesländern aufgebaut werden. Neben Sachsen-Anhalt und Hessen gibt es START auch in Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, im Saarland, in Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen. Seit dem Schuljahr 2006/2007 können sich auch begabte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund aus Wien, Österreich, bewerben.


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