Schülerzahlen

Sonderpädagogik darf nicht zum blinden Fleck der Bildungspolitik werden

Anlässlich der Berichterstattung des SWR über stark steigende Schülerzahlen und zunehmende Platznot an Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) warnt der VBE Baden-Württemberg vor einer weiteren Verschärfung der Situation an den sonderpädagogischen Einrichtungen des Landes.

28.09.2026 Baden-Württemberg Pressemeldung VBE Baden-Württemberg
  • © Adobe Stock Nach Angaben des Statistischen Landesamtes ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler an den SBBZ in Baden-Württemberg seit 2020 um rund zehn Prozent gestiegen.

„Was wir derzeit an vielen SBBZ erleben, ist eine Entwicklung mit Ansage. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler steigt, gleichzeitig fehlen vielerorts vollständig ausgebildete sonderpädagogische Lehrkräfte und zunehmend auch die notwendigen räumlichen Kapazitäten. Bis 2031 auf eine Entspannung beim Lehrkräfteangebot zu hoffen, reicht nicht aus“, erklärt der VBE-Landesvorsitzende Gerhard Brand.

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler an den SBBZ in Baden-Württemberg seit 2020 um rund zehn Prozent gestiegen. Auch das Kultusministerium räumt ein, dass die steigenden Schülerzahlen derzeit nicht aufgefangen werden können.

„Gerade in der Sonderpädagogik lässt sich fehlendes Fachpersonal nicht beliebig kompensieren. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf verlangt eine hohe fachliche Qualifikation. Deshalb brauchen wir eine Ausbildungsoffensive und kurzfristig alle verfügbaren Möglichkeiten, um vollständig ausgebildete sonderpädagogische Lehrkräfte für unsere Schulen zu gewinnen und dort zu halten“, so Brand.

Der VBE fordert, den Studiengang Sonderpädagogik flächendeckend an allen Pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg anzubieten. Gleichzeitig sollte ergebnisoffen diskutiert werden, wie vorhandene Ressourcen wirksamer gebündelt werden können. Denkbar wäre, inklusive Angebote stärker an entsprechend ausgestatteten Schwerpunktschulen zu konzentrieren, statt sie an jeder einzelnen Regelschule vorhalten zu müssen. Dies könnte zugleich die SBBZ entlasten, deren Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen vielfach an Regelschulen abgeordnet werden.

Brand: „Inklusion braucht Qualität und Verlässlichkeit. Wenn die Fachkräfte nicht ausreichen, müssen wir darüber sprechen, wie wir die vorhandenen Ressourcen bündeln können. Entscheidend ist nicht, dass jede Schule alles anbietet, sondern dass jedes Kind die Förderung erhält, die es braucht.“

Ansprechpartner

VBE Baden-Württemberg

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