Verantwortung

Weiterentwicklung der Digitalisierung in Bildungseinrichtungen

Vor dem heutigen Gespräch der Bildungsminister der Länder mit Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, Bundesministerin Anja Karliczek und der SPD Bundesvorsitzenden Saskia Esken, das vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie zustande gekommen ist, gibt die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Ministerin Dr. Stefanie Hubig, folgende Erklärung ab.

21.09.2020 Bundesweit Pressemeldung Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder
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„Bund und Länder werden am Montag in der besonderen Situation der Corona-Pandemie ihre gemeinsame Verantwortung für die Weiterentwicklung der Digitalisierung unserer Schulen wahrnehmen. Im Rahmen des DigitalPakts sind bereits weitreichende Vereinbarungen getroffen worden, um Schulen, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräften das Lernen und Lehren in einer digitalen Bildungsinfrastruktur zu ermöglichen. Bund und Länder arbeiten derzeit mit Hochdruck daran, noch offene Fragen in den geplanten Zusatzvereinbarungen zum DigitalPakt schnellstmöglich zu klären, damit wir die Förderung zügig umsetzen können.

Aus Sicht der Länder stellt sich jetzt die Herausforderung, aber auch die Chance, unsere Bildungseinrichtungen nicht nur kurzfristig vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie, sondern auch auf mittlere Sicht zu stärken und zu ertüchtigen. Von unserer Seite wird auch das Thema intelligente Lernsoftware angesprochen werden, die den Schülerinnen und Schülern einen individuellen Lernpfad und eine direkte Rückmeldung zu ihrem Lernstand geben kann.“

Für das Gespräch mit der Bundeskanzlerin am Montag ist insbesondere geplant, die Themen flächendeckende und zügige Breitbandanbindung von Schulen, die Vernetzung von Lernmanagement-/Cloud-Ansätzen sowie Kompetenzzentren für digitale Bildung zu erörtern.

Der Hamburger Bildungssenator Ties Rabe: „Unter dem Aspekt der Bildungsgerechtigkeit ist uns besonders wichtig, Schülerinnen und Schüler aus bildungsbenachteiligten Haushalten gezielt zu fördern. Die Corona-Krise hat uns verdeutlicht, dass alle Schülerinnen und Schüler über gleiche Zugangsvoraussetzungen in digitalen Lernumgebungen verfügen müssen.“ In dem entsprechenden Sofortprogramm stehen für die Schulträger über 550 Mio. Euro bereit, um Schülerinnen und Schülern einen Laptop oder ein Tablet zur Verfügung zu stellen.

Die baden-württembergische Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann: „Wir verfolgen gemeinsam mit dem Bund intensiv das Ziel, die digitale Bildungsinfrastruktur in den kommenden Jahren auf ein auch im internationalen Vergleich hohes Niveau zu bringen und den Schülerinnen und Schüler den Zugang zu einer digitalen Lernumgebung zu ermöglichen. Die Mega-Aufgabe der Digitalisierung von Schulen bewältigen wir nur in einer gemeinsamen Anstrengung.“

Der Digitalpakt Schule fördert nicht nur die Weiterentwicklung der digitalen Bildungsinfrastruktur in den einzelnen Ländern, sondern auch ländergemeinsame Vorhaben im Umfang von bis zu 275 Mio. Euro. Die Länder kooperieren miteinander in vielen wichtigen Bereichen der Digitalisierung von Schulen, um Synergien zu schaffen und die technisch notwendige Anschlussfähigkeit zu gewährleisten.  Beispiele für die verstärkte Kooperation im Bildungsföderalismus sind VIDIS (Vermittlungsdienst für das digitale Identitätsmanagement in Schulen), ein Vermittlungsdienst, der Schülerinnen und Schülern einen einfachen und anonymen Zugang zu verschiedenen online-Anwendungen ermöglicht und das Medienportal MUNDO. Dort werden frei verfügbare Bildungsmedien für den Unterricht systematisch erfasst und mit gezielten Rechercheinstrumenten nutzbar gemacht. Es stellt qualitativ und lizenzrechtlich geprüfte Unterrichtsmaterialien für alle frei zugänglich zur Verfügung und ist am 14. September 2020 an den Start gegangen.

Thema der Unterredung zwischen Bundeskanzlerin und den Ländern werden auch die Infektionsschutz- und Hygienemaßnahmen in den Schulen sein. Die Länder werden über die Erfahrungen im neuen Schuljahr berichten.

Angesichts der Corona-Pandemie haben alle Länder noch beschleunigt eigene Lösungen für die Nutzung digitaler Inhalte bzw. für die digitale Vermittlung und Gestaltung methodisch hybrider Lehr-/Lerneinheiten in Präsenz/Absenz entwickelt. Die Initiativen haben einen Schwerpunkt in den Bereichen cloudbasierter Lernmanagementsysteme (LMS), Mediendistribution und Kommunikation (Chat, Mail, Videoanwendungen). Die Angebote der Länder sind beispielsweise als digitallearninglab, mebis, Lernraum, SESAM, lernline, moodle@RLP, MeSax und LernSax bekannt.


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