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Was Bildung zukunftsfähig macht: Drei Antworten von der didacta 2026

Auf der didacta 2026 zeigt die Bildungsbranche, wie Zukunftsfähigkeit aussieht: von Future Skills-Programmen über Potenzialanalyse bis zu ökonomischer Bildung für mehr Teilhabe. Die Messe macht Lernwege von morgen sichtbar.

11.12.2025 Bundesweit Artikel Stefany Krath
  • Erwachsene schauen konzentriert auf einen Laptopbildschirm. © www.pixabay.de Welche Zukunftskompetenzen brauchen unsere Kinder?

Wie versetzen wir junge Menschen in die Lage, sich kontinuierlich neue Fähigkeiten anzueignen und flexibel auf Veränderungen zu reagieren? Und wie können Bildungsinstitutionen Lernumgebungen schaffen, die Neugier, Problemlösefähigkeit und Selbstwirksamkeit stärken? Auf der didacta 2026 werden diese Fragen in Workshops, Praxisforen und Podiumsdiskussionen aufgegriffen, in denen Expertinnen und Praktiker unterschiedliche Perspektiven einbringen. Drei Angebote aus verschiedenen Bildungsbereichen zeigen, wie breit das Spektrum der Antworten ausfällt.

Schule neu denken in Frankfurt

Das Programm „Future Skills für Schulen“ begleitet seit 2025 insgesamt zwölf Frankfurter Schulen zwei Jahre lang auf ihrem Weg zur „Schule der Zukunft“. „Mit diesem Qualifizierungs- und Schulentwicklungsprogramm wollen wir als Impulsgeber für Schulleitungen und Kollegien fungieren, um Schulalltag, Lernkultur und Unterricht neu auszurichten“, erklärt Monika Röttele, Projektleiterin Bildungslandschaft und Sprachbildung bei der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. Im Zentrum stehen überfachliche Fähigkeiten wie Kommunikation, Kollaboration, Selbstorganisation, kritisches Denken oder Resilienz. Auf der didacta 2026 gibt die Stiftung mit dem Vortrag „Zukunft kann Schule: Wie sich Frankfurter Schulen mit Future Skills selbst herausfordern“ einen Einblick in das Projekt.

In acht zweitägigen Präsenzmodulen und einer individuellen Prozessbegleitung erhalten die teilnehmenden Schulen Methoden und Werkzeuge für Transformationsprozesse. „Ziel ist, dass jede Schule ein selbstgewähltes Entwicklungsprojekt umsetzt — etwa neue Unterrichtsformate, partizipative Strukturen oder innovative Lernräume“, so Röttele. „‚Future Skills für Schulen‘ zeigt, wie Schule als Ganzes transformiert werden kann.“

Kompetenzen erkennen und entwickeln

Während Schulentwicklung vor allem den institutionellen Wandel in den Blick nimmt, rückt auf der Messe auch die Ebene der individuellen Potenzialentwicklung in den Fokus. Auf der didacta 2026 zeigt die Talentbrücke GmbH & Co. KG, wie sich individuelle Stärken systematisch erfassen und für Bildungs- und Berufswege nutzbar machen lassen. Zentrales Anliegen ist es, Kompetenzen offenzulegen und Menschen an Übergängen zu unterstützen – ob beim Schulabschluss oder der Reintegration nach einer Haftzeit. „Die Talentbrücke ist sehr stark im Übergangsmanagement aktiv – Menschen zu helfen, herauszufinden, was sie wissen müssen, um den nächsten Schritt in ihrem Leben zu tun“, so Projektleiter Steffen Leist.

Mit dem Workshop „Schlüsselkompetenzen fördern: Verhaltensbeobachtung für Berufsorientierung & Reintegration“ stellt das Team in Köln vor, wie differenziert soziale und personale Kompetenzen anhand strukturierter Beobachtungen erfasst werden können. Teilnehmende erleben, wie rasch subjektive Zuschreibungen entstehen – und wie eine systematische Beobachtung hilft, diese zu trennen. „Wenn jemand ruhig ist, bedeutet das, er ist faul? Ist er müde? Das sind Interpretationen“, erläutert Leist. „Die objektive Beobachtung wäre: Die Person war ruhig. Welche Stärken können wir daraus ableiten – und welche nicht?“

In Nordrhein-Westfalen begleitet das Unternehmen Schülerinnen und Schüler im Rahmen der landesweit verbindlichen Potenzialanalyse der Initiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“. „In den letzten 20 Jahren haben rund 160.000 Schüler und Schülerinnen aller Schulformen das Programm absolviert“, sagt Projektleiter Leist. Für die Talentbrücke ist die didacta dabei eine wichtige Plattform: „Wir sind seit vielen Jahren Stammgast auf der didacta – für uns ist das mit Abstand die wichtigste Großplattform für unsere Zielgruppen.“.

Reintegration als Praxisfeld

Wie viel Potenzial in strukturierter Verhaltensbeobachtung steckt, zeigt die Talentbrücke auf der Messe auch anhand ihrer Arbeit in Justizvollzugsanstalten. Dort geht es darum, Menschen in einem stark reglementierten Umfeld fair einzuschätzen und ihnen realistische Perspektiven für den Übergang in Ausbildung oder Arbeit zu eröffnen. „Zwei unserer Projekte sind im Gefängniskontext: Wir helfen Menschen, durch Verhaltensbeobachtung fair bewertet zu werden, ihre Sozialkompetenzen zu erkennen und später auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen“, sagt Leist.

