VDP spricht sich für Reform des Schulwesens aus

Der Bundesverband Deutscher Privatschulen e.V. spricht sich angesichts der anhaltenden Diskussion um die dreigliedrige Schulform für eine generelle Reform des Bildungssystems zu mehr Vielfalt aus. "Die derzeitige Debatte um eine Erneuerung des dreigliedrigen Schulsystems geht unserer Ansicht nach in die falsche Richtung", erklärt VDP-Präsident Michael Büchler. "Wichtiger als die Debatten um das Für und Wider von Gesamtschulen ist eine bedarfsgerechte Schülerförderung. Der damit verbundene Freiraum der Schulen ist unabdingbare Voraussetzung für ein international wettbewerbsfähiges Schulwesen." So müssten Schulen in der Lage sein, bei einheitlichen Abschlussstandards selbst entscheiden zu können, auf welchem pädagogischen Weg sie zu diesem Ziel gelangten. "Eine solche konzeptionelle Eigenständigkeit kann zur Reform der jeweiligen Schulform zugunsten einer Gesamtschule führen", so Büchler. "Genauso gut kann es aber aufgrund einer individuellen Schwerpunktlegung zu einer bewussten Entscheidung für das dreigliedrige Schulsystem kommen." Beides sei vor dem Hintergrund einer generellen Erneuerung des Bildungswesens zu mehr Eigenständigkeit von Schulen wünschenswert.

19.03.2008 Pressemeldung Verband Deutscher Privatschulverbände (VDP) e.V.

Gerade diese konzeptionellen Freiräume von Schulen müssten in einer Debatte um mögliche Reformen des deutschen Schulwesens thematisiert werden. "Schulen müssen in der Lage sein, auf die Vielfalt der heutigen Lebenswelten reagieren und ihr Schulprofil im Sinne einer bestmöglichen Förderung der Schüler anpassen zu können" erläutert Büchler. "Mit zielgruppenspezifischen Angeboten muss sich die jeweilige Schule ganz auf die individuelle Förderung der Schüler konzentrieren." Die Qualität von Schule entscheide sich daher nicht nur an strukturellen Fragen. Wesentlich sei vielmehr die Möglichkeit, Lern- und Erziehungsprozesse zu individualisieren und zu differenzieren. Daraus ergebe sich für den VDP anstelle eines Bekenntnisses für oder gegen das dreigliedrige Schulsystem die Forderung nach einer weitgehenden Autonomie der Schulen, die neben der eigenverantwortlichen Entscheidung für ein bestimmtes pädagogisches Modell auch die Entscheidung für eine bestimmte Schulform einschließe.

Der Bundesverband Deutscher Privatschulen e.V. vertritt freie Bildungseinrichtungen im allgemein bildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Fachhochschulen und Hochschulen). Der 1901 gegründete Verband bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich. Zusammen mit den beiden konfessionellen Privatschulverbänden, dem Bund der freien Waldorfschulen und der Vereinigung Deutscher Landerziehungsheime bildet der VDP die Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen, deren rotierenden Vorsitz er bis 2009 innehat.


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