Streit um Schulpflicht: Bayerische Lösung

(bikl) Wenn am 12. September in Bayern die Ferien zu Ende gehen, werden 32 Kinder der Glaubensgemeinschaft "Zwölf Stämme" legal von eigenen Lehrern in ihrem Gut bei Klosterzimmern unterrichtet.

05.09.2006 Artikel
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Damit ist der Streit um Schulpflicht und Homeschooling zunächst beigelegt. Die Eltern hatten sich aus religiösen Gründen gegen die staatliche Schulpflicht gewehrt.

"Wenig befriedigende Notlösung"

Zu der Entscheidung der Behörden hatte das Kultusministerium erklärt, dass die "private Ergänzungsschule" zunächst auf ein Jahr befristet sei. In einem Interview mit FOCUS-SCHULE Online erklärt heute der Sprecher des Bayerischen Kultusministeriums, Ludwig Unger, es gebe "hohe" Auflagen für die Schule, etwa unangemeldete Unterrichtsbesuche. Außerdem seien die Lehrer staatlich anerkannte Pädagogen oder würden gerade ihre Lehrbefugnis erwerben. Der Unterricht müsse sich mit Ausnahme von Religion und dem Sexualkundeunterricht an den bayerischen Lehrplänen orientieren. Das sei zwar "eine wenig befriedigende Notlösung, aber der gordische Knoten war anders nicht aufzudröseln".

Vielfalt?

Schulpflicht existiere aus einem wichtigen Grund. "In der Schule wird nicht nur Stoff vermittelt, sondern die Kinder lernen auch das soziale Miteinander. Sie haben höchst unterschiedliche Lehrer und vor allem Mitschüler. Diese gehören unterschiedlichen Schichten an, haben verschiedene Religionen und leben und lernen ganz individuell. Diese Vielfalt ist anregend. Sie ermöglicht, dass die Schüler über ihren Tellerrand hinausschauen können", so Unger wörtlich im Interview. Ein Argument, das für die jetzt zugelassene Schule nicht zu gelten scheint.

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Interview in FOCUS-SCHULE Online


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