VBE hat auf die aktuelle Feriendiskussion bereits gewartet

Beim Verband Bildung und Erziehung (VBE) hat man regelrecht darauf gewartet: auf die beinahe schon traditionelle Feriendiskussion im Sommerloch. Kein Jahr vergeht, ohne dass sich "Experten" dazu genötigt sehen, sich zur Lage oder Länge der Schulferien zu äußern. Diesmal kommt der Angriff auf das "Heiligtum Schulferien", wie es der Kommentator der "Stuttgarter Nachrichten" nennt, von der CSU aus Bayern.

17.08.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Nur weil die Erwachsenen nicht so viele Wochen Urlaub im Jahr wie ihre Kinder Ferien haben, dürfe man den Schülern nicht deren unterrichtsfreie Zeit beschneiden, moniert der VBE-Sprecher. Schüler benötigen andere Zeiten der Entspannung und Regeneration als deren Eltern. Dass die unterschiedlichen Bedürfnisse zu Problemen bei der Betreuung und Beaufsichtigung der Kinder führen können, zumal wenn beide Eltern berufstätig sind, räumt auch der VBE-Sprecher ein.

Diese Schwierigkeit, die Schulferien der Kinder und die freie Zeit der Eltern unter einen Hut zu bringen, könne jedoch anders angegangen werden, als die Schüler länger arbeiten zu lassen, etwa durch zusätzliche Ferienprogramme. Ein "Kinderland Baden-Württemberg" sei eben nicht mit dem "Elternland" deckungsgleich. Für Schüler gleich welchen Alters sind die freien Tage Höhepunkte im Schuljahr. Eltern erfahren insbesondere die langen Sommerferien als eine ständige Herausforderung an das eigene Nervenkostüm.

Das Thema Ferien werde in der Regel immer dann besonders heiß, wenn der Sommer die Temperaturen nach oben treibe oder es zu viel regne, meint der VBE-Sprecher. Dann könne man sich trefflich über die Lage der Sommerferien streiten. Eine deutliche Verkürzung der Hauptferienzeit würde nicht nur der Touristikbranche erheblichen Kummer bereiten, sondern auch all den Betrieben, in denen Väter oder Mütter arbeiteten, die dann alle zur gleichen Zeit den Jahresurlaub nehmen wollen.

Bereits im Jahre 2003 schlug der damalige CDU-Fraktionsvorsitzende im Stuttgarter Landtag, Günther Oettinger vor, die Sommerferien auf vier Wochen zurechtzustutzen. Nach seiner Vorstellung müssten Lehrer in der Schule außerdem "Freizeitprogramme" und eine "Nacharbeit des Unterrichtsstoffes" anbieten. Ein Vorschlag, den der VBE dann gerne auch auf Politiker übertragen haben möchte: Alle, die vor ihrem Urlaub die Hausaufgaben nicht erledigt haben, müssten zur Strafe zum Nacharbeiten zu Hause bleiben. Ob dies die Qualität der politischen Arbeit verbessern würde, sei wohl mehr als fraglich, denn auch Politiker benötigen - wie Schüler und Lehrer - ausreichend freie Tage zu Regeneration, so der VBE.


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