Startschuss für deutsch-polnisches Schulbuch
Der polnische Vize-Bildungsminister Krzysztof Stanowski und der brandenburgische Bildungsminister Holger Rupprecht haben am heutigen Samstag den offiziellen Auftakt zur Erarbeitung eines deutsch-polnischen Geschichtslehrbuchs in Berlin begrüßt. Beide Minister sind überzeugt, dass die Umsetzung des Projekts sowie der gesamte Entstehungsprozess des Lehrwerks ein wichtiges Element der Kontinuität sowie der Vertiefung des deutsch-polnischen Dialogs darstelle. Stanowski und Rupprecht zeigten sich optimistisch, dass das deutsch-polnische Geschichtsbuch bereits in drei bis vier Jahren im Unterricht eingesetzt werden könne.
18.05.2008 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes BrandenburgHolger Rupprecht, Minister für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg, verwies darauf, dass das Projekt eines gemeinsamen Geschichtsbuchs zeige, wie fruchtbar die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen inzwischen sei. "Das ist vor dem Hintergrund der leidvollen Geschichte - vor allem auf polnischer Seite - keine Selbstverständlichkeit", betonte Rupprecht. "Ich erhoffe mir von dem Projekt, dass die Darstellung der Geschichte aus dem Blickwinkel der gemeinsamen historischen Erfahrungen das Verständnis gerade der jungen Generation füreinander schärft und damit zur weiteren Verständigung der beiden Länder beiträgt."
Die Deutsch-Polnische Schulbuchkommission, das Zentrum für Historische Forschung der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Berlin, das Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung, das Deutsche Polen-Institut Darmstadt sowie der Deutsch-Polnische Koordinator der Berliner Schulen hatten sich gestern und heute (16. und 17. Mai) erstmals in Berlin getroffen, um den offiziellen Auftakt des Projekts eines gemeinsamen deutsch-polnischen Geschichtslehrbuchs einzuläuten.
Zur Vorgeschichte: Der deutsche Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hatte im Januar dieses Jahres eine Initiative zur Ausarbeitung eines deutsch-polnischen Geschichtslehrbuchs nach dem Beispiel des bereits herausgegebenen deutsch-französischen Lehrwerks angeregt. Der polnische Außenminister Radosaw Sikorski sowie die polnische Ministerin für Nationale Erziehung, Katarzyna Hall, werteten diesen Vorschlag als wertvoll und unterstützenswert. Beide Regierungen ernannten Koordinatoren für diese Initiative: auf polnischer Seite wurde Krzysztof Stanowski, Unterstaatsekretär im Ministerium für Nationale Erziehung, und auf deutscher Seite Holger Rupprecht, Minister für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg, mit dieser Aufgabe betraut.
Beide Seiten verständigten sich darauf, dass das Ziel des Projekts die Ausarbeitung und Herausgabe eines Lehrwerks ist, das in deutschen und polnischen Schulen im Geschichts- und Sozialkundeunterricht verwendet werden soll. Die Grund-konzeption zur Realisierung des Lehrwerkes soll auf Grundlage einer vorbereitenden und vergleichenden Studie erstellt werden, die am heutigen Samstag in der Präsidiumssitzung der Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission präsentiert wurde. Die Ergebnisse dieser Studie sollen u.a. helfen zu klären, wie die Finanzierung des Projekts aussehen könnte, welcher historische Zeitraum im Lehrwerk behandelt werden müsste und wie der Zeitplan für die weiteren Schritte aussehen sollte.
Mit der Aufgabe der Ausarbeitung, Vorbereitung und Realisierung des Projekts wurden auf der heutigen Sitzung die beiden Co-Vorsitzenden der Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission, Prof. Dr. Robert Traba, Direktor des Zentrums für Historische Forschungen an der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Berlin, sowie Prof. Dr. Michael G. Müller von der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg betraut. Es wurde zudem verabredet, dass weitere Personen, Institutionen und Organisationen mit langjähriger Erfahrung im deutsch-polnischen Dialog, u.a. die Deutsch-Polnische Schulbuchkommission und das Georg-Eckert-Institut sowie die Arbeitsgruppe des deutsch-französischen Lehrwerks am Projekt beteiligt werden sollen.
Für eine reibungslose Umsetzung des Projektes sollen deutsch-polnische Gremien geschaffen werden: ein deutsch-polnischer Steuerungsrat sowie ein wissenschaftlicher Expertenrat. Aufgabe des Steuerungsrates wird es sein, richtungswei-sende, inhaltliche und finanzielle Entscheidungen zu treffen sowie die Evaluierung des Projekts vorzunehmen. Dem Rat werden Vertreter des deutschen und polni-schen Außenministeriums, des Ministeriums für Nationale Erziehung sowie des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg sowie der zuständigen Behörden beider Seiten, auf polnischer Seite z.B. des Ministeriums für Kultur und Nationales Erbe und auf deutscher Seite der Kultusministerkonferenz, angehören. Der Deutsch-Polnische Steuerungsrat informiert die beiden Koordinatoren der Initiative, Vize-Minister Krzysztof Stanowski sowie Minister Holger Rupprecht.
Der Expertenrat wird für die Umsetzung des Projektes verantwortlich sein, d.h. die Redaktion und die Herausgabe des Lehrwerkes. Er wählt deutsche und polnische Wissenschaftler, Historiker sowie Vertreter von Schulen aus, die die einzelnen Themen und Kapitel des Lehrwerkes ausarbeiten werden.
Weitere Informationen gibt es bei:
Elisabeth Ritter, Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften
Tel.: 030 - 486 285 40 oder 0179 - 14 60 565
E-Mail:
Stephan Breiding, Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg
Tel.: 0331 - 866 35 20 oder 0172 - 397 81 01
E-Mail:
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