Unzufrieden mit dem Bildungssystem
14.04.2011 Artikel
Einen großen Eindruck hinterlassen hat die jüngste Bildungsstudie, die Welt berichtet ausführlich darüber. Zwar beansprucht die Studie – von Roland Berger Strategy Consultants, die Bertelsmann Stiftung, die "Bild"-Zeitung und "Hürriyet" gemeinsam erarbeitet – keinen Anspruch auf Repräsentativität. Aber durch den hohen Rücklauf von 130.000 Fragebögen werden die Ergebnisse Ernst genommen. Der in Deutschland gültige Föderalismus im Bildungssystem wird demzufolge in der Bevölkerung nur noch argwöhnisch beäugt. 83 Prozent sehen in der Konkurrenz der Bildungssysteme keinen Vorteil. Nur acht Prozent wollen, dass es in den Bundesländern unterschiedlichen Schulstoff gibt, 92 Prozent treten für gemeinsame Abschlussprüfungen ein. Und welch hoher Stellenwert der Bildung beigemessen wird, zeigt auch die Bereitschaft von 73 Prozent der Befragten, für Bildung höhere Steuern bezahlen zu wollen. Die Mehrheit ist auch gegen die Trennung der Kinder nach der vierten Klasse, da liegt Hamburg offenbar nicht im Trend. Auch die Ganztagsschule wird von der Mehrheit befürwortet. Sogar Bildungsministerin Annette Schavan (CDU), ansonsten stramme Verfechterin des Bildungs-Föderalismus, forderte die Länder auf, sich zu bewegen: "Die 16 Länder sollten sich auf eine gemeinsame Grundstruktur einigen, das wäre ein unglaublicher Schub für das deutsche Bildungssystem." Der bayerische Bildungsminister Ludwig Spaenle favorisiert im Welt-Interview einen Staatsvertrag, der "als stark bindendes politisches Instrument diese Strategie auf eine sichere Grundlage stellt. In einem solchen Staatsvertrag müssten sich die Länder zur besseren Vergleichbarkeit der Prüfungen bekennen." Ein Interview mit Schauspieler Walter Sittler hat bei Welt-Online eine rege Diskussion ausgelöst. Auch viele der Leserbriefe bringen interessante Aspekte in die Debatte mit ein.
Zur Studie www.welt.de Interview mit Sittler zum Schulsystem www.welt.de Interview mit Ludwig Spaenle www.welt.de
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