VBE: Evaluieren, analysieren, vergleichen - Schüler werden durchs Diagnostizieren allein auch nicht besser

Es gab einmal eine Zeit, da wurde jede Woche mindestens ein Deutschdik­tat geschrieben, weil man glaubte, dass durch den Druck regelmäßiger Tests die Leistung der Schüler gesteigert werden könnte. Von solchen Me­thoden sei man glücklicherweise abgekommen, bestätigt der Verband Bil­dung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg. Dafür starre man nun auf die Ergebnisse der Evaluation, der Vergleichs- und Diagnosearbeiten, der Bildungsstandards - und nun auch auf die Kompetenzanalyse in der siebten Klasse der Hauptschule. Es sei für Schüler wenig hilfreich, wenn zwar mehr diagnostiziert, aber danach nicht mehr geholfen werde. Außer­dem lasse der auf Testergebnisse eingeengte Blickwinkel die Bedeutung des Wegs zum Ziel als zu nebensächlich erscheinen.

19.05.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Während es einerseits Stimmen gibt, die die Noten in der Schule ganz abge­schafft haben wollen, werden andererseits Schüler mit immer mehr standardi­sierten Tests, Diagnose- und Vergleichsarbeiten, zentralen Klassenarbeiten und jetzt auch mit der Kompetenzanalyse "beglückt". Im Schlagschatten internatio­naler Vergleichstests werden Kinder und Jugendliche heute allzu gern - mit durchaus hehren Absichten - in Raster gepresst, welche mit Unterstützung der Computer statistische Auswertungen und Vergleichbarkeit erleichtern.

Wenn Schulen dem Leitbild folgen "Wir machen Kinder stark", lasse sich das nur schwer evaluieren, heißt es von Seiten des VBE, zu tiefgehend und zu viel­schichtig sind die Anforderungen, die daran gestellt werden. Immer deutlicher kristallisiert sich aber heraus, dass Schulen eben keine Wirtschaftsunternehmen sind, sich daher auch nicht mit deren Methoden messen und steuern lassen und dass Vergleichsstudien wie Pisa pädagogische Erfolge nur in Fragmenten er­fassen. Der Messbarkeitswahn verlangt nach harten Fakten, und so ist es nur natürlich, dass vor allem Lesekompetenz, Sprachen, Mathematik und Naturwis­senschaften in den Fokus der Untersuchungen rücken und "abgefragt" werden und nicht etwa soziale Kompetenzen, Arbeitszufriedenheit und die psychische Stabilität der Schüler.


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