Schulstatistik

Unterrichtsversorgung bleibt angespannt

Auch im neuen Schuljahr bleibt die Unterrichtsversorgung in Thüringen angespannt. In der jüngsten Erhebung zum Unterrichtsausfall, die Ende September an allen allgemeinbildenden staatlichen Schulen stattfand, liegt der ersatzlose Ausfall bei 5,7 Prozent. Im Vergleich zum September 2018 ist das eine Erhöhung um 0,5 Prozent.

04.12.2019 Thüringen Pressemeldung Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport
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Der Anteil des vertretenen Unterrichts beträgt 5,6 Prozent (Vorjahr 5,5 Prozent). Dabei wurden 38 Prozent fachgerecht vertreten. Das entspricht annähernd dem Niveau aus dem September 2018 (41 Prozent).

Bildungsminister Helmut Holter verweist auf die weiter laufenden Lehrereinstellungen: „Thüringen stellt so viele Lehrerinnen und Lehrer ein wie nie zuvor. Bis Ende November sind allein in diesem Jahr 1.069 neue Lehrkräfte in den Thüringer Schuldienst gekommen, darunter 99 Seiteneinsteiger. Gleichzeitig verlassen in den nächsten Jahren viele Pädagoginnen und Pädagogen die Schulen, der Generationenwechsel in den Lehrerzimmern ist im vollem Gange. Wir müssen dafür Sorge tragen, dass alle offenen Lehrerstellen auch besetzt werden können. Deshalb fordere ich mehr gesellschaftliche Anerkennung für den Lehrerberuf. Unsere Lehrerinnen und Lehrer erbringen täglich Höchstleistungen, um den Unterricht abzusichern. Wenn wir dafür nicht mehr Wertschätzung zeigen, werden sich weniger junge Menschen für den Beruf entscheiden.“

Zudem empfiehlt der Bildungsminister den Schulen, noch stärker das Schulbudget zu nutzen: „Aus dem Schulbudget finanzierte Maßnahmen entlasten die Lehrerkollegien direkt. Egal, ob es sich um unterrichtsbezogene Arbeitsgruppen für Schülerinnen und Schüler handelt oder um Angebote zur Gesundheitsprävention für Lehrkräfte: Das Schulbudget wirkt. Zum Schuljahresbeginn im August nahmen 56 Prozent unserer Schulen die Mittel aus dem Budget in Anspruch. Diesen Wert sollten wir weiter steigern.“

Seit Beginn des Schuljahrs 2018/19 gibt es für die Thüringer Schulen ein Schulbudget in Höhe von 30 Euro pro Schüler/pro Jahr. Eine Schule mit 300 Schülerinnen und Schüler hat also beispielsweise 9.000 Euro pro Jahr zur Verfügung. Dieses Geld soll für außerunterrichtliche und entlastende Maßnahmen (insbesondere Arbeitsgemeinschaften) und zur Gesundheitsförderung für Lehrkräfte, Sonderpädagogische Fachkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher eingesetzt werden. Ziel ist, Lehrkräfte verstärkt im Unterricht einsetzen zu können und damit die Unterrichtsabsicherung zu verbessern.

Hintergrund:

Der Unterrichtsausfall in Thüringen wird seit Beginn des Schuljahrs 2018/19 mit einer überarbeiteten Methode gemessen, die das Bildungsministerium mit den Bildungsgewerkschaften GEW Thüringen und tlv thüringer lehrerverband sowie der Eltern- und der Schülervertretung gemeinsam erarbeitet hat. Eine entsprechende Arbeitsgruppe hatte mehrere Monate beraten, wie sich die Erhebung gestalten lässt, damit sie aus Sicht aller Akteure ein realistisches Bild der Situation an den Schulen zeichnet. Es wurde sich darauf verständigt, die drei Erhebungswochen pro Schuljahr (Schuljahresbeginn, Herbst, Frühjahr) beizubehalten, um den Schulen keinen zusätzlichen bürokratischen Aufwand zuzumuten. Neu ist die gesonderte Erfassung von sogenannter „Stillarbeit“ als Unterrichtsausfall sowie eine Erhebung über Klassenzusammenlegungen.


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