Steuern Bildungspolitiker noch die Bildungspolitik?
"Gute Bildungspolitik muss mehr sein als das Umsetzen von Vorstellungen der Wirtschaft", kommentiert der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann die Ergebnisse des Bildungsmonitors 2008, das die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) regelmäßig beim Institut der deutschen Wirtschaft in Auftrag gibt. "Hierin wird ein eingeschränkter Blick auf das Bildungssystem geworfen, der zentrale Aspekte wie beispielsweise die Allgemeinbildung außer Acht lässt."
26.08.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRWBei der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft handelt es sich um eine von den Arbeitgebern Gesamtmetall ins Leben gerufene Initiative, die den Auftrag hat, in der Bevölkerung eine positive Stimmung für wirtschaftsliberale "Reformen" zu schüren. Das muss man im Blick behalten, wenn man sich mit den hinter dem Bildungsmonitor stehenden Auswahl- und Bewertungskriterien auseinandersetzt.
"Im Mai hat dieselbe Initiative die schulpolitischen Ziele der Landesregierung über den grünen Klee gelobt, die Landesregierung hat sich daraufhin kräftig selbst gefeiert" so Beckmann. "Das jetzt veröffentlichte Ergebnis spricht eine andere Sprache."
Der VBE ist der Auffassung, dass Studien wie PISA oder IGLU, aber auch die Ergebnisse der Bildungsforschung an den Universitäten wesentlich mehr aussagen als eine Studie, die letzten Endes Arbeitgeber in Auftrag geben.
"Der VBE empfiehlt, die Ergebnisse dieser Studie nicht überzubewerten, sondern sich an den Ergebnissen der empirischen Bildungsforschung zu orientieren", so Beckmann abschließend. "Zum Glück lässt der Ländervergleich von PISA 2006 ja nicht mehr lange auf sich warten. Wenn dieser vorliegt, reden wir weiter."
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