Verband Niedersächsischer Lehrkräfte: Breite Zustimmung zum Inklusionsgesetz gutes Zeichen
Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte - VNL/VDR ist über die breite Zustimmung zum Inklusionsgesetz im Niedersächsischen Landtag sehr erfreut. "Es ist ein gutes Zeichen, dass die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention auf breiter Basis erfolgt und auf Parteienhickhack letztendlich verzichtet worden ist. Die eigentliche Arbeit beginnt aber jetzt, das Gesetz muss nunmehr mit Leben erfüllt werden", so Manfred Busch, VNL/VDR-Landesvorsitzender.
21.03.2012 Pressemeldung Verband Reale BildungMit der Verabschiedung des Inklusionsgesetzes wird der Dampfer "Inklusion" endlich in Fahrt kommen. Damit er nicht ins Schlingern gerät oder gar strandet, sind alle Beteiligten, Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte, gründlich vorzubereiten und zu unterstützen. Keiner darf das Gefühl haben, überfordert zu werden.
Das Land muss jetzt umgehend die Rahmenbedingungen für eine reibungslose Umsetzung schaffen, denn diese entscheiden über das Gelingen von Inklusion. Die Lehrkräfte aller Schulformen müssen umgehend durch eine umfassende Fortbildung auf ihre neuen Aufgaben vorbereitet werden, denn alle müssen mitgenommen werden. Hier sollte auf die Erfahrung der Schulen zurückgegriffen werden, die sich schon seit längerem auf den Weg zur Inklusion gemacht haben.
Bereits in der Ausbildung müssen angehende Lehrkräfte auf Inklusion vorbereitet werden. Dabei muss Sorge getragen werden, dass auch weiterhin besonders qualifizierte Förderschullehrkräfte ausgebildet werden, selbst wenn die Anzahl der Förderschulen durch den Inklusionsgedanken nicht mehr die Rolle spielen werden, die sie zurzeit noch haben.
Für inklusive Klassen muss eine Klassenobergrenze von 20 gelten, damit alle Schülerinnen und Schüler mit und ohne Handicap adäquat gefördert und gefordert werden können. Pädagogisch ausgebildete Fachkräfte wie Sozialpädagogen müssen den Schulen unterstützend zur Seite stehen. Die Schulanlagen müssen zügig barrierefrei umgebaut werden, am Geld darf Inklusion nicht scheitern.
"Wenn es auch lange gedauert hat, in Niedersachsen ein Inklusionsgesetz zu verabschieden, so sollte jetzt nach vorne geblickt werden und die Ärmel hochgekrempelt werden, statt über verpasste Chancen zu lamentierten. Inklusion beginnt im Kopf und sollte mit Herz und Verstand umgesetzt werden", so Busch abschließend.
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