Statistik

Unterrichtsversorgung weiter angespannt

Der Unterrichtsausfall an allgemeinbildenden Thüringer Schulen lag im November 2019 bei sieben Prozent und hat sich damit im Vergleich zur Erhebung im gleichen Zeitraum des Vorjahres um 0,4 Prozent erhöht (Herbst 2019: 6,6 Prozent).

05.02.2020 Thüringen Pressemeldung Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport
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Der Anteil der Stillarbeit am Unterrichtsausfall beträgt gleichbleibend 0,6 Prozent. Vertreten wurden 6,3 Prozent des Unterrichts, knapp die Hälfte davon fachgerecht.
Bildungsminister Helmut Holter: „Das kann nicht zufriedenstellen. Trotz der vielen Maßnahmen, die wir bereits ergriffen haben, ist keine Entspannung der Lage in Sicht. Umso wichtiger ist es, jetzt nicht locker zu lassen. Das heißt zum einen, an der A13 für die Grundschullehrerinnen und -lehrer führt kein Weg mehr vorbei. Zum anderen müssen wir konsequent weiter an Maßnahmen zum Bürokratieabbau und der Optimierung des Einstellungsverfahrens arbeiten. Ich werde mich mit Nachdruck für die Bereitstellung der notwendigen Mittel einsetzen. Hier ist auch ein deutliches Zeichen aller Fraktionen im Rahmen der Haushaltsbeschlüsse gefragt.“  

Die häufigste Ursache von Unterrichtsausfall sind Erkrankungen der Lehrerinnen und Lehrer. Insbesondere die Quote an langzeiterkrankten Lehrkräften von 5,8 Prozent ist problematisch. Große Sorgen bereitet außerdem die Nachwuchsgewinnung. Die Suche nach geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern ist deutlich aufwendiger geworden. Das betrifft vor allem den ländlichen Raum und die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer.

Um das Verfahren für Interessentinnen und Interessenten attraktiver zu gestalten, wurde im Rahmen der Lehrergewinnungskampagne für den Freistaat Thüringen die Internetseite www.erste-reihe-thueringen.de grundlegend überarbeitet und mit neuen Suchfunktionen ausgestattet. Bis zum Sommer soll darüber hinaus das komplette Bewerbungsverfahren digitalisiert werden. Damit geht Thüringen wichtige Schritte, um das Verfahren modernen Standards anzupassen.

„Ich bin froh, dass im neuen Koalitionsvertrag auch eine Erhöhung der Mittel für die Lehrergewinnungskampagne vorgesehen ist. Nur so können wir unsere Bemühungen verstetigen und intensivieren. Dabei geht es nicht nur darum, neue Lehrkräfte für Thüringen zu gewinnen, sondern auch das Ansehen des Berufsbildes weiter zu steigern. Es gibt kaum einen Beruf, in dem Zukunft besser gestaltet werden kann. Der Job ist anspruchsvoll, aber auch erfüllend zugleich. Das gilt es zu vermitteln“, so Holter.

Hintergrund:

Der Unterrichtsausfall in Thüringen wird seit Beginn des Schuljahrs 2018/19 mit einer überarbeiteten Methode gemessen, die das Bildungsministerium mit den Bildungsgewerkschaften GEW Thüringen und tlv thüringer lehrerverband sowie der Eltern- und der Schülervertretung gemeinsam erarbeitet hat. Eine entsprechende Arbeitsgruppe hatte mehrere Monate beraten, wie sich die Erhebung gestalten lässt, damit sie aus Sicht aller Akteure ein realistisches Bild der Situation an den Schulen zeichnet. Es wurde sich darauf verständigt, die drei Erhebungswochen pro Schuljahr (Schuljahresbeginn, Herbst, Frühjahr) beizubehalten, um den Schulen keinen zusätzlichen bürokratischen Aufwand zuzumuten. Neu ist die gesonderte Erfassung von sogenannter „Stillarbeit“ als Unterrichtsausfall sowie eine Erhebung über Klassenzusammenlegungen.


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