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Trotz Corona: Deutliche Verbesserung der Digitalisierung

Trotz der Corona-Pandemie und der damit zusammenhängenden hohen organisatorischen Belastungen haben Hamburgs Schulen bei der Digitalisierung große Fortschritte gemacht.

18.01.2022 Hamburg Pressemeldung Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB)
  • Eine Computer-Tastatur in Nahaufnahme. © www.pixabay.de

Schulsenator Ties Rabe:

„An Hamburgs staatlichen Schulen unterstützen mittlerweile rund 140.000 digitale Geräte das Lernen, 73 Prozent aller Schulen verwenden die digitale Lernplattform LMS.Lernen.Hamburg, und die Teilnahme der Lehrkräfte an Fortbildungen zum Thema Digitalisierung hat sich mehr als verdoppelt. Insgesamt hat Hamburg bis Ende 2021 bereits rund Prozent der von der Bundesregierung zur Verfügung gestellten Fördergelder für die Digitalisierung investiert – der beste Wert aller Bundesländer.“

Schulsenator Ties Rabe:

„Wir wollen, dass Hamburgs Schülerinnen und Schüler in allen Schulfächern genauso selbstverständlich den Computer einsetzen wie Schulbücher und Arbeitshefte. Deshalb haben wir an allen 376 staatlichen Schulen die digitale Technik erheblich ausgebaut und bislang rund 95 Millionen Euro aus den Bundes-Fördergeldern investiert. Insgesamt stellt uns die Bundesregierung bis 2023 an Bundesmitteln 166 Millionen Euro für die Digitalisierung der Schulen zur Verfügung, zusammen mit unseren Landesmitteln ist das ein gewaltiges Investitionsprogramm von 200 Millionen Euro. Und das ist erst der Anfang. Denn im neuen Koalitionsvertrag haben wir den Digitalpakt zwischen Bund und Ländern noch einmal fast verdoppelt und bis 2030 verlängert. Bereits im nächsten Jahr rechnen wir mit weiteren Fördergeldern.“

Schulsenator Ties Rabe weiter:

„Die digitale Infrastruktur an den Schulen wurde in den vergangenen zweieinhalb Jahren verdreifacht, das ist eine stolze Leistung. Denn es geht bei der Digitalisierung des Hamburger Schulsystems nicht um ein kleines oder mittleres Unternehmen, sondern um das mit Abstand „größte Unternehmen“ Norddeutschlands mit über 30.000 Beschäftigten, 285.000 Nutzerinnen und Nutzern, über 1.000 Standorten und rund 2,7 Millionen Quadratmetern Büro- und Bildungsräumen. Ein solcher Ausbau unter den extrem schwierigen Rahmenbedingungen der Corona-Pandemie mit Schulschließungen und zahlreichen organisatorischen Belastungen ist deshalb eine große Herausforderung. Doch Dank des Einsatzes aller Beteiligten konnten wir unserem Anspruch, bei der digitalen Ausstattung der Schulen bundesweit die Standards zu setzen, weiterhin gerecht werden.“

Mehr als 140.000 Endgeräte an den Hamburger Schulen im Einsatz

Die Zahl der Computer und digitalen Endgeräte an den allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen hat sich seit 2018 von 55.000 auf über 140.000 Geräte nahezu verdreifacht. Trotz des Abbaus der nicht mehr zeitgemäßen Desktop-Computer in den früheren „Computerräumen“ und der Modernisierung aller Geräte verfügen Hamburgs staatliche Schulen derzeit mit rund 75.000 Notebooks und Tablets sowie rund 33.500 Desktop-Computern über mehr als drei Mal so viele Computer wie vor drei Jahren. Für Lehrkräfte stehen seit diesem Schuljahr erstmals rund 20.500 Dienst-Tablets zur Verfügung. Zusätzlich sind in den rund 12.000 Unterrichtsräumen 11.500 digitale Tafeln installiert worden. Auf diesen Geräten können nicht nur herkömmliche Tafelbilder entworfen werden, sondern die Geräte verfügen über einen Zugang zum Internet, es können Filme gezeigt, Lernprogramme aufgerufen und Präsentationen erarbeitet werden. Mehr als 96 Prozent aller Unterrichtsräume in den staatlichen Schulen verfügen über diese digitale Präsentationstechnik.

