Appell

Schulen dürfen nicht zum Einfallstor für Demokratiefeindlichkeit werden

Die aktuellen Umfragen zu den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen sind ein ernstes Warnsignal – besonders für die Schulen unseres Landes.

01.10.2026 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung LEiS-NRW e. V.
  • Es ist eine Schulklasse von hinten zu sehen, einer der Schüler sitzt in einem Rollstuhl. © Adobe Stock Gerade Kinder und Jugendliche brauchen Schulen, die Sicherheit geben und Zugehörigkeit ermöglichen.

Wo demokratische Parteien an Vertrauen verlieren und rechtspopulistische Kräfte an Zustimmung gewinnen, steht auch die Schule vor einer zentralen Aufgabe: Sie muss ein Ort bleiben, an dem Menschenwürde, Vielfalt, Freiheit und gleiche Teilhabe nicht nur unterrichtet, sondern täglich gelebt werden.

Schule ist kein wertneutraler Raum. Das Grundgesetz, die Landesverfassung und die Kinderrechte verpflichten uns dazu, jedes Kind in seiner Würde zu achten, vor Diskriminierung zu schützen und ihm Bildungschancen zu eröffnen – unabhängig von Herkunft, Behinderung, Religion, sozialem Status oder familiärer Lebensform.

Die LEiS-NRW warnt davor, demokratiefeindliche Positionen als bloße „Meinung“ zu verharmlosen. Wer Inklusion gegen Kinder ausspielt, Migration pauschal zum Problem erklärt, Minderheiten abwertet oder Lehrkräfte einschüchtert, greift nicht nur einzelne Menschen an. Er greift den Bildungsauftrag unserer Schulen und damit das Fundament der Demokratie an.

Kathrin Adler-Becker, Vorsitzende der LEiS-NRW, erklärt:

„Unsere Schulen dürfen niemals zu Orten werden, an denen Ausgrenzung, Angst und Menschenverachtung salonfähig werden. Kinder lernen an dem, was Erwachsene vorleben. Wenn wir ihnen Demokratie, Respekt und Verantwortung vermitteln wollen, müssen Politik, Schulträger und Gesellschaft diese Werte glaubwürdig verteidigen – jeden Tag und ohne Relativierung.“

Gerade Kinder und Jugendliche brauchen Schulen, die Sicherheit geben und Zugehörigkeit ermöglichen. Sie brauchen Lehrkräfte, die sich klar gegen Rassismus, Antisemitismus, Queerfeindlichkeit, Ableismus und jede Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit stellen können. Dafür benötigen Schulen Rückhalt – durch Politik, Behörden, Eltern und die Zivilgesellschaft.

Martin Möller, Co-Vorsitzender der LEiS-NRW, fügt hinzu:

„Inklusion ist kein Sonderwunsch und keine Verhandlungsmasse. Sie ist Ausdruck einer demokratischen Haltung: Jeder Mensch gehört dazu. Wer Kinder nach ihrer Leistungsfähigkeit, ihrer Herkunft oder einer Behinderung sortieren und gegeneinander ausspielen will, stellt sich gegen den Kern unseres Bildungsauftrags.“

Die LEiS-NRW appelliert an alle demokratischen Kräfte in Nordrhein-Westfalen: Lassen wir nicht zu, dass der Ton rauer und die Grenzen des Sagbaren weiter verschoben werden. Demokratie muss in den Klassenzimmern erfahrbar sein – durch Beteiligung, faire Chancen, Schutz vor Diskriminierung und die konsequente Anerkennung der Würde jedes einzelnen Kindes.

Wer die Demokratie in NRW verteidigen will, muss bei der Bildung anfangen. Unsere Schulen brauchen Haltung, Schutz und Unterstützung – nicht Ausgrenzung und Angst.

Ansprechpartner

LEiS-NRW e. V.

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