Bayern

"Tendenz erfreulich - Handlungsfelder erkannt – Aufträge für die Zukunft"

Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle hat heute seiner Freude Ausdruck verliehen, dass die Schülerinnen und Schüler in den deutschen Ländern bei der aktuelle PISA-Studie bessere Ergebnisse erzielt haben als bisher. Den Jugendlichen an Schulen in Deutschland wurde in der Studie z. B. eine deutlich verbesserte Lesefähigkeit bescheinigt.

07.12.2010 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

"Die Kulturtechnik Lesen eröffnet das Tor zum Verstehen unserer Lebenswelt und zur Gestaltung von Gesellschaft und Wirtschaft." Die Strategie bundesweit einheitlicher Bildungsstandards und einer begleitenden Evaluation von Schule und Unterricht trägt für den bayerischen Kultusminister nun unübersehbar Früchte. Grund zur Selbstzufriedenheit erkennt der Schulminister aber nicht: "Es gibt weiterhin viel zu tun."

Beim Lesen im Mittelfeld, in Mathematik und Naturwissenschaften deutlich

stärker Die PISA-Studie 2009 sollte vor allem die Lesekompetenz der jungen Menschen im Alter von 15 Jahren erfassen. Außerdem wurden Kompetenzen in Mathematik und den Naturwissenschaft untersucht. Die PISA-Forscher attestieren den Schülerinnen und Schülern in Deutschland beim Lesen einen Platz im Mittelfeld der OECD-Länder. Dabei gelang es den 15jährigen Schülern in den deutschen Ländern, ihre Lesefähigkeit seit der ersten PISA-Erhebung im Jahr 2000 kontinuierlich zu steigern. In Mathematik und den Naturwissenschaften rangieren ihre Leistungen in der Bundesrepublik über dem OECD-Durchschnitt.

Bildungswesen weiter entwickeln – Ziele: Mehr Qualität und Gerechtigkeit

"Besonders erfreulich ist, dass sich die Chancen für junge Menschen aus bildungsfernen Familien verbessert haben." Dennoch gibt sich Spaenle, der auch Präsident der Kultusministerkonferenz ist, mit dem Erreichten nicht zufrieden. "Wir müssen daran arbeiten, dass sie ihre Möglichkeiten noch besser ausschöpfen können." Dies gelte auch für die Jugendlichen aus Zuwandererfamilien. Ihr Bildungserfolg habe sich zwar verbessert, ihre Chancen seien gestiegen, aber nach wie vor kämen ihre Fähigkeiten u. a. aufgrund der Sprachprobleme noch nicht voll zum Tragen.

Weniger Jugendliche mit ungenügenden Resultaten

Grund zur Zuversicht vermittle die Tatsache, dass weniger Jugendliche ungenügende schulische Resultate erzielen. Diesen positiven Trend wie auch den zur geringeren Leistungsstreuung zwischen starken und schwachen Schülerinnen und Schülern auf einem höheren Niveau will der bayerische Bildungspolitiker unterstützen. "Hier bestätigt uns die Untersuchung einen klaren Auftrag, den wir in Bayern als einen Handlungsschwerpunkt sehen. Wir wollen deshalb das differenzierte bayerische Bildungswesen nach den Prinzipien von Qualität und Gerechtigkeit weiterentwickeln", verweist der Minister auf konkrete Maßnahmen wie die Weiterentwicklung der Hauptschule zur Mittelschule und die der Realschule durch die Initiative Realschule 21. "Wenn wir das differenzierte Schulwesen noch weiter verbessern und die individuelle Förderung ausbauen, können wir die Talente jedes jungen Menschen noch besser erkennen und fördern. Eine gute Startposition für ihr privates Leben und ihren Beruf ist unser Anliegen", so Minister Spaenle.

Bildungsvergleich der Länder lässt Rückschlüsse auf Bayern zu

Zwar lasse die Erhebung keine unmittelbaren Aussagen für die einzelnen Länder in Deutschland zu. Aber Dr. Spaenle geht davon aus, dass die Schülerinnen und Schüler aus Bayern einen wichtigen Beitrag zum besseren Abschneiden der jungen Menschen in Deutschland in der PISA-Studie 2009 geleistet haben. Dabei bezieht er sich auf die Ergebnisse des Bildungsvergleichs der deutschen Länder, den das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen im Sommer 2010 vorgelegt hatte. Bei diesem belegten die Neuntklässler aus Bayern über alle Schularten hinweg durchgehend Platz Eins.

Anstrengungen des Freistaats

"Im Freistaat Bayern haben wir in den vergangenen Jahren weitreichende Verbesserungen in Schule und Unterricht erreicht, und zwar mit Blick auf die einzelne Schülerin und den einzelnen Schüler", führte Bayerns Kultusminister aus. Hier gelte es anzuknüpfen.

Bayern hat die individuelle Förderung in den vergangenen Jahren konsequent ausgebaut. So wurden im Doppelhaushalt 2009/2010 rund 2.700 zusätzliche Planstellen für Lehrer geschaffen.

Allein zu diesem Schuljahr wurde die Anzahl der gebundenen Ganztagszüge um rund ein Viertel und die Anzahl der offenen Ganztagsgruppen um mehr als 300 ausgeweitet.

In der Grundschule sowie in den weiterführenden Schularten wurde die individuelle Förderung gerade in der 5. Jahrgangsstufe ausgebaut. Die durchschnittliche Klassenstärke konnte besonders in Grund- und Hauptschulen weiter gesenkt werden. Die Förderung der Kinder mit Migrationshintergrund – etwa in der deutschen Sprache - wurde weiter ausgebaut, um ihre Chancen zu verbessern.

So hat Bayern die Höchstgrenze von Schülern in Klassen von Grund- und Hauptschulen auf 25 begrenzt, wenn der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund bei über 50 % liegt.


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