VBE: Drei Kopfnoten sind fauler Kompromiss
"Dass aus sechs Kopfnoten drei gemacht werden sollen, ist ein typischer fauler Koalitionskompromiss, der inhaltlich nicht nachvollziehbar ist", kommentiert der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann die Entscheidung der Landesregierung. "Es geht um das Arbeits- und Sozialverhalten der Schülerinnen und Schüler. Das sind unübersehbar zwei Bereiche, die im Schulgesetz so benannt sind und deshalb auch auf den Zeugnissen als zwei Bereiche auftauchen sollten."
23.09.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRWDie jetzt festgelegten Bereiche "Leistungsbereitschaft", "Zuverlässigkeit und Sorgfalt" sowie "Sozialverhalten" gehen nach Auffassung des VBE zumindest teilweise ineinander über. Wie zuverlässig jemand ist, sagt etwas über sein Sozialverhalten aus. Ob jemand sorgfältig oder oberflächlich arbeitet, gibt einen Einblick in seine Leistungsbereitschaft.
"Nach den heftigen Protesten gegen die von der Landesregierung durchgesetzten sechs Ziffernoten und der Expertenkritik in den entsprechenden Anhörungen ist diese Lösung ein fauler Kompromiss, der offensichtlich den kleinen Koalitionspartner zufrieden stellen will", so Beckmann. "Die bildungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion zeigte sich ja bereits am 12. August 2008 in einem Interview mit der `Rheinischen Post` überzeugt davon, dass die Zahl der Kopfnoten von sechs auf drei gesenkt werden würde."
Der Arbeitskreis Schule der CDU-Fraktion war bereits mit dem VBE einer Meinung, dass zwei Rückmeldungen zu den Bereichen Arbeits- und Sozialverhalten ausreichen.
"Die Landesregierung hat mit der heutigen Entscheidung die Chance verpasst, ihre Fehlentscheidung in dieser Frage wirklich zu korrigieren", so Beckmann abschließend. "Aussagen über das Arbeits- und Sozialverhalten von Kindern und Jugendlichen sollten sowohl an Schüler als auch Eltern in einer Form zurückgemeldet werden, die diesen vor allem zeigt, wo es Entwicklungsbedarf und Entwicklungsmöglichkeiten gibt. Ob alleine Ziffernoten dies leisten können, bleibt fraglich."
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