Waldorfschulen dürfen besondere Wege gehen, müssen aber zum selben Ziel kommen
"Die Waldorfschulen dürfen weiterhin ihre besonderen Wege gehen. Sie müssen nur gewährleisten, dass sie zum selben Ziel kommen wie alle anderen Schulen auch." Mit diesen Worten hat der Sprecher des Kultusministeriums, Ralf Hörnig, die Einwände der Waldorfschulen gegen zentrale Prüfungen an allen Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien zurückgewiesen. Mit vergleichbaren Anforderungen und Bedingungen auf Landesebene würde eine größtmögliche Objektivität in der Bewertung von Schülerleistungen erreicht. "Um dies auch an Waldorfschulen gewährleisten zu können, müssen sich diese Schulen unseren Vorgaben stellen. Alles andere wäre ungerecht - gerade gegenüber den Waldorfschülern", sagte Hörnig.
22.09.2004 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen"Das Landesabitur und die Abschlussprüfungen in unseren Haupt- und Realschulen stellen sicher, dass die Fähigkeiten und Qualifikationen unserer Schulabgänger weitestgehend gleich beurteilt werden", so der Sprecher. Die Diskussion über Bildungsstandards und länderübergreifende Vergleichsarbeiten zeige, dass das Qualitätsniveau und die Validität der Abschlüsse verbessert werden müssten. "Wir gehen diesen Schritt und eröffnen unseren Schülerinnen und Schülern damit bessere Ausbildungs- und Lebenschancen." Wie bedeutend standardisierte Prüfungen sind, habe die PISA-Studie gezeigt. "Wenn wir überprüfen wollen, ob Bildungsstandards eingehalten werden, brauchen wir Vergleichsarbeiten und Abschlussprüfungen", verdeutlichte Hörnig. Landesprüfungen zeigten, dass der Schüler das Ziel des Bildungsgangs erreicht hat.
Beim Landesabitur, das erstmals am Ende des Schuljahres 2006/07 geschrieben wird, werden in allen Fächern, in denen schriftliche Prüfungen im Leistungskursbereich und im dritten Prüfungsfach anstehen, die Aufgabenstellungen landesweit vereinheitlicht. Es stehen drei bis fünf gleichwertige vollständige Aufgabenformate zur Auswahl. Um andererseits auch der Vielfalt von Inhalten, Lern- und Leistungsformen in der gymnasialen Oberstufe Rechnung zu tragen, werden die weiteren Prüfungsteile schulbezogen organisiert. "Die Aufgaben für die mündliche Prüfung und Präsentation obliegen der Schule", verdeutlichte Hörnig, dass auch den Waldorfschulen ausreichend Spielraum bleibt, um ihre besonderen Wege dokumentieren zu können.
Schließlich werde die Abiturprüfung nicht anders gewichtet als bislang: Die Berechnung der Qualifikation, die das Gesamtergebnis aus den im Leistungskurs-, Grundkurs- und Abiturbereich erreichten Punkten darstellt, wird mit der Einführung des Landesabiturs nicht verändert.
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