Verband Niedersächsischer Lehrkräfte zur Inklusion: Ernüchterung statt Euphorie
Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte - kann die Euphorie der Kultusminsterin Frauke Heiligenstadt bezüglich des Zuspruchs zur inklusiven Schule nicht teilen.
12.05.2017 Niedersachsen Pressemeldung Verband Niedersächsischer LehrkräfteDer Anstieg der Inklusionsquote von 2015 auf 2016 ist mit 2,9 Prozentpunkten deutlich niedriger ausgefallen als in den Jahren zuvor. Die anfängliche Euphorie ist auf allen Seiten der Ernüchterung gewichen. „Die Inklusion an Niedersachsens Schulen läuft noch immer nicht rund und bedarf intensiver Unterstützung“, so Manfred Busch, VNL/VDR-Landesvorsitzender.
Der VNL/VDR fordert von der Kultusministerin zum wiederholten Mal mehr Sonderpädagogen und Unterstützungspersonal an allen Schulformen sowie eine effektivere Lehrerfortbildung im Bereich der Inklusion. Theorie und Praxis klaffen oftmals noch sehr auseinander, wenn sehr unterschiedliche Schülerinnen und Schüler im gemeinsamen Unterricht zusammentreffen. „Neben dem hochbegabten Kind soll das lernbehinderte und das emotional-sozial auffällige Kind mit dem ‚normal‘ begabten Kind und dem noch nicht gut deutsch sprechenden und verstehenden Flüchtlingskind schülergerecht optimal gefördert und gefordert werden. Darauf sind die meisten Lehrkräfte in Niedersachsen in ihrer Ausbildung nicht vorbereitet worden“, so Busch. Zusätzlich erschwert gerade in den Sek-I-Schulen die oftmals ungenügende Unterrichtsversorgung die inklusive Arbeit.
Der VNL/VDR begrüßt die Ankündigung der Kultusministerin, „zusätzliches pädagogisches Personal an den inklusiven Schulen einzustellen, damit die Lehrkräfte bei der Umsetzung der Inklusion mehr Unterstützung erhalten.“ Dazu Busch abschließend: „Das fordert der VNL/VDR schon lange. Es ist jedoch aus Erfahrung zu befürchten, dass die Umsetzung dieser dringend notwendigen und sinnvollen Maßnahme viel zu lange brauchen wird. Die Schulen benötigen umgehend mehr Unterstützung für eine gelingende Inklusion. Dazu gehört auch eine echte Wahlmöglichkeit für Eltern, ob sie ihr Kind an einer Regelschule oder an einer Förderschule unterrichten lassen wollen.“
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