Fast alle Schulen jetzt mit WLAN in ihren Unterrichtsräumen

Damit die Schülerinnen und Schüler mit ihren Laptops oder Tablets im Unterricht optimal arbeiten können, haben inzwischen 99 Prozent der staatlichen Schulen WLAN in ihren Klassen- und Unterrichtsräumen: 153 der 155 weiterführenden und berufsbildenden staatlichen Schulen und 218 der 221 staatlichen Grundschulen und Sonderschulen. Das ist im bundesweiten Vergleich ein Spitzenwert. Ein 100-prozentiger Ausbau ist nur deshalb nicht zustande gekommen, weil einige Schulen komplett umgebaut oder saniert werden und vor Abschluss der Bauarbeiten keine WLAN-Installation möglich ist. Die Leistungsfähigkeit des WLAN im Klassenraum wurde verzehnfacht: bereits Stadtteilschulen, Gymnasien und Berufsschulen und Grundschulen verfügen über ein WLAN mit 1 Gigabit/s, die übrigen Grundschulen werden künftig auch von 500 Mbit/s auf 1 Gigabit/s hochgesetzt.

Mehr als doppelt so viel Geld für Wartung und Pflege

Schulbehörde und Bundesregierung stellen den Schulen darüber hinaus mehr als doppelt so viele Mittel zur Verfügung, um die Pflege und Wartung der digitalen Technik in den Schulen professionell durchzuführen. Die IT-Mittel der Schulen wurden von 4,5 Millionen Euro auf acht Millionen Euro pro Jahr erhöht. Unter anderem bekommen die allgemeinbildenden Schulen im Schuljahr 2021/22 zusätzliche Mittel von rund 10.000 Euro pro Jahr und Schule. Die Schulen beauftragen in der Regel Fachfirmen, die den technischen Support übernehmen. In Einzelfällen wird auch eigenes IT-Personal in den Schulen beschäftigt. 287 Schulen haben bereits erfolgreich Wartungsverträge abgeschlossen, weitere 58 Schulen sind in Verhandlungen.

Dreiviertel der Schulen nutzen die Schulcloud „LMS.Lernen.Hamburg“

Bei der Vereinheitlichung der Software haben die Schulen ebenfalls große Fortschritte gemacht. Für Hamburgs Schulen wurde auf der Grundlage der weltweit in den meisten Universitäten und Bildungseinrichtungen eingesetzten Software „Moodle“ das Lernmanagementprogramm „LMS.Lernen.Hamburg“ zur Verfügung gestellt. Nutzten im März 2019 nur 20 Schulen das neue Lernprogramm, so sind es bis jetzt mit 276 von 376 Schulen, dreiviertel aller staatlichen Schulen. Das LMS wurde bereits mehrfach erfolgreich für bundesweite Veranstaltungen mit vielen hundert Teilnehmenden eingesetzt. Durch eine deutliche Erweiterung der Serverstrukturen konnte die Leistungsfähigkeit so gesteigert werden, dass über LMS jetzt auch ein digitales Prüfungsarchiv, ein Austauschforum für alle Lehrkräfte, hamburgweite Kurse und bekannte Lernprogramme wie „bettermarks“ (Mathematik) oder das PlugIn „Board“ (digitale Pinnwand für agiles, kooperatives Arbeiten) genutzt werden können.

Hamburg entwickelt im Auftrag der KMK die erste bundesweite Lernplattform

Unter Federführung Hamburgs wurde zudem die bundesweite Lernplattform „mundo.schule“ für die Schulen entwickelt. Mundo ist die Suchmaschine, die momentan über 40.000 digitale Bildungsmedien nach Fächern sortiert und sie durchsuchbar und nutzbar macht. Alle Materialien sind offen, lizenzrechtlich und qualitativ von einer Redaktion geprüft und können rechtssicher genutzt werden. Über diese Suchmaschine können die Hamburger Schulen bundesweit frei verfügbare digitale Bildungsmedien suchen und in das LMS einbinden. Ab Mitte Februar können Lehrkräfte auf Mundo eigene Accounts und Merklisten anlegen sowie eigene Bildungsmedien zur Veröffentlichung über Mundo und Sodix einreichen. Sodix ist der Knotenpunkt, der im Hintergrund läuft und eine zentrale Austauschplattform für alle Bundesländer bildet. Künstliche Intelligenz analysiert diese Medien und ordnet sie den in Sodix hinterlegten Bildungsplänen der Länder zu. Sodix beinhaltet auch einen Editor, in dem auch Unterrichtsmaterialien erstellt werden können, die je nach Entscheidung des Verfassers für das eigene Land oder für alle Länder bereitgestellt werden können.

