VBE: OECD-Kritik muss Folgen haben

"Die internationale Kritik am deutschen Schulsystem wird immer lauter, und das ist gut so", kommentiert der Vorsitzende der Lehrergewerkschaft VBE NRW den OECD-Wirtschaftsbericht für Deutschland. "Angesichts der demografischen Entwicklung und des schon jetzt erkennbaren Fachkräftemangels darf es in Bezug auf Bildungsreformen keine Tabus mehr geben."

09.04.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Während in NRW gerade der Prognoseunterricht zwecks "begabungsgerechter" Aufteilung von Kindern auf unterschiedliche Schulformen läuft, ist diese frühe Aufteilung von Kindern auf verschiedene Schulformen einmal mehr in die Kritik geraten. Diesmal stecken wirtschaftliche Überlegungen dahinter, die nicht von der Hand zu weisen sind.

"Man fragt sich allmählich, was eigentlich in Deutschland los ist", so Beckmann weiter. "Es hagelt Kritik von allen Seiten, und ein großer Teil der deutschen Kultusminister hält bockig an einem Schulsystem fest, das die Eltern mit ihrem Schulwahlverhalten ohnehin schon längst vom Kopf auf die Füße gestellt haben."

Auch die nordrhein-westfälische Landesregierung ist aufgefordert, sich Gedanken über die OECD-Kritik zu machen.

"Es geht hier auch um die wirtschaftliche Zukunft des Landes", so Beckmann abschließend. "Weder die demografische Entwicklung noch den heraufziehenden Fachkräftemangel kann man aussitzen. Mit einem Schulsystem, das die Gesellschafts- und Wirtschaftsstruktur des 19. Jahrhunderts spiegelt, lassen sich die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nicht bewältigen."


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