Verbesserungen an Schulen:

"Das ist schon ziemlich unverfroren, wie die Bildungsministerin auf ihrer Pressekonferenz die gute Arbeit der Lehrkräfte unter schwierigen Bedingungen lobt, aber gleichzeitig die Lehrerarbeitszeit noch einmal verlängert und die Besoldung kürzt. Wer auf diese Art und Weise Bildungspolitik betreibt, darf sich nicht über die sehr schlechte Stimmung in den Kollegien wundern", sagte der kommissarische GEW-Landesvorsitzende Jan Nissen zur Pressekonferenz von Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave zum Schuljahresbeginn am 24.8.06.

24.08.2006 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

"Die bildungspolitisch sinnvollen Verbesserungen wie Einführung von Englisch in der Grundschule und Ausbau der Verlässlichen Grundschule, mit denen sich die Ministerin rühmt, werden von den Lehrerinnen und Lehrern mit Mehrarbeit bezahlt."

Bei der Intensivierung der Sprachförderung sieht die GEW noch beträchtliche Defizi-te in der Konzipierung und Umsetzung. "Wir halten es für richtig, dass die Bildungs-ministerin finanzielle Mittel für eine bessere Sprachförderung einsetzt. Sprachförde-rung darf jedoch nicht erst als "Sprachkurs" im letzten halben Jahr vor Schulbeginn stattfinden und die Kinder aus ihren sozialen Bezügen reißen", so der kommissarische GEW-Landesvorsitzende. Außerdem bräuchten die Lehrkräfte und Erzieherin-nen für ihre Arbeit bessere Rahmenbedingungen.

Zustimmung findet die Ministerin bei der GEW mit ihrer Absicht, an der Einführung der Gemeinschaftsschule festzuhalten. "Es ist sehr wichtig, die Bildungschancen un-serer Kinder durch die Überwindung des dreigliedrigen Schulsystems und längeres gemeinsames Lernen zu verbessern. Die Gemeinschaftsschule kann dazu einen Beitrag leisten", meinte Jan Nissen. "Von der Bildungsministerin erwarten wir aber auch, dass sie standhaft bleibt und den Plänen der CDU, die Gesamtschulen im Lande quasi "platt zu machen", weiterhin entgegentritt." Die Gesamtschulen erfreuten sich bei Eltern und Schülern großer Popularität, so dass sich die meisten Schulen Jahr für Jahr kaum vor Anmeldungen retten könnten. Viele Schülerinnen und Schüler müss-ten sogar abgewiesen werden.

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GEW Schleswig-Holstein

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