Fortbildungs- und Unterstützungsangebote fast verdoppelt

Die Fortbildungsangebote im Bereich der Digitalisierung wurden deutlich ausgebaut: Hatten im Schuljahr 2019/20 noch 6.800 Pädagoginnen und Pädagogen an 775 zum Teil mehrtägigen Digitalisierungsfortbildungen teilgenommen, nahmen im Schuljahr 2020/21 bereits mehr als 16.500 Pädagoginnen und Pädagogen nahmen an rund 3.000 Digitalisierungsfortbildungen im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung teil. Viele Veranstaltungen wurden digital durchgeführt. Dazu gehörten im vergangenen Schuljahr 2020/21 auch elf digitale Tagungen, an denen teilweise bis zu 1.000 Lehrkräfte teilnahmen. Zudem erhielten 54 allgemeinbildende Schulen beim Landesinstitut Lehrerbildung LI eine individuelle Beratung zum Einsatz ihrer mobilen Endgeräte und Präsentationssysteme.

Auch bei den angehenden Lehrkräften wird Digitalisierung großgeschrieben: Das Fortbildungsprogramm „Bildung in der digitalen Welt“ war im Schuljahr 2020/21 fester Bestandteil der Ausbildung aller 1.236 Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst (Referendariat). Dabei werden alle Seminare sowohl in Präsenz als auch hybrid oder in Distanz durchgeführt. Zudem müssen die angehenden Lehrkräfte während ihrer Ausbildung inzwischen in mindestens der Hälfte aller Hospitationsstunden und unterrichtspraktischen Prüfungen digitale Medien funktional einsetzen– eine Vorgabe, die in der Praxis mittlerweile deutlich übertroffen wird.

Kooperationsprojekte für digitale Bildung in der Schule

Ein Beispiel für besondere digitale Fortbildungsangebote des LI ist auch das Projekt „Techucation@school“. Seit diesem Schuljahr bietet das gemeinsam mit der Otto Group entwickelte digitale Bildungsprogramm allen Hamburger Lehrkräften in kleinen Lerneinheiten mit kurzen Erklärvideos und zusätzlichem Material Fakten und Hintergründe zur Digitalisierung.

Ein weiteres Programm ist „Digital macht Schule“ (DmS): Die gemeinsam mit der Joachim Herz Stiftung veranstaltete Fortbildungsreihe soll insbesondere die digitale Schulentwicklung und das Lernen mit digitalen Medien vorantreiben. Das durch „Digital macht Schule“ entstandene Netzwerk erarbeitete in vier Handlungsfeldern so genannte Blended Learning Kurse mit attraktiven Lern- und Austauschangeboten für die digitale Schulentwicklung. Insgesamt nahmen bislang 360 Kolleginnen und Kollegen aus 120 Schulen an den Kursen teil. Bei der zentralen Tagung #dms21 nahmen darüber hinaus über 1.000 Hamburger Lehrkräfte an 50 Workshops sowie an Diskussions- und Talkrunden zu Themen rund um die Bildung in der digitalen Welt teil.

Im Projekt „digital learning lab“ unterstützt die Joachim Herz Stiftung ein weiteres gemeinsames Projekt von Schulbehörde und Stiftung. Auf einer gemeinsam entwickelten Internetplattform stellen Lehrkräfte aller Schulen erprobte und erfolgreiche Unterrichtsbausteine und Unterrichtsbeispiele für den Unterricht mit digitalen Medien in allen Schulfächern vor und allen Lehrkräften zur Verfügung. Als Anregung für den Digitalunterricht steht über die Plattform „Digital Learning Lab“ allen Schulen mittlerweile über 228 Unterrichtsbeispiele und Beschreibungen von über 100 Lernprogrammen und weiteren digitalen Tools für den Unterricht zur Verfügung.


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