Auf der didacta macht das Team deutlich, dass sich dieser Ansatz auf sehr unterschiedliche Kontexte übertragen lässt: von der Arbeit mit Inhaftierten ebenso wie auf Schulklassen und in andere Lernumgebungen. „Ob wir mit Schülern, Inhaftierten oder älteren Menschen arbeiten: Kompetenzen hat jeder. Und ein paar sind immer noch unbekannt“, so Leist. „Wenn wir sie kennen, können wir fairer miteinander umgehen und Menschen besser positionieren.“

Mehr Durchblick, mehr Teilhabe: Was Finanzbildung leisten soll

Ein weiteres Angebot der didacta richtet den Blick auf jene ökonomischen Grundkompetenzen die gesellschaftliche Teilhabe und demokratische Mündigkeit ermöglichen. Mit der Podiumsdiskussion „Finanzbildung ist Demokratieerziehung – Warum ökonomische Bildung unsere Gesellschaft stärkt“ rückt das Bündnis Ökonomische Bildung (BÖB) ein Thema ins Zentrum, das aus Sicht vieler Fachleute längst zur Allgemeinbildung gehören müsste. „Das Bündnis hat das Ziel, Wirtschafts- und Finanzbildung für alle jungen Menschen in der Schule verbindlich und in hinreichendem Umfang zu verankern“, sagt Verena von Hugo, Vorsitzende des BÖB.

Die Podiumsbesetzung unterstreicht den Anspruch: Erwartet werden unter anderem Staatssekretär Jürgen Böhm vom Bildungsministerium Sachsen-Anhalt, Bundesbank-Vorstandsmitglied Lutz Lienenkämper und Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft. „Wenn man sich die Sorgen der jungen Menschen anguckt, dann haben sie sehr häufig ökonomische Kontexte“, erklärt von Hugo. Finanzbildung könne helfen, diese Themen einzuordnen: von Wohnkosten über Sozialabgaben und Schulden bis zur Altersvorsorge.

Ökonomische Bildung versteht das BÖB auch als demokratiestärkend. „Wenn ich etwas nicht verstehe, bin ich außen vor. Wenn ich außen vor bin, kann ich nicht mitreden.“ Schulen könnten hier einen Raum schaffen, in dem junge Menschen Urteils- und Handlungskompetenz entwickeln. Auch Nachhaltigkeit spielt eine Rolle: „Wir haben keinen zweiten Planeten im Keller“, so von Hugo. Für das BÖB ist die didacta daher der richtige Ort, um die Bedeutung ökonomischer Bildung zu diskutieren.

Ob Schulentwicklung, Potenzialanalyse oder Finanzbildung: die Beispiele der didacta 2026 zeigen, wie vielfältig Bildungsinstitutionen auf gesellschaftliche und technologische Veränderungen reagieren. Allen Ansätzen ist gemeinsam, dass sie junge Menschen stärken sollen: durch Kompetenzen, Orientierung und die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge zu verstehen. Zukunftsfähigkeit entsteht damit weniger durch einzelne Instrumente als durch ein Bildungssystem, das offen für Weiterentwicklung bleibt.

Vom 10. bis 14. März 2026 findet die didacta als weltweit größte und Deutschlands wichtigste Bildungsmesse unter dem Leitthema „Alles im Wandel. Bildung im Fokus“ statt. Ideeller Träger und Kurator des Rahmenprogramms ist der Didacta Verband, der Verband der Bildungswirtschaft.

Bringen Sie sich aktiv ein, entdecken Sie Best Practices und nehmen Sie frische Impulse für Ihren Berufsalltag mit durch einen Besuch der didacta 2026 in Köln. Sichern Sie sich hier Ihr Ticket für die Bildungsmesse.

Diese Veranstaltungen könnten Sie interessieren:

Workshopfläche Berufliche Bildung, Halle 6
Talentbrücke Schlüsselkompetenzen fördern: Verhaltensbeobachtung für Berufsorientierung & Reintegration
Initiator: Talentbrücke GmbH & Co KG
11.03.2026 von 12:30 Uhr bis 13:30 Uhr

Forum didacta aktuell, Halle 6
Finanzbildung ist Demokratieerziehung - Warum ökonomische Bildung unsere Gesellschaft stärkt
Initiator: Bündnis Ökonomische Bildung Deutschland
11.03.2026 von 13:00 Uhr bis 13:45 Uhr

Forum Schulpraxis, Halle 7
Mit der Zukunft tanzen: Wie sich Frankfurter Schulen mit Future Skills herausfordern
Initiator: Stiftung Polytechnische Gesellschaft
13.03.2026 von 14:15 Uhr bis 14:45 Uhr

Nähere Informationen zu den Veranstaltungen der didacta 2026 finden Sie unter www.didacta-messe.de, auf Facebook, Instagram und LinkedIn.

Information für Redaktionen: Interviews, Videos, Texte und Zitate aus diesem Themendienst können gerne zur redaktionellen Berichterstattung verwendet werden. Beim Bildmaterial beachten Sie bitte die Nutzungshinweise am jeweiligen Bild. Über ein Belegexemplar an info( at )bildungsklick.de freuen wir uns.

Quellenangabe: Dieser Beitrag erschien zuerst im didacta-Themendienst.

Der Themendienst im Überblick: Weitere Artikel und Interviews zur didacta – die Bildungsmesse 2026 finden Sie auf der Seite der Messe unter https://www.didacta-koeln.de/journal/ und im Dossier auf www.bildungsklick.de.



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