Berlin

Transparenz und Motivation - Zöllner stellt Vorschläge zum Qualitätspaket vor

Leistungsschwache Schulen erhalten zur Verbesserung ihrer Unterrichtsentwicklung besondere Hilfen und Anreize zur Qualitätsverbesserung. Sie stehen im Fokus der weiteren Vorschläge, die Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner, Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung heute zur Qualitätsentwicklung in der Schule vorstellte. Ziel ist es, nach der Neuausrichtung der Berliner Bildungslandschaft durch die Schulstrukturreform die Wirksamkeit und Qualität der Schulen zu verbessern - insbesondere bei den 20 % der leistungsschwächsten Schulen.

24.11.2010 Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

"Qualität entsteht durch hohes Engagement aller in der Schule Beteiligten, um möglichst jede Schülerin und jeden Schüler optimal zu fördern. Die Schulen sollen sich Ziele setzen, Maßnahmen zu ihrer Realisierung ergreifen und sich regelmäßig versichern, ob die Ziele erreicht wurden", so Senator Zöllner. "Hierfür brauchen wir mehr Transparenz über die Leistungsfähigkeit der Schulen, eine Wertschätzung der Arbeit der Schulen, Hilfen bei der Umsetzung der Schulziele und gegebenenfalls korrektive Maßnahmen. Denn Schulen, die sich Ziele setzen, benötigen Rückmeldung, Anerkennung und Unterstützung. Schulen brauchen neben qualifizierten Lehrerinnen und Lehrern auch eine gute Schulleitung, die mit organisatorischem Geschick die vielfältigen Anforderungen des Schulalltags bewältigt. Ich freue mich auf eine anregende Debatte über die Vorschläge zur Qualitätsentwicklung."

Leistungs- und Ergebnistransparenz

Zur Standortbestimmung der Schulen und zur Elterninformation beabsichtigt Senator Zöllner in einem fairen Vergleich die Veröffentlichung der Ergebnisse von Vergleichsarbeiten, Schulabschlüssen und Schulinspektionsberichten. Die Veröffentlichung der Daten soll eine Interpretation über die schulischen Ergebnisse in Zusammenhang mit der unterschiedlichen sozialen Zusammensetzung der Schülerschaft ermöglichen, nicht aber ein Ranking der Schulen untereinander zulassen.

Anerkennungskultur

"Lehrerinnen und Lehrer verdienen Anerkennung. Schulen, die ihre Leistungsfähigkeit verbessern, haben unsere besondere Achtung verdient", so Senator Zöllner. Ein guter Grund, die Einstellung von Schulleiterinnen und Schulleitern sowie Lehrerinnen und Lehrern jährlich mit einem feierlichen Empfang zu begehen. "Was in den Hochschulen üblich ist, sollte auch für die Leistungsträger an unseren Schulen gelten." Berufsanfänger starten zudem mit einer einjährigen Berufseingangsphase, durch die sie zusätzliche Hilfen in Form von Workshops und individuellen Beratungen erhalten.

Schulen sollen für ihre erfolgreiche Arbeit einen Schulpreis erhalten. Hierzu können beispielsweise die Senkung der Schulabbrecherquote, der geringste Unterrichtsausfall, die Reduzierung der Gewaltvorfälle oder gute Kooperationen mit Kindertagesstätten gehören. Schulen, die erfolgreich Unterrichtsausfall begegnen, sollen die zusätzlichen Vertretungsmittel (PKB-Mittel) zukünftig flexibler einsetzen und für pädagogische Projekte verwenden können.

Wer motiviert ist, lernt besser. Schulen mit vielen betreuungsintensiven Schülerinnen und Schülern sollen individuelle Belohnungen vergeben können, wenn sich Schüler angestrengt und verbessert haben. "Hierzu möchte ich das Bündnis ´Stark in der Schule´ für unsere Schülerinnen und Schüler etablieren. Alle Berlinerinnen und Berliner, Unternehmen und Verbände sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen", betonte Senator Zöllner.

Gute Schulen haben qualifiziertes Personal

Die Qualität einer Schule hängt maßgeblich davon ab, ob die Schulleitung hinreichend für ihre Leitungsfunktion qualifiziert ist. Verbindliche Qualifizierungsmaßnahmen, ein erweitertes Assessment bei der Schulleiterauswahl sowie die Möglichkeit, Schulleiter zu ersetzen, stehen im Fokus der Überlegungen.

Die Teilnahme an Fortbildungen soll für alle Lehrerinnen und Lehrer im Umfang von mindestens sechs Doppelstunden pro Jahr verbindlich werden. Den Schulen soll zukünftig ein Fortbildungskontingent zur Verbesserung des Fachunterrichts zur Verfügung stehen, das von der Schulleitung nach individuell festgelegtem Fortbildungsbedarf abgefordert werden kann. Die 20 % der leistungsschwächsten Schulen sollen das Selbstevaluationsportal des Instituts für Schulqualität als zusätzliches Feedbackinstrument der Schülerinnen und Schüler für die Verbesserung des Unterrichts verbindlich nutzen.

Fachleistungen verbessern

Für die Wortschatzarbeit in den Schulen soll ein einheitlicher Grundwortschatz für Grundschulen und weiterführende Schulen erarbeitet werden. Durch die Qualifizierung von Multiplikatoren für die Einführung von Lernstrategien und die Ausbildung fachbezogener Berater (Fachcoaches) in den Fächern Deutsch, Mathematik, Fremdsprachen und Naturwissenschaften sollen die Fachkollegen in den Fachkonferenzen an den Schulen aktiv unterstützt werden.

Auch die Berufsbildenden Oberstufenzentren beabsichtigt Zöllner zu stärken und strebt eine Verbesserung des Bildungsangebots durch ein höheres Maß an Selbständigkeit an. Die OSZ sollen sich zu Kompetenzzentren weiterentwickeln.

Schulpflicht ernst nehmen

Eltern müssen dafür sorgen, dass ihre Kinder in die Schule gehen. Zur Senkung der Fehlquoten setzt sich Zöllner für die verbindliche Festsetzung von Bußgeld ein. "Wir müssen Eltern zukünftig ab dem ersten unentschuldigten Tag via SMS, eMail oder Anruf informieren", so der Senator. "Schülerinnen und Schüler müssen wissen, dass Schulen und Eltern an einem Strang ziehen." Zur Reduzierung der Fehlquoten setzt Zöllner auf ein gemeinsames Konzept der Schulen, das zusammen mit der Jugendhilfe und den schulpsychologischen Beratungszentren entwickelt werden soll.

Diese zentralen Aufgaben der Qualitätssicherung erfordern eine direkte Anbindung an die Leitung. Deshalb setzt Senator Zöllner eine Qualitätsbeauftragte ein, die als direkte Ansprechpartnerin für Eltern und Schulen tätig werden soll. "Ich freue mich, Frau Ruby Mattig-Krone für diese Aufgabe gewinnen zu können, da sie viele Jahre in den Berliner Elterngremien und in der Schulinspektion aktiv war und sich auf eine hohe Akzeptanz in der Berliner Elternschaft berufen kann."


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