VBE: Der Beamtenstatus von Lehrern ist für Schüler, Eltern, Pädagogen und das Land von Vorteil
Gerhard Brand, der geschäftsführende Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) und Rektor der Grund- und Hauptschule in Alfdorf, hat wenig Verständnis für den jüngsten Vorstoß der Südwest-FDP, Lehrer statt im Beamtenverhältnis künftig nur noch als Tarifbeschäftigte in den Schuldienst des Landes zu lassen. "Die FDP sieht Vorteile, wo es keine gibt", so Brand. Der VBE begrüßt es, dass sich Kultusministerin Marion Schick sofort von den Forderungen des Koalitionspartners distanziert hat.
12.10.2010 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergSelbst ein Großteil der Öffentlichkeit fordere immer wieder, Lehrer nicht im Beamtenverhältnis, sondern als Angestellte zu beschäftigen, weil man glaube, dann mehr Druck auf die Pädagogen ausüben zu können, sagt Brand. Aber auch Tarifbeschäftigte würden nach einer gewissen Zeit praktisch unkündbar. Beamte seien für den Arbeitgeber finanziell deutlich günstiger, weil bestimmte Abgaben wegfielen und Beihilfezahlungen im Krankheitsfall in der Summe weniger Kosten verursachten als der sonst fällige Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Krankenversicherung.
Lehrer erfüllen einen staatlichen Bildungs- und Erziehungsauftrag, erteilen Noten, nehmen Prüfungen ab, entscheiden über Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen im Rahmen des Schulgesetzes, sprechen Versetzungen aus und vergeben Schulabschlüsse, vollziehen somit "hoheitliche Aufgaben", stellt der VBE-Vorsitzende fest. Die durch den Beamtenstatus nur den Gesetzen, der Verfassung und den Bildungsplänen verpflichteten Pädagogen werden so weder parteiinterner noch interessenpolitischer Bevormundung ausgesetzt.
Nach Auffassung des VBE sichert der Beamtenstatus der Lehrerschaft nicht nur die pädagogische Freiheit und Neutralität, sondern garantiert den Schulen gleichzeitig Kontinuität und Stabilität bei der täglichen Arbeit, da beamtete Lehrer nicht streiken dürfen. Lehrerstreiks wären hochgradig unsozial, weil sie auf dem Rücken der Schüler ausgetragen werden würden und es finanziell besser gestellten Eltern leichter fiele, durch Streik verursachte Bildungsdefizite ihrer Kinder mit teuren Nachhilfestunden auszugleichen